Die Nummer Eins!

Wer erinnert sich noch beziehungsweise weiß, wann der SC Eisenstadt seinen allerersten „Meistertitel“ gewann? Zugegeben, es war „nur“ der Titel der 1. Klasse – Gruppe Mitte, doch er war eben die „Nummer Eins“ in der langen Historie des SCE.

Es geschah in der Saison 1949/50 (Ja, das ist lange her!) und davon möchte ich an dieser Stelle berichten:

Der August 1949 neigte sich seinem Ende entgegen und auch die Vorbereitungen auf die neue Meisterschaft in der Gruppe Mitte der 1. Klasse ging in die Schlußphase. Als nach dem Kriegsende der burgenländische Fußballbetrieb wieder geordnet absolviert wurde, gehörte der SCE stets dem Mittelmaß seiner Liga an. Die Teams aus Neufeld, Siegendorf, Hirm und Mattersburg hatten oftmals mehr Punkte auf dem Konto als die Landeshauptstädter.
Dies sollte sich nun aber ändern. Und innerhalb der Stadtgrenzen entstand 1949 sogleich ein zweiter Verein. Der Energieversorger NEWAG stellte nämlich auch einen Klub auf die Beine und wurde der 2. Klasse – Gruppe Mitte zugeteilt. Wie der eingefleischte SCE-Fan wissen sollte, wurden beide Vereine vier Jahre später fusioniert, wodurch der Höhenflug des SCE erst möglich gemacht wurde. Doch dies ist eine andere Geschichte. Hier möchte ich mich eben dem ersten Meistertitel des SCE – und zugleich auch dem Saisonverlauf von NEWAG Eisenstadt – widmen.

Quellenhinweis: BF Onlinearchiv

Also, die Meisterschaft 1949/50 stand vor der Tür und die Klubs absolvierten ihre letzten Vorbereitungsspiele. Der SCE bot beim Spiel gegen den Güssinger SV (damals in der Landesliga) die halbe Reserve auf, gewann aber dennoch 2:1 und NEWAG Eisenstadt gastierte beim UFC Schützen/Geb., wo der neu gegründete Verein einen 7:1-Sieg feierten. Der Reporter der „BF“ meinte, „die Elektriker aus Eisenstadt werden in der kommenden Meisterschaft bestimmt manchem Verein das Leben schwer machen.

Für das erste Meisterschafts-Heimspiel musste der SCE allerdings nach Siegendorf ausweichen, da der Sportplatz (nicht das Lindenstadion, denn das wurde ja erst 1953 eröffnet) von den russischen Besatzungstruppen beansprucht wurde. Der Aufsteiger aus Klingenbach erlitt dabei gegen die spielfreudigen Hauptstädter eine vernichtende 1:6-Abfuhr.Währenddessen gastierte NEWAG Eisenstadt in der Freistadt Rust, wo sie als glücklicher 1:0-Sieger vom Sportplatz der Storchenstadt schritten.

Am nächsten Wochenende war nur NEWAG im Einsatz und überzeugte beim 9:1-Sieg über Trausdorf, das in der zweiten Halbzeit seinem hohen Tempo Tribut zollen musste. Vier Tore erzielte Ernst I, Ernst II trug sich dreimal in die Schützenliste ein und Ficker (per Elfmeter) sowie Szabo trafen ebenfalls für die Firmenelf.

Für sein zweites Spiel musste der SCE nach Wimpassing reisen, wo sie nach einem groben Fehler das 0:1 hinnehmen mussten, aber noch vor der Pause ausgleichen konnten. Am Ende gewann der SCE klar mit 5:1 – die Tore erzielten Luckenberger (2), Fleck, Csini und Barischitz.
In Müllendorf ging es heiß her und dem Schiedsrichter sowie einigen besonnenen Müllendorfer Spielern ist es zu verdanken, dass das Spiel nicht vorzeitig beendet werden musste. Die Elektriker zogen speziell in der ersten Halbzeit ein wahres Lehrspiel auf, konnten dabei aber nur zwei Tore erzielen – dabei wurde sogar ein Elfmeter von Ernst I vergeben. Am Ende stand es 3:0 (Tore: Ernst I, Ernst II, Szabo) gegen aufopfernd spielende Müllendorfer, die den Spieler Tinhof durch Verletzung und den Spieler Gaßner durch Ausschluß verloren.
Beide Eisenstädter Vereine waren nun sogar Tabellenführer ihrer Liga.

