In memoriam Erwin Schneider

Beim SC Eisenstadt haben viele, sehr viele Fußballer bzw. solche, die glauben, dass sie Fußballer sind, gespielt. Doch Loblieder werden und wurden nur über ganz wenige angestimmt. Eine dieser Ausnahmen, auf die der SCE stolz sein kann, dass er in seinen Reihen gekämpft und den Verein repräsentiert hat, war Erwin Schneider.

© Gerhard Tinhof / sce1907.wordpress.com

Als die Nachricht über Erwin Schneider plötzlichen Tod am 1. September 2007 auch den SC Eisenstadt erreichte, verfasste ich den nachstehenden Text, der auf der Homepage des SCE, auf ostliga.at sowie im Matchtag-Infoblatt T-E-C-Л-A, beim Spiel des SCE gegen Neusiedl/See in Ritzing veröffentlicht wurde.

Der SCE trauert um Erwin Schneider!

Der Sportclub Eisenstadt trauert um einen seiner schillerndsten Spieler aus der lang zurückliegenden Bundesligazeit. Erwin Schneider, wieselflinker Flügelspieler, Schütze unzähliger Tore und langjähriger Funktionär seines Heimatvereines, des SV St. Margarethen, ist plötzlich und völlig unerwartet aus dem Leben geschieden. Der Sportclub Eisenstadt spricht der Familie von Erwin Schneider sein Beileid aus.

Erwin Schneider wird bei jenen SCE-Fans, die ihn noch persönlich spielen sehen durften und jenen, die ihn aus Erzählung über die glorreiche Zeiten, zu denen er einen großen Anteil beitrug, kennen, stets in guter Erinnerung bleiben:

Mitte der 70er-Jahre machte ein junger Bursche aus St. Margarethen auf sich aufmerksam, nicht zuletzt in der Saison 1973/74, als er mit 20 Toren für seinen SV St. Margarethen Torschützenkönig der burgenländischen Landesliga wurde. Der SC Eisenstadt griff zu und Erwin Schneider spielte nun mit Eisele, Solleder, Rohrer, Bjerregaard und Co. in der neu gegründeten Bundesliga (Zehnerliga).
Seinen ersten Treffer für die Roten Husaren erzielte er am 14. September 1974 in Graz, als er in der 38. Minute das 1:1 gegen Sturm Graz erzielte, Romes sorgte dann für den 2:1-Siegestreffer. Auch beim „Rückspiel“ (näheres in der 100-Jahr-Chronik) traf Erwin Schneider gegen die Grazer, diesmal in der 62. Minute zum 3:1-Endstand. Am Ende seiner ersten Bundesliga-Saison musste der SCE zwar absteigen, doch sollte er noch so manchen Erfolg feiern. Maßgeblich daran beteiligt: Erwin Schneider!

Die erste Zweitliga-Saison entwickelte sich zu einem Alleingang der Vienna, die am Ende neun Punkte Vorsprung auf den SCE hatte, der Platz Vier einnahm. Dazwischen auf Platz Zwei der 1. Wr. Neustädter SC und der Wr. Sport-Club auf Platz 3.

Tore von Erwin Schneider waren auch in diesem Jahr keine Seltenheit: u. a. beide Treffer beim 2:0-Auswärtserfolg in Tulln, das vorentscheidende 3:0 gegen den FC Dornbirn im Lindenstadion (3:1), das einzige Tor vor knapp 500 Zuschauern im Lindenstadion gegen Villach gefolgt vom 2:0-Treffer in Kapfenberg, zwei Tore beim 4:1-Heimsieg gegen Rapid Lienz und so manch weiteren Treffern.
1976/77 sackte der SCE auf Platz 7 der 2. Division ab, 15 Punkte hinter Aufsteiger Wiener Sport-Club.
In der dritten Zweitliga-Saison rutschte der SCE auf Platz Zehn ab, in dieser Saison spielten mit dem SCE und dem ASV Kittsee gleich zwei burgenländische Clubs in der 2. Division.

