Ostern 1966

Was damals so alles im rot-goldenen Land mit dem Adler des Geschlechts der Mattersdorfer im Wappen geschah:

Traditionell ruhte zu den Osterfeiertagen der Ligabetrieb in der Alpenrepublik, so auch im jüngsten Bundesland – dem Burgenland. Es war aber eine ebensolche Tradition, dass man die Feiertage dazu nutzte um Turniere auszutragen bzw. gegen große, berühmte Vereine zu spielen. Teams wie Bayern München (gegen die Austria), 1860 München (v. SK Rapid) sowie der Meidricher SV aus Duisburg (in Innsbruck gegen Wacker) verirrten sich aber nichts ins Burgenland. Ebensowenig ging es auf eine Auslandsreise wie beispielsweise die echte, alte Admira (in Berlin gegen Hertha BSC) und die Vienna (zu Gast beim FSV Mainz 05) taten.
Nein, im Burgenland ging es beschaulicher zu. Man nutzte die Ostertage aber auch, um sich mit Teams jenseits der Landesgrenzen zu messen:

Der I. Simmeringer SC aus der Nationalliga gastierte im Mittelburgenland beim SV Deutschkreutz und musste sich sogar mit 1:2 geschlagen geben.

Der zweite Kreutzer Verein – der ASKÖ Deutschkreutz – trat einen Tag nach dem SV gegen den SC Wacker an. Die Meidlinger, die laut BF „nicht in vollster Kriegsstärke“ antraten, kamen aber dennoch zu einem 3:1-Sieg.

Der Sportclub Freistadt Rust hatte das Ostliga-Spitzenteam 1. Schwechater SC zu sich in die Weinstadt geladen, wurde aber vor gut 400 Zuschauern von den Bierstädtern klar überrollt. 3:11 lautete der Endstand. Im Tor der Ruster stand damals der berühmte Fritz Enz!

Der I. Simmeringer SC war indes weiter über den Geschriebenstein nach Rechnitz gereist und legte den Heimischen gleich acht Eier ins Netz, womit die Niederlage in Deutschkreutz wieder halbwegs gut gemacht wurde.

Der von Lackenbach eingeladene WAC siegte klar mit 7:1 und der SC Pinkafeld trennte sich vom steirischen ATUS Feldbach mit 2:2.

In Oberwart kam es zum Klassiker gegen den ASV Siegendorf. Die Zuckerleute aus dem Landesnorden waren dem SC aus dem Landessüden klar überlegen und siegten mit 4:0 Toren.

Dafür gastierte der SK Sturm Graz beim zweiten Oberwarter Klub – dem ASKÖ – und siegte knapp mit 3:2, um dann am nächsten Tag in Rudersdorf mit 5:4 zu gewinnen.

Und was tat der SC Eisenstadt? Der hatte am Ostermontag das österreichische Amateur-Nationalteam zu Gast. Gut 400 Zuschauer kamen ins Lindenstadion, um auch gleich drei SCEler im Dress des Amateurteams zu sehen, das in ein paar Wochen zum ersten Länderkampf antrat (mehr über das Amateurteam ist in der Chronik des SCE sowie im Buch „ostwärts“ – aber auch anderswo – zu finden).

Für dieses Spiel stellte der SCE die Spieler Granabetter, Soleder und Breyer ab und traten selbst mit einer bunt zusammengewürfelten Mannschaft an. Dafür lieferte der SCE aber eine halbwegs gute Figur ab und das Amateurteam tat sich mit seinem verordneten 4-2-4-System etwas schwer. Schon in der 16. Minute hatte der SCE die dicke Chance auf das Führungstor, doch Kusolits knallte den getretenen Penalty an die Latte. Das einzige Tor des Tages schoß aber dennoch ein Eisenstädter, nämlich Reiter in der 61. Minute, wodurch der SCE das Amateur-Nationalteam mit 1:0 schlagen konnte.

Die Mannschaften von damals:
SC EISENSTADT: Schorn, Murzek, Kusolits, Hitzel, Losonsky (Reiter), Schaling (Stadler), Stadler (Leskovich I), Kommanovits, Leskovich II, Schüller, Hanbauer

AMATEURTEAM ÖSTERREICH: Zacsek V, Böhm, Zacsek III [davon dürfte es einige gegeben haben], Auracher, Haider (Erhart), Breyer, Granabetter, Soleder, Wallner, Klement (Burgholzer), Simeoni

Am Ostersonntag, den 10. April 1966, fand zudem noch ein Jugendturnier in Eisenstadt statt. Teil Eins sollte von 9 bis 12 Uhr absolviert werden und nach einer Ruhepause war vorgesehen, dass das Turnier von 15 bis 18 Uhr fortgesetzt würde.

Neben dem Jugend-Team des SCE nahmen noch jene aus Leithaprodersorf und Siegendorf daran teil.
Das erste Spiel gewann der SCE gegen Leithaprodersdorf mit 2:1 und anschließend siegte Siegendorf gegen die Prodersorfer mit 3:0, womit der Tabellenletzte bereits feststand, der Sieger aber in einem echten Finale ermittelt werden konnte. Wie auch immer der Spielverlauf ausgesehen hat, manifestiert hat sich das Ergebnis von 2:0 für die SCE-Jugend, die sich damit den Turniersieg holte und den dafür vorgesehenen Pokal überreicht bekam.

Dies ist der Pokal von damals:

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter 60er-Jahre veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.