Dann stand für den SCE das Auswärtsspiel in Pöttsching auf dem Programm, das sie ohne große Schwierigkeiten 4:1 gewinnen konnten und somit weiter – zusammen mit dem SV Antau – die Tabelle anführten.
In der 2. Klasse kam es zum Duell zweier neu gegründeter Vereine. Dies war zugleich das erste Spiel von NEWAG Eisenstadt auf Eisenstädter Boden! Zu Gast war das Team von Sankt Margarethen, das kaum aus der eigenen Spielhälfte kam. Unglaubliche acht Tore erzielte Ernst I, vier Treffer gelangen Ernst II und ein Tor steuerte Szabo bei – Endstand 13:0!

Die vierte Runde der 1. Klasse – Gruppe Mitte bot am Sonntag-Vormittag einen wahren Kracher, denn die beiden Spitzenmannschaften aus Eisenstadt und Antau standen sich gegenüber. Nur die erste halbe Stunde konnten die Antauer einigermaßen Widerstand leisten, doch dann übernahm der SCE zu fast 100 Prozent das Kommando. Ohne sich sonderlich anzustrengen, gewann der SCE dieses Spiel klar mit 5:0.
In der 2. Klasse – Gruppe Mitte ruhte hingegen der Spielbetrieb an jenem Wochenende Ende September 1949.

Der Siegeslauf des SCE ging auch in der nächsten Runde munter weiter: Diesmal gastierten die Hauptstädter in Stinkenbrunn (wurde Jahre später in Steinbrunn umbenannt) und siegten 4:0.
Die NEWAGler mussten aber noch bis zum nächsten Wochenende warten, denn das Spiel gegen Großhöflein fand nicht statt.

Aufgrund des Länderspieles der österreichischen Nationalmannschaft gegen die Nachbarn aus der Tschechoslowakei, ruhte der Großteil des Meisterschaftsbetriebes. Das selbe gab es auch am nächsten Wochenende – da stand unter anderem das Spiel von Landesmeister SC Oberwart gegen eine Eisenbahnerauswahl aus Schweden auf dem Programm, das 0:0 endete.

Dann ging es auch endlich wieder für die Eisenstädter Klubs los und ihre geduldigen Fans konnten sich über zwei tolle Spiele freuen. Der SCE gewann sein Spiel nach hartem Kampf gegen Draßburg 2:1 und in der 2. Klasse – Gruppe Mitte trafen sich die beiden Top-Mannschaften Leithaprodersdorf und NEWAG. Zur Pause stand es 2:1 für NEWAG Eisenstadt, und am Ende gab es ein gerechtes 3:3, wobei die Prodersdorfer zwei Elfmeter verwandeln konnten.

Auch im nächsten Spiel musste sich der SCE gehörig anstrengen, denn die Grünweißen aus Stöttera standen tief und wussten ihr Tor geschickt zu verteidigen. Dem einzigen Treffer, der an diesem Tag – für den SCE – fiel, soll aber ein Handspiel vorangegangen sein, das Tor zählte aber.
Auch bei den Elektrikern lief es an diesem Tag nicht allzu gut, dennoch konnten sie ihr laues Spiel gegen den SV Mörbisch 4:1 gewinnen.

Die nächste Runde hatte für den treuen SCE-Fans aber einiges an Toren zu bieten, fegten die Roten doch glatt mit 13:1 über den SC Wiesen hinweg! Am Sportplatz in Wiesen spielten die Eisenstädter die Hausherren in Grund und Boden. Sieben Tore steuerte Luckenberger bei, Juschitz traf zweimal, ebenso Barisits, Klampfer und Csini trugen sich ebenfalls in die Schützenliste ein.
NEWAG hatte wieder spielfrei und vielleicht war ja der ein oder andere Elektriker als Spion beim Nachtragsspiel des SCF Rust gegen die Sankt Margarethener dabei, das die Ruster mit 12:1 gewannen.