Dem ersten Derby drückte besonders ein Spieler seinen Stempel auf – Erwin Schneider:
Kleiner Auszug aus der 100-Jahr-Chronik:
Am 10. September 1977, um ca. 17.50 Uhr, war das erste Derby bereits Geschichte! Der SCE gewann vor knapp 4.000 Zuschauern, durch Tore von Schneider (2) und Eder, mit 3:1.
Der Schwung vom Derby-Erfolg konnte noch ins nächste Heimspiel (1:0 gegen Dornbirn – Tor durch Schneider in der 90. Minute!) mitgenommen werden, doch dann folgte eine lange Durststrecke.

An einem Samstag, dem 26. November 1977 fand im Lindenstadion das Spiel gegen den I. Simmeringer SC statt. Die 500 Zuschauer sahen in der 8. Minute ein Tor von Erwin Schneider, welches in der 14. Minute von Brunner egalisiert wurde. In der 37. Minute traf Schneider zum 2:1 und in der 50. Minute fiel die Vorentscheidung – Tor durch: natürlich Erwin Schneider!

Am 10. Dezember 1977 gelang ihm in der 77. Minute der entscheidende Treffer zum 2:1-Sieg gegen den SCA St. Veit. Das Spiel im Lindenstadion lockte knapp 300 Zuschauer an.
1978/79 konnte der SCE wieder im Spitzenfeld der 2. Divison mitmischen. Zwar konnte der Aufstieg des LASK nicht ernsthaft gefährdet werden, doch Platz Drei war nach drei mageren Saisonen ein toller Erfolg.

Gleich beim ersten Spiel der Saison gelang es, den Kapfenberger SV mit 2:0 in die Schranken zu verweisen – Tore durch Poindl und Erwin Schneider.

Zwei Wochen später kamen zum Spitzenspiel gegen Simmering knapp 2000 Zuschauer ins Lindenstadion. Csere brachte die Wiener in der 18. Minute mit 1:0 in Führung. Nur zwei Minuten später stellte Erwin Schneider auf 1:1. Eine Minute vor der Pause traf Schlögl zum 2:1, doch gleich nach Wiederbeginn traf Stöger zum 2:2-Ausgleich. Ein Tor fiel an diesem 1. September 1978 dennoch, es war der Treffer zum 3:2-Sieg des SC Eisenstadt, Torschütze: ERWIN SCHNEIDER.
In dieser Saison spielte sich neben Erwin Schneider auch ein weiterer junger Burgenländer ins Rampenlicht: Christian Keglevits trug sich des Öfteren in die Schützenliste ein.
Gegen Ende der Meisterschaft 78/79 trug Erwin Schneider seinen Teil zu wichtigen Punktegewinnen bei: Treffer beim 2:1-Sieg gegen Dornbirn und in Villach rettete er einen Punkt, als er zum 1:1 traf.

Im fünften Jahr in der zweiten Liga stellte sich endlich auch ein zählbarer Erfolg ein. Obwohl mit Bundesliga-Absteiger SSW Innsbruck ein schier übermächtiger Krösus in der Liga vertreten war, schaffte der SC Eisenstadt den Meistertitel zu erringen und kehrte in die 1. Division zurück.

Seine ersten Tore in der Aufstiegssaison erzielte Erwin Schneider am 7. September 1979 beim 4:3-Erfolg in Klagenfurt – nach seinem Treffer in der 48. Minute traf er in der 90. zum 4:3-Endstand.

