Die „Roten Husaren“ (08/1969 – 07/1975) – Teil I – Der bittere Abstieg

Wie schon am Ende des Beitrages „Jour ordinaire“ erwähnt, begann das Zeitalter der Roten Husaren am 23. August 1969, als beim Auftaktspiel der Saison 69/70 erstmals die Dressen mit der Aufschrift „ROTER HUSAR“ getragen wurden.

© Gerhard Tinhof / sce1907.wordpress.com

Werfen wir nun einen Blick auf dieses Zeitfenster in der SCE-Geschichte, das aufgrund des Sponsorennamens so prägend war:

Die „BF“ berichtete über den neuen SCE-Sponsor: Mit dem Titel der Weinmarke des bekannten Weingutes Sepp Höld aus St. Georgen auf den Dressen werden die Hauptstädter künftighin alle Spiele bestreiten. Sepp Höld hat sich dem SCE als Mäzen zur Verfügung gestellt.

Die ersten „Roten Husaren“ waren: Schorn (72., Grasz), Hitzel, Enz, Szabo, Hanbauer, Eisele, Komanovits, Leskovich (64., Rohrer), Horvath, Varga, Thometich.

Die zweite Runde führte die Eisenstädter ins Bundesstadion Südstadt, wo Admira-Energie wartete, dessen Angstgegner man war.
Vor 2.500 Zuschauern (unter denen auch ein paar unentwegte Eisenstädter Fans waren) gelang dem Isländer Hermann Gunnarsson in der 48. Minute sein erstes Tor für den SCE, das zugleich das erste Tor in der Geschichte der „Roten Husaren“ war. Mehr über Gunnarsson in „Jour ordinaire“.

SCE-Trainer Pfeiffer konnte zufrieden sein, denn es gab am Ende ein 1:1-Unentschieden – auch wenn Alfred Eisele gleich in der 3. Minute nur die Latte traf und ein Elferfoul an Gunnarsson in der 16. Minute nicht gegeben wurde. Der später zweimalige SCE-Trainer Felix Latzke traf in der 71. Minute für die vor Energie sprühenden Admiraner.

Faksimile – BF-Onlinearchiv:

Zu diesem Zeitpunkt wurde auch verkündet, dass ab sofort Meisterschaftsspiele unter künstlicher Beleuchtung ausgetragen werden können. Der SCE wollte von dieser ÖFB-Maßnahme auch Gebrauch machen und zukünftig in den Sommermonaten seine Meisterschaftsspiele bereits Freitag abends unter Flutlicht austragen.

Nun aber – noch an einem Samstag – fand das Spiel gegen die Millionentruppe aus Wattens statt. Um mehr Zuschauer ins Lindenstadion zu locken, wurde Gewinnspiel angekündigt, bei dem drei Photoapparate als Preis warteten.
Immerhin kamen gut 6.500 in den Schloßpark, mussten aber die Überlegenheit der Swarovski-Kicker akzeptieren. Das einzige Tor des Tages fiel kurz vor dem Pausenpfiff für die WSG Wattens. Wieder 0:1 verloren. Mit Admira-Energie, dem FC Dornbirn und der Austria aus Salzburg gab es nach drei Runden aber (noch) drei Teams, die schlechter in der Tabelle waren.

Die Meisterschaft ging auf der berühmten Pfarrwiese im Westen Wiens weiter. Doch dort setzte es für die völlig inferior spielenden Roten Husaren eine üble 0:5-Abführ, bei der Bjerregaard (2), Redl (2) und Flögel die Tore für den SK Rapid erzielten.