In der 1. Klasse – Gruppe Mitte gab es in der 9. Runde eine echte Überraschung, denn es geschah etwas, was niemand für möglich gehalten hatte: Der SCE gab erstmals einen Punkt ab! Die Gäste aus Sauerbrunn kämpften aufopferungsvoll und wurden mit einem 1:1 belohnt. Dafür gab es am nächsten Sonntag wieder einen klaren Sieg zu bewundern. In Zillingtal siegte der SCE mit 5:1. Das Spiel wurde sehr hart geführt und nur der Besonnenheit einiger Spieler war es zu verdanken, dass es nicht abgebrochen wurde.
Von NEWAG Eisenstadt bekam man hingegen keine Infos mehr zu lesen, das letzte Herbstspiel gegen Großhöflein dürfte aber jedenfalls gewonnen worden sein (aber auch möglicherweise strafverifiziert), da der SC NEWAG Eisenstadt mal kurz als Herbstmeister genannt wurde (müssten dann punktegleich mit dem SV Leithaprodersdorf an der Spitze gelegen haben – nur das Torverhältnis sprach für die Elektriker).

Der SC Eisenstadt hatte hingegen noch ein Spiel auszutragen. Bei dieser Partie gegen den SV Schattendorf gaben sie sich keine Blöße und gewannen überzeugend mit 8:1. Die Tore erzielten Luckenberger (4), Csini (2), Fuhrmann I und Rippel.

Anfang März 1950 ging die Frühjahrsmeisterschaft mit dem Spiel des SCE gegen Klingenbach los. Wieder war Siegendorf der Ort des Spieles und musste knapp 15 Minute vor dem Ende beim Stand von 8:1 für die Eisenstädter abgebrochen werden. Schon in der ersten Halbzeit verletzten sich zwei Klingenbacher und in Hälfte Zwei konnten gleich drei nicht mehr weiterspielen, wodurch der Schiedsrichter gezwungen war, dem Kick ein Ende zu bereiten.
NEWAG musste sich noch auf den Saisonstart gedulden, testete aber gleich einmal gegen Ligakonkurrent Mörbisch – und gewann 10:1.

Der SCE besserte auch in der nächsten Runde sein Torverhältnis gehörig auf, denn gegen Wimpassing wurde ein 9:0-Sieg erzielt.

In der 14. Runde der 1. Klasse – Gruppe Mitte kam es zum Duell Zweiter gegen Erster: Antau vs. SC Eisenstadt.

Von diesem Spiel möchte ich den BF-Artikel wiedergeben:
DIE HAUPTSTÄDTER SETZTEN SICH AUCH GEGEN DEN TABELLENZWEITEN DURCH – BEDAUERLICHER ZWISCHENFALL IN ANTAU
Die Hauptstädter erwiesen sich auch im Spiel gegen den Tabellenzweiten Antau als die eindeutig bessere Mannschaft. Die Eisenstädter waren den Hausherren in allen Mannschaftsteilen und technisch turmhoch überlegen. Peinsipp in der Verteidigung war nicht zu umgehen. Auch die Läuferreihe ließ den gegnerischen Angriff nie zur Entfaltung kommen. Im Angriff klappte es diesmal wie am Schnürchen. Luckenberger und Fuhrmann stachen besonders hervor. Einige Minuten vor Schluß beging ein Antauer an Fuhrmann ein Foul. Zwischen den beiden Spielern entstand eine Meinungsverschiedenheit, den die Antauer Zuschauer benützten, um das Spielfeld zu stürmen. Die Eisenstädter Spieler waren einer regelrechten Treibjagd ausgesetzt, auf beiden Seiten gab es Verletzte. Es wird nicht nur in einigen Fällen ein gerichtliches Nachspiel geben, sondern auch die Antauer werden durch den Verband eine harte Strafe zu erwarten haben.

Das Spiel endete übrigens mit einem 7:1-Sieg (!) des SCE.

NEWAG Eisenstadt begann hingegen den Rückrundenstart mit einem hart erspielten 3:2-Sieg gegen den SCF Rust.

Dann konnten sich die Gemüter etwas abkühlen, stand doch der Ländercup gegen die Steiermark auf dem Programm, weshalb es zu keinem Meisterschaftsspiel kam. Die Steirer siegten 5:2 und der Burgenländische Fußball-Meister SC Oberwart gastierte bei Hertha Graz, wo sie 3:4 unterlagen.