Kärnten schien ein guter Boden zu sein, denn seine nächsten Tore gelangen ihm in der 11. Runde in Villach, diesmal traf er in der 22. und 77. Minute, Letzterer bedeutete den 3:2-Siegtreffer!
Beim letzen Spiel im Jahr 1979, am 1. Dezember, schoss er vor 1000 Zuschauern im Lindenstadion den einzigen Treffer der Partie gegen Simmering.
In der 20. Runde leitete er durch sein Tor in der 64. Minute einen 3:0-Heimsieg gegen den Wolfsberger AC ein und in der 23. Runde begann er den Sonntag-Nachmittag mit dem 1:0 am FavAC-Platz – Endstand 2:1 für den SCE. Zwei Wochen später rettete er in St. Veit einen Punkt (1:1) und in der vorletzten Runde entschied er das Heimspiel gegen die SPG Innsbruck in der 81. Minute mit dem Tor zum 2:0 – ganze 8000 Menschen pilgerten damals ins Lindenstadion. Nun kam es am 7. Juni 1980 zum Fernduell mit SSW Innsbruck um den Aufstieg in die 1. Division. Am Innsbrucker Tivoli setzte sich der Favorit schmeichelhaft mit 1:0 über den Stadtrivalen SPG Innsbruck durch, und im Wiener Stadion ging zunächst Simmering in der vierten Minute durch Wolf mit 1:0 in Führung. Nur vier Minuten später glich Bauer zum 1:1 aus. Mitte der zweiten Halbzeit stellte Strobl auf 2:1 für den SCE – damit war der SCE auf Aufstiegskurs. Die Spannung unter den mitgereisten SCE-Fans hielt an. Erst in der 78. Minute wurden sie erlöst – dieser Moment, der Treffer zum alles entscheidenden 3:1, war einem Mann vorbehalten, der sich dadurch endgültig in die Geschichtsbücher eintrug – ERWIN SCHNEIDER!

Die Erstliga-Saison 1980/81 verlief für den SCE nicht nach Wunsch, man wurde gleich ans Tabellenende gereicht und lieferte sich bis zur letzten Runde einen Überlebenskampf mit Austria Salzburg, der leider nicht gewonnen werden konnte.
Tore waren eine Seltenheit, vor allem auswärts konnte man den anderen Mannschaften nicht das Wasser reichen. Das erste Tor von Erwin Schneider konnte im Lehener-Stadion bewundert werden, als er in der 68. Minute zum 1:3 traf, Endstand 1:4. Sein zweites Tor fiel abermals auswärts – in der 32. Runde beim GAK, er traf zum 1:2, Endstand 1:3. Am Ende war es ein höchst fragwürdiger Elfmeter beim 0:2 in Salzburg, der die Klassenerhalts-Träume zerplatzen ließ.

Doch die Tränen waren bald getrocknet. Der SCE spielte 1981/82 eine tolle Zweitliga-Saison und feierte, auch dank der Aufstockung der 1. Divison, als Vizemeister der 2. Divison, die Rückkehr ins österreichische Oberhaus.

In der zweiten Runde wurde Kapfenberg mit 5:1 aus dem Lindenstadion geschossen – zweifacher Torschütze: Erwin Schneider. Beim 3:1-Heimerfolg gegen SV St. Veit stellte er mit seinem Tor in der 20. Minute die Weichen auf Sieg. Der letztjährige Salzburg-Komplex wurde in der 5. Runde, durch ein 4:1 beim SAK 1914 überwunden. Erwin Schneider trug sich dabei mit zwei Toren in die Schützenliste ein.

Am 17. Oktober trafen zunächst Aigner sowie der heutige Vienna-Trainer Fritz Drazan ins Netz von Union Wels ehe Erwin Schneider das Tor zum 3:0-Sieg erzielen konnte. Vierzehn Tage später legte er dem Villacher SV den Ball in der 90. Minute ins Netz – Endstand 2:0.