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Danach wurde ordentlich Staub aufgewirbelt: (BF) Pfeiffer nicht mehr SCE-Trainer!
Wie eine Bombe schlug die Kündigung von Walter Pfeiffer als Trainer beim SC Eisenstadt in der Fußballwelt ein. Nach dem Spiel gegen Rapid hatte das Direktorium des SC Eisenstadt beschlossen, Pfeiffer ab sofort die Betreuung der Mannschaft zu entziehen.
Die Gründe für diesen Entschluß waren die schlechten taktischen Ratschläge, die Pfeiffer dem Team vor jedem Spiel gab. Vor dem Treffen mit Rapid hatte der Betreuer der Mannschaft überhaupt keine taktische Order mitgegeben.
„Dieser Weg ist der beste“, erklärte Dr. Tschank. „Wir haben Pfeiffer mehrmals aufmerksam gemacht, daß der eine ordentliche Spielerbesprechung abhalten soll. Leider hat er dies unterlassen, so daß wir uns zu diesem Schritt gezwungen sahen.“
Pfeiffers Kommentar: „Man hat mir keinerlei Chancen gegeben! Ich glaube, man kann mir nicht nach fünf Spielen, nur weil diese nicht das gewünschte Resultat erbringen, die Betreuung der Mannschaft entziehen. Schade, ich hätte die Mannschaft gerne weiter betreut.“

Unter der Betreuung von Dr. Szomoray ging es dann ins Heimspiel gegen den GAK, nach dem es von den 2.000 Zuschauern gellende Pfiffe hagelte. 0:3 verlor der SCE und rutschte ans Tabellenende.

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(BF) Präsident Horvath: „Die Mannschaft hat total versagt. Jetzt heißt es Kopf hoch und hoffnungsvoll in die Zukunft blicken.
Dr. Tschank: „Eine Katastrophe diese Leistung!“
Heisler: „Ich bin furchtbar enttäuscht. Dr. Szomoray hat vor dem Spiel eine lange Besprechung abgehalten. Jeder Punkt wurde genau durchgenommen. Im Spiel selbst war alles vergessen.“
Sektionsleiter Kusolits: „Ich bin entsetzt!“

Am nächsten Wochenende war Spielpause, da das Nationalteam in Wien auf Deutschland traf (1:1). Alfred Eisele heiratete an diesem Samstag und der SC „ROTER HUSAR“ Eisenstadt suchte einen neuen Trainer.

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Einer wurde es nicht: (BF) Kein Platz für Curgaly beim SCE.
Josef Curgaly, seines Zeichens ehemaliger Trainer beim vorjährigen Europacup-Sieger Slovan Bratislava, ist vom SC Eisenstadt schwer enttäuscht. Wie wir bereits berichteten, weilten SCE-Präsident Horvath und Obmann Dr. Tschank in der Slowakei, um sich nach einem geeigneten Trainer umzusehen. Unverrichteterdinge mußten allerdings die SCE-Funktionäre wieder abreisen, da keine Annäherung erreicht wurde. Nach dieser Reise setzte sich dann Präsident Horvath mit Dr. Schleger in Verbindung und holte den Betreuer wieder nach Eisenstadt.
Wie wir jedoch erfahren konnten, wäre am vergangenen Wochenende für Curgaly die Freigabe des tschechischen Verbandes sowie der Portkommission in Prag fixiert gewesen. Außer Curgaly, der übrigens in der CSSR einen ausgezeichneten Namen besitzt, wären sogar noch drei weitere Trainer mit A-Lizenz frei gewesen. Wie wir von Curgaly erfahren konnten, hat er fest mit einer Übersiedlung nach Eisenstadt gerechnet und ist nun verständlicherweise sehr enttäuscht, daß es nicht geklappt hat. Pikanterie am Rande: Unter Curgalys Fittichen kam der bekannte Slovan-Stürmer Jokl groß heraus. Auch Cvetler ist Curgalys Entdeckung.

Der Slowake, der aber keineswegs Trainer bei Slovan war, als diese gegen den FC Barcelona des Finale des Cup der Pokalsieger gewannen, wurde also nicht zum SCE-Trainer ernannt. Dafür feierte Dr. Schleger ein Comeback im Lindenstadion.

(BF) Er ist wieder da!
Nun hat ihn also der SC Eisenstadt wieder! Wen? Dr. Schleger natürlich! Vor knapp einem halben Jahr forderte man im Vorstand stürmisch seine Absetzung als Trainer; kurz vor Ende der Meisterschaft, scheinbar rettungslos verloren, trennte man sich dann endlich von Doktor Schleger, nachdem es einige unliebsame Zwischenfälle innerhalb und auch außerhalb des Klubs gegeben hatte.
Es mutet eigentlich wie ein Witz an, wenn man jetzt sagt, reumütig holte man den Mann zurück, der Eisenstadt