Das nächste Spiel des SCE stand unter keinem guten Stern, verletzte sich doch Csini schon in der siebten Minute schwer, wodurch sie nur noch zu ehnt weiterspielen konnten (Wechselspieler gab’s damals ja noch nicht). Am Ende konnte der SCE über das torlose Remis gegen Stinkenbrunn noch glücklich sein.
NEWAG Eisenstadt konnte sich zwar über einen 6:0-Sieg über Trausdorf freuen, doch da die Leithaprodersdorfer erneut einen hohen Sieg feierten (diesmal 12:0 gegen die mehr als überforderten St. Margarethener) übernahm der Kontrahent jenseits des Leithagebirges die Tabellenführung.

Der SCE kam auch am nächsten Wochenende nicht in Fahrt und musste sich mit einem 1:1 gegen die Edelweißelf aus Draßburg zufrieden geben. Diesen weiteren Patzer machte sich Antau zu Nutzen und rückte bis auf vier Punkte an die Hauptstädter heran, die aber ein imposantes Torverhältnis von +68 vorzuweisen hatten.
In der 2. Klasse – Gruppe Mitte gab es dafür wieder einen Wechsel an der Tabellenspitze. Leithaprodersdorf gewann zwar gegen Rust mit 4:1, doch der 10:2-Sieg von NEWAG über Müllendorf katapultierte die Firmenelf wieder auf Platz Eins.

Nun aber stand Ostern vor der Tür und damit Turniere sowie Freundschaftsspiele auf dem Programm der heimischen Fußballklubs: Der SCE bestritt das Ablösespiel für Bögl gegen Hornstein und gewann mit 2:1. NEWAG Eisenstadt testete gegen die ärgsten Verfolger des SCE, die Antauer. Der Zweite der 1. Klasse hatte gegen den Ersten der 2. Klasse nichts zu bestellen und unterlag klar mit 1:5 – ein Achtungserfolg für die Elektriker aus Eisenstadt.

Als es dann wieder um Punkte ging, patzte der SCE erneut. Diesmal nur 2:2 in Stöttera, doch dank der 0:3-Niederlage der Antauer gegen Sauerbrunn vergrößerten die Eisenstädter sogar ihren Vorsprung in der Tabelle. Am Sonntag gastierte dann NEWAG Eisenstadt in St. Margarethen und mussten sich beim 16:0 nicht allzu sehr anstrengen. Nach elf Runden kreisten die Elektriker und die Mannen vom SV Leithaprodersdorf punktegleich an der Tabellenspitze – lediglich das Torverhältnis trennte die beiden Teams.

Die schon unheimliche Unentschieden-Serie des SCE endete dann im Spiel gegen den SC Wiesen. Die Landeshauptstädter gewannen 4:0 und da Antau gegen Zillingtal nur 2:2 spielte, stand der SCE bereits als Meister der 1. Klasse – Gruppe Mitte fest.
NEWAG Eisenstadt konnte beim 3:0 über Großhöflein zwar nicht überzeugen, doch dies wird ihnen wohl mehr als egal gewesen sein…

Wie schon im Herbst, so kam der SCE auch im Frühjahr gegen Sauerbrunn nicht über ein Remis hinaus – diesmal trennten sich die Mannschaften 3:3.
In Eisenstadt war die Aufmerksamkeit aber auf das Spitzenspiel der 2. Klasse – Gruppe Mitte zwischen NEWAG und Leithaprodersdorf gerichtet, das die Gäste mit 3:1 für sich entschieden. Damit war der Meistertitel für NEWAG – und der damit verbundene Aufstieg – wohl vertan, denn es gab nur noch eine Meisterschaftsrunde und die Möglichkeit einer Niederlage der Prodersdorfer war sehr gering.

Der SCE siegte dann gegen Zillingtal mit 4:1 und NEWAG bezwang am Neusiedler See die Mörbischer mit 8:2 und wartete nun auf das Spielergebnis des Tabellenführers. Als die Nachricht eintraf, war es Gewissheit: In seiner ersten Meisterschaft wurde der SC NEWAG Eisenstadt Vizemeister, denn Leithaprodersdorf gewann gegen Müllendorf klar mit 9:0.

Das vorletzte Meisterschaftsspiel bestritt der SCE mit einer Verlegenheitstruppe in Schattendorf und musste sogleich die erste Saisonniederlage hinnehmen – 2:4!