Auch im Derby gegen den SC Neusiedl/See traf Erwin Schneider, diesmal in der 85. Minute zum 2:0-Endstand.
Ein trefferreiches Spiel bekamen die knapp 1500 Zuschauer im Lindenstadion am 19. März 1982 zu sehen. Gleich in der ersten Minute brachte Karsai den SCE in Führung, zwei Minuten später gelang Füzi das 2:0 und in der 11. Minute schoss Kloiber das 3:0 für den SCE. Kaum war der Jubel vom 3:0 verhallt, gelang Marcelo in der 14. Minute der Treffer zum 1:3 und kurz vor dem Pausenpfiff schoss der FavAC, abermals durch Marcelo, sogar noch das 2:3. Nach der Pause sorgte dann Erwin Schneider, durch seine Treffer zum 4:2 (50.) und 5:2 (58.) für klare Verhältnisse im Lindenstadion.

Diese Saison war wie Balsam auf die Wunden, die man in der 1. Divison erlitten hatte. Der SCE zählte wahrlich zu den stärksten Mannschaften der Liga und dies nicht zuletzt dank der Tore von Erwin Schneider, wobei man natürlich auch nicht die anderen Spieler vergessen darf, ohne die der Aufstieg nie möglich gewesen wäre.
Seine letzten Tore in der 2. Divison erzielte Erwin Schneider am 12. Juni 1982 in Wagna. Die knapp 1000 Zuschauer im Römerstadion mussten in der ersten Halbzeit zwei Treffer von Erwin Schneider gegen Flavia Solva zur Kenntnis nehmen, am Ende verlor der SCE mit 2:4.

1982/83 spielte der SCE wieder in der 1. Divison, die nun aus 16 Mannschaften bestand. Der SCE startete mit einem 3:1-Heimsieg über den LASK und einem 0:0 auf der Hohen Warte gegen die Vienna in die neue Saison. Zum zweiten Heimspiel kamen knapp 6000 Zuschauer und durften sich über einen 1:0-Sieg gegen den GAK freuen – Torschütze: Erwin Schneider.

In dieser Saison belegte der SCE den ungefährdeten 9. Platz, damals feierte der SCE seinen 75. Geburtstag!

Kleiner Auszug aus der 100-Jahr-Chronik:
Der Schwung aus der Zweitliga-Saison konnte auch in die 1. Division mitgenommen werden und dieser entlud sich bereits im ersten Meisterschaftsspiel, vor 3.500 Zuschauern im Lindenstadion, mit einem 3:1-Sieg über den LASK. Nach einem 0:0 in Wien gegen die Vienna gelang Erwin Schneider, vor 6.000 Zuschauern, der entscheidende Treffer zum 1:0 über den GAK, gefolgt von einem weiteren Unentschieden – 0:0 in Wels. Zuhause klappte es dann wieder besser, als man Simmering 3:1 besiegte, ehe es in der 6. Runde, beim Heimspiel gegen Klagenfurt, die erste Niederlage gab. Vor 5.000 Zuschauern führten die Kärntner nach 33 Minuten mit 3:0 und behielten nach 90 Minuten mit 3:2 die Oberhand im Duell der zwei besten Zweitliga-Teams der Vorsaison.

In der nächsten Runde gastierte der SCE am Verteilerkreis in Wien und konnte vor 6.500 Zuschauern, nach einem 0:2-Rückstand, einen Punkt mit ins Burgenland nehmen – 2:2! Einem 0:0 im Heimspiel gegen VÖEST folgte eine beeindruckende Vorstellung am Sportclub-Platz: 5:2 für den SCE!
Die guten Leistungen hielten weiter an – leider wurden in den Heimspielen zumeist wichtige Punkte verschenkt – 1:1 gegen Admira Wacker, 0:0 gegen Austria Salzburg sowie ein spannendes 3:3 gegen Wacker Innsbruck.

