Cup-Geschichten Teil 3

Der Cup genießt in Österreich keinen sehr großen Stellenwert. Statt eines großen Bewerbes mit hohem Ansehen bei Clubs und Fans ist er nicht viel mehr als ein Klotz am Bein. Leere Stadien und müde Partien sind keine Seltenheit…


Für den SCE war der ÖFB-Cup nur selten etwas, an das man sich gerne erinnerte. So richtig weit ist er nie vorgestoßen, die „erfolgreichsten“ Cup-Saisonen endeten mit dem Ausscheiden im Viertelfinale, also in der Runde der „besten“ acht Mannschaften.

Und von genau diesen Cup-Teilnahmen möchte ich hier berichten:

Teil 3 – 1981/82:
Vor wenigen Wochen erst aus der 1. Division abgestiegen, begann im August schon wieder der Fußballbetrieb in der 2. Division. Davor natürlich noch die Spiele der 1. Cuprunde.
Das Burgenland stellte fünf Vertreter:
Im Landessüden duellierten sich Neuberg und Oberwart, Mattersburg empfing die Vienna, der SC Neusiedl/See, der ja auch in der 2. Division spielte, trat in Simmering an und der SCE gastierte in Wien bei SR Donaufeld.

Die SV Oberwart gewann das Süd-Derby mit 2:1; Mattersburg ging gegen die Vienna 0:4 unter, Neusiedl unterlag dem I. Simmeringer SC mit 0:2 und der SCE fegte am Donaufeld-Platz über die „Rasenspieler“ mit 6:0 hinweg. Johann Schöll schoß zwei Tore, Eder, Erwin Schneider, Fritz Drazan und Solleder trafen je einmal.

Kurz darauf kam es zu einem Testspiel gegen die Nationalmannschaft Ungarns. Obwohl der SCE oft Wechselspieler brachte, lieferte die Mannschaft eine beeindruckende Leistung ab, verlor am Ende mit 3:6. Die SCE-Tore erzielten Drazan, Schneider und Füzi.

Am 18. August fand schon die 2. Runde des ÖFB-Cup statt: Zu Gast im Lindenstadion war der Wiener Sport-Club, neuer Verein vom erst vor Wochen als SCE-Trainer zurückgetretenen Kaltenbrunner. Schiedsrichter dieser Partie war übrigens wieder jener Herr Mathias, doch diesmal konnte die Mehrheit der gut 1.400 Zuschauer am Ende jubeln. Der SCE gewann dank eines Elfmeters, den Aigner in die Maschen donnerte.

Burgenlands zweiter Cup-Vertreter, die SV Oberwart, verabschiedete sich gegen Meister Austria Wien daheim vor gut 4.000 Zuschauern mit 1:7 aus dem Bewerb.

Vier Tage nach dem Cup-Triumph über den Erstdivisionär WSC kam es gleich in der 1. Runde der 2. Division zum Burgenland-Derby NSC vs. SCE, das die Neusiedler 3:1 gewannen! Zur Frust-Verarbeitung zerlegte dann der SCE die Kapfenberger Falken mit 5:1, ehe es dann zum Achtelfinale gegen die WSG Wattens (damals eher die Amateur-Mannschaft von SSW Innsbruck), die in der Westliga tätig war, kam.
Der SCE führte schon nach 12 Minuten mit 2:0 (Tore: Schneider und Schöll), doch dann übernahmen die Tiroler das Spielgeschehen und wurden für ihren Kampfgeist noch vor dem Pausenpfiff belohnt, denn in den Minuten 38 und 40 zappelte der Ball im SCE-Tor.
Aber auch nach der Pause drückten die Gäste weiter, mussten dann dafür Tribut zollen. Die Kräfte schwanden und die Kondition sowie die Routine der Eisenstädter ließen diese auf 5:2 enteilen (Tore: Drazan, 2x Radakovits). Wattens gelang dann noch in der 89. Minute das 3:5.

Der Cup ruhte dann traditionellerweise – was wohl eh niemanden aufgeregt hat – bis ins Frühjahr 1982. Das Viertelfinale führte den SCE mit jener Mannschaft zusammen, deren „Amateur-Team“ beziehungsweise „Spielgemeinschaftspartner“ sie im Achtelfinale eliminiert hatten: SSW Innsbruck!

Bevor die Reise an den Tivoli angetreten wurde, fand zum Rückrundenstart der 2. Division das Derby gegen den SC Neusiedl/See im Lindenstadion statt. Vor 3.000 Zuschauern erzielten Füzi und Erwin Schneider die Tore zum 2:0-Sieg, der den SCE auf Platz Eins der Tabelle hievte, da das Spiel des Leaders Austria Klagenfurt gegen Raika Innsbruck abgesagt wurde. Der SCE führte punktegleich vor Klagenfurt und Union Wels.

Danach wurde der Kapfenberger SV 3:1 besiegt, der FavAC im Lindenstadion 5:2 bezwungen und in Kärtnen beim SV St. Veit ein schmeichelhaftes 1:1 geholt.
Währenddessen Schlug Innsbruck vor dem Cup-Spiel die Rapidler mit 3:0.

Der SCE konnte also kommen, und so wie bei ihrer letzten Cup-Viertelfinal-Begegnung im Jahre 1973, behielt das Team vom Tivoli die Oberhand.
Die größte Möglichkeit hatten die Malatinsky-Schützlinge in der 32. Minute, denn Erwin Schneider überwand die wackere Verteidigung, lockte den Torhüter aus seinem Gehäuse, hob den Ball dann aber leider über die Latte.

Ansonsten war der SCE auf das Verteidigen eingestellt, doch in der 50. Minute endete eine Spielerei im Strafraum fatal: Gröss stocherte den Ball ins Netz. Der Rettungsversuch von Ossi Steiger scheiterte.
Doch nach dem Rückstand machte der SCE auf, entledigte sich der defensiven Spielweise und zeigte, dass man phasenweise auch mit einem Erstdivisionär gut mithalten kann. Dies änderte aber nichts am dritten Ausscheiden im Viertelfinale des ÖFB-Cup.

Die Saison war aber nicht vorbei. Der SCE wurde am Ende hinter Austria Klagenfurt und vor dem First Vienna Football Club Zweiter der 2. Division und stieg – Dank der Aufstockung der 1. Division auf 16 Vereine – wieder in den Olymp des österreichischen Fußballs auf.

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