Das Meisterschaftsfinale ließ dann aber noch auf sich warten, denn Pfingsten samt seinen Turnieren wurde gefeiert. NEWAG nahm am Pfingstturnier in Klingenbach teil und wurde nach einem 5:0-Sieg über die Gastgeber und einer 1:3-Niederlage gegen den späteren Gewinner Wulkaprodersdorf Zweiter. Der SCE trat zum Freundschaftsspiel in Hornstein an und kam mit seinem zweiten Anzug zu einem 2:2-Unentschieden.
Übrigens: Zu Pfingsten 1950 gastierte Stöttera beim eben neu gegründeten Verein in St. Georgen und gewann mit 8:2.

Sein letztes Spiel gewann der SCE dann daheim gegen Pöttsching mit 11:0 und beendete die Meisterschaft mit neuen Punkten Vorsprung sowie einem Torverhältnis von 107:20! Vizemeister wurde Antau, dahinter punktegleich Stinkenbrunn sowie Sauerbrunn.
NEWAG Eisenstadt wurde nach einer imposanten Saison (12 Siege, 1 Remis, 1 Niederlage) nur vom SV Leithaprodersdorf übertroffen. Dritter wurde der SCF Rust.
In der obersten Liga des Burgenlandes wurde Siegendorf mit einem Punkt Vorsprung vor dem ASV Neufeld Meister. Dritter wurde Titelverteidiger SC Oberwart und auf dem vierten Rang landete der SC Pinkafeld.

Für den SC Eisenstadt war die Meisterschaft der 1. Klasse zwar beendet, doch den Aufstieg in die Landesliga hatten sie damit noch nicht geschafft. Sie mussten sich nämlich mit den drei übrigen 1. Klasse-Meistern um den Aufstieg duellieren.

Vor den Qualifikationsspielen wurde wieder ordentlich getestet: Der SCE gewann gegen eine Auswahl des Deutschen Volkstheaters aus Wien mit 17:1 und NEWAG verlor gegen die Mattersburger 1:8. Dann gewann der SCE gegen den ESV Bruck/Leitha 3:2 (alle drei Tore durch Fuhrmann) und NEWAG gewann gegen Zillingtal 2:0 sowie gegen den ASV Frauenkirchen 4:2.

Doch dann war es endlich soweit. Die Qualifikation zur Landesliga stand an. Vier Teams stritten sich um drei Aufstiegsplätze. In der BF stand, dass dem Meister ASV Kittsee acht Punkte durch Sperre abgezogen wurden, wodurch die Gruppe Nord durch den SC Parndorf vertreten wird und die Gruppe Süd wird statt Jennersdorf (verlor zwei Punkte durch Sperre) nun Großpetersdorf aufbieten. Dazu gesellte sich Lackenbach sowie der SCE.
Wir wären aber nicht in Österreich, würde sich so etwas nicht schnell ändern – für die Kittseer zumindest. Die durften dann nämlich doch als Meister in die Qualifikation gehen.

Für den SCE begann der Vergleich mit den anderen Meistern katastrophal, denn in Großpetersdorf setzte es eine derbe 0:3-Niederlage. Und auch im hohen Norden in Kittsee gab es ein 0:2 zu beklagen. Nach zwei Runden führte Großpetersdorf mit vier Punkten vor Lackenbach und Kittsee mit je zwei Punkten und der SCE lag mit null Punkten und 0:5 Toren an letzter Stelle.
In Eisenstadt präsentierte sich der SCE dann in alter Form und fegte Lackenbach mit 7:0 vom Platz, wodurch sie sich sogar auf Platz Zwei der Tabelle katapultierten. Großpetersdorf stand zu diesem Zeitpunkt schon in der Landesliga, hatten sie doch die ersten drei Partien gewonnen. Gegen eben diese Großpetersdorfer gelang dem SCE daheim ein 4:0-Sieg. Luckenberger gelang ein Hat-Trick und Peinsip steuerte auch noch ein Tor bei.
Auch gegen Kittsee konnten sich die Eisenstädter revanchieren, siegten 4:2 und schafften damit den Aufstieg in die Burgenländische Landesliga.
Zum letzten Spiel in Lackenbach traten die Hauptstädter mit sieben Ersatzleuten an und unterlagen den hart spielenden Hausherren 3:5. In der Endabrechnung wurde der SCE hinter Großpetersdorf Zweiter und Kittsee folgte dem Duo als Dritter in die Landesliga.

Aber auch für NEWAG Eisenstadt endete die Saison 1949/50 noch mit Aufstiegsfreuden, denn nach einem Beschluß des Gruppenausschusses der Gruppe Mitte trugen Draßburg (Vorletzter der 1. Klasse Mitte) sowie die Vizemeister der 2. Klasse (NEWAG und Wulkaprodersdorf) ebenfalls Qualifikationsspiele um den Verbleib beziehungsweise Aufstieg in die 1. Klasse aus. Das erste Spiel ging in Eisenstadt über die Bühne und NEWAG gewann gegen die jungen Wulkaprodersdorfer mit 6:1.
Beim zweiten Spiel war Draßburg Favorit gegen die Wulkaprodersdorfer, doch die gaben sich mit der Rolle des Schlachtopfers nicht zufrieden und erreichten ein 1:1. Währenddessen testete NEWAG Eisenstadt gegen den SC Neusiedl, der in der Landesliga spielte. Zehn Minuten vor dem Ende lagen die Elektriker mit 7:0 in Front, am Ende hieß es 7:3 für NEWAG.
NEWAG trat dann in Draßburg an, spielte 2:2 unentschieden und führte die Tabelle mit einem Punkt vor der Edelweißelf an.
Einen großen Schritt in Richtung 1. Klasse tat NEWAG Eisenstadt in Wulkaprodersdorf, wo sie knapp 2:1 gewannen.
Da die Wulkaprodersdorfer anschließend Draßburg 4:1 besiegten, stand der Aufstieg von NEWAG Eisenstadt bereits vor dem letzten Spiel fest!

Das letzte Spiel gegen Draßburg wurde zu einer klaren Sache für die Firmenelf. Das Spiel wurde übrigens am Sportplatz des SV Wulkaprodersdorf abgehalten und sah die Elektriker nach schönem aber einseitigem Spiel als überlegenen 7:0-Sieger vom Platz gehen. NEWAG Eisenstadt gewann die Qualifikation mit sieben Punkten vor Wulkaprodersdorf mit drei sowie Draßburg mit zwei Punkten. Doch nur Tage später gab es eine neue Gruppen und Klasseneinteilung im BFV, wodurch die eben erst gespielte Qualifikationsrunde für die Fisch‘ aber immerhin Grund genug, um hier davon zu berichten, war.
NEWAG wurde samt seinen Liga-Kontrahenten Leithaprodersdorf und Rust der 1. Klasse A zugeteilt.

Nach den Feierlichkeiten rund um die jeweiligen Aufstiege spielte eine Jugendmannschaft des SCE gegen den neuen Verein aus St. Georgen und gewann mit 2:1, womit die Vorbereitung auf die neue Saison eingeleitet wurde. So testete der SCE unter anderem daheim gegen den SC Red Star aus Wien (1:2). Das Vorspiel bestritt eine Seniorenauswahl des SCE gegen eine Schiedsrichterauswahl der Gruppe Mitte, das die alten SCEler 4:1 gewannen. Und das Rückspiel zwischen den Schurldorfern und der Jugend des SCE endete 3:3.
Es kam auch zum Elektriker-Derby zwischen NEWAG Eisenstadt und NEWAG Wiener Neustadt, das die Eisenstädter 1:0 für sich entschieden und am 15. August 1950 kam es zum Eisenstädter STADT-DERBY! Der SCE traf auf NEWAG und gewann 4:3!

Zum Schluß dieses Berichts über den ersten Meistertitel des SC Eisenstadt sowie über den Saisonverlauf von NEWAG Eisenstadt möchte ich erwähnen, dass der SCE in der Landesliga 1950/51 viel Lehrgeld zahlen musste und gleich wieder abstieg. NEWAG Eisenstadt hingegen wurde sogleich Meister der 1. Klasse A und belegte in der Landesliga 1951/52 den hervorragenden fünften Platz. Der SCE wiederum holte sich 1951/52 seinen zweiten Meistertitel, schaffte dadurch den direkten Wiederaufstieg, konnte sich aber wieder nicht in der Landesliga halten. Nur die Fusion der beiden Eisenstädter Klubs rettete den SCE vor dem erneuten Abstieg… der Rest ist Geschichte.

Dem interessierten Leser sei an dieser Stelle die Chronik „100 Jahre SC Eisenstadt“ ans Herz gelegt.

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