Auswärts gab es in den letzen Runden der Herbstmeisterschaft empfindliche Niederlagen: 0:4 gegen Sturm am wiedereröffneten Sturm-Platz – der „Gruabn“ und 1:5 gegen Rapid Wien.
Dafür konnte das erste Burgenland-Derby in der 1. Divison, die als „Kaffee-Derbys“ in die Fußball-Geschichte eingingen, in Neusiedl klar gewonnen werden:
SC ALVORADA Neusiedl/See v SC EDUSCHO Eisenstadt 1:3! Vor 3.000 Zuschauern brachte Schneider den SCE in Führung, Gallos konnte noch vor der Pause ausgleichen und Pusztai sowie Marzi stellten dann den 3:1-Endstand her.

Erwin Schneider zählte auch in dieser Saison zu den verlässlichen Torschützen – u.a. Treffer beim 3:1 gegen Simmering, Tor beim 2:3 gegen Austria Klagenfurt, 2 Tore beim legendären 5:2-Sieg beim Wr. Sport-Club (Füzi brachte den SCE in der sechsten Minute in Führung, Kienast glich in der 10. Minute aus, Erwin Schneider stellte in der 25. Minute auf 2:1 für den SCE und Masztaler glich in der 54. Minute abermals für den Sport-Club aus, dann der Auftritt von Fritz Drazan – ihm gelangen in der 70. und 77. Minute zwei Tore und Erwin Schneider stellte in der 86. Minute auf 5:2 für den SCE).

Er traf auch beim 1:1 gegen die Admira sowie beim 3:3 gegen Innsbruck, doch sein Tor in der 81. Minute zum 3:2 konnte von den Innsbruckern in der 89. Minute egalisiert werden.
Auch gegen Rapid traf er im West-Stadion in der 81. Minute, doch da hatten Krankl, Keglevits und Panenka schon 5 Tore geschossen. Weitere Treffer bei Siegen bzw. Tore, die ein Unentschieden bedeuteten folgten und wie so oft davor, traf er auch in dieser Saison im Doppelpack: am 3. Juni 1983 gastierte der SCE in Salzburg, nach dem frühen Rückstand (vierte Minute) stellte Erwin Schneider in der 12. und 14. Minute auf 2:1 für den SCE, in der zweiten Halbzeit brachen allerdings die Dämme und Salzburg feierte einen 6:2-Sieg.
1983 folgte dann der internationale Auftritt im Intertoto-Cup. Das erste Spiel fand gegen Odense BK aus Dänemark statt, beim 1:2 erzielte Erwin Schneider den Ehrentreffer der Burgenländer.
Nach dem eher mäßigen Abschneiden im Intertoto-Cup folgte 1984 der größte Erfolg des SC Eisenstadt, der Gewinn des Mitropa-Cup! Erwin Schneider kam bei fünf der sechs Spiele zum Einsatz und war maßgeblich am Erfolg beteiligt: Zunächst wurde Pristina, durch Tore von Rupprecht 2, Bicovsky und Plaza mit 4:2 besiegt, danach gab es im Rückspiel ein 3:3 (Tore: Plaza, Schöll, Füzi). In der dritten Runde setzte es eine 1:4-Niederlage in Teplice (SCE-Tor: Erwin Schneider) und zuhause holte der SCE ein 1:1 (Tor: Radakovits). Gegen Vasas Budapest gewann der SCE zuhause 2:1 (Tore: Bicovsky und Füzi) und in Ungarn holte man sich, dank der Tore von Schöll und Radakovits, den Mitropa-Cup-Titel!

In der Meisterschaft 1983/84 belegte der SCE den 11. Platz, Erwin Schneider zählte nach wie vor zu den Stützen der Mannschaft und trug sich auch wieder in die Schützenliste ein: Tor zum 1:0 beim 2:1-Sieg gegen Union Wels, Treffer zum 1:3 beim 1:5 gegen die Wiener Austria (dies war gleich nach dem Triumph im Mitropa-Cup), ein Tor beim 4:0-Erfolg in Neusiedl/See und das Tor zum 5:3-Endstand in St. Veit.
1984/85 spielte Erwin Schneider zum letzten Mal für den SCE, dies war eine sehr erfolgreiche Saison für die Eisenstädter, wenn auch in den letzten Runden eine weit bessere Platzierung als der achte Platz vergeben wurde.

Seinen ersten Treffer in der neuen Saison erzielte Erwin Schneider in der 10. Runde, am 27. Oktober 1984, beim 2:1-Erfolg gegen den LASK. Danach traf er in der 11. Runde zum 1:0-Auswärtserfolg beim GAK.

Erwin Schneiders letztes Spiel für den SC Eisenstadt fand am 8. Juni 1985 statt. Knapp 600 Zuschauer, der Großteil aus der Steiermark, kamen zum letzten Meisterschaftsspiel gegen DSV Alpine. Bicovsky traf in der 13. Minute zum 1:0 für den SCE, Oliweira und Janjanin stellten noch vor der Pause auf 2:1 für die Obersteirer. In der 70. Minute schoss dann Erwin Schneider den 2:2-Ausgleichstreffer (sein letztes Tor für den SCE), doch Crnjak stellte gleich im Gegenzug (71.) auf 3:2 für DSV Alpine.

Eine erfolgreiche Saison ging zu Ende, in der sich der SCE erneut für den Intertoto-Cup qualifizierte. Erwin Schneider beendete seine überaus erfolgreiche Zeit beim SC Eisenstadt und kehrte mit der Saison 1985/86 zu seinem Heimatverein SV St. Margarethen zurück, die seit der Wiedereinführung der Regionalliga Ost in eben dieser spielten. Beim Saisonauftakt war es Erwin Schneider, der das erste Tor des SV St. Margarethen in der Ostliga erzielte (neunte Minute), doch am ende jubelte der SC Mautner Markhof über einen 2:1-Sieg. Acht Tore erzielte Erwin Schneider in dieser Saison, die der SV St. Margarethen auf Platz Neun beendete.

1986/87 belegte der SV St. Margarethen den hervorragenden fünften Platz in der Ostliga (war somit zweitbester burgenländischer Verein), Erwin Schneider erzielte drei Tore. In der dritten Saison musste der SV St. Margarethen wieder in die Landesliga zurückkehren, wo sie seit jeher zu einem fixen Bestandteil zählen. Erwin Schneider trug sich in 26 Partien acht Mal in die Schützenliste ein. Vor Saisonbeginn wurde der Eugen-Schneider-Pokal ausgetragen. Der SV St. Margarethen traf dabei auf den SC Eisenstadt. Vargek und Marzi brachten den SCE mit 2:0 in Führung, doch dann leitete Erwin Schneider, mit dem Tor zum 1:2 (68.) die Kehrtwende ein. Unger traf dann in der 85. Minute per Elfmeter zum 2:2 und da die Verlängerung torlos blieb musste ein Elfmeterschießen entscheiden: St. Margarethen gewann dieses mit 4:3.

Erwin Schneider blieb dem SV St. Margarethen noch lange Zeit als Spieler und später als langjähriger Funktionär erhalten. Dabei waren stets Tore seine Visitenkarte – 88/89: 14 Tore, 89/90: 10 Tore, 90/91: 12 Tore, 91/92: 11 Tore.

1991/92, als der SCE in der burgenländischen Landesliga spielte, gewann der SV St. Margarethen sein Heimspiel gegen das einstige Flaggschiff des burgenländischen Fußball mit 1:0 – Torschütze? Wer, wenn nicht Erwin Schneider!

Mit Erwin Schneider verliert das Burgenland eine ganz große Persönlichkeit, die nicht in Vergessenheit geraten wird.

Erwin, wir danken Dir dafür, dass Du nicht nur dem SC Eisenstadt sondern auch dem burgenländischen Fußball sehr viel gegeben hast und werden Dich stets in bester Erinnerung behalten!

Bilder: BF-Onlinearchiv
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© Gerhard Tinhof / sce1907.wordpress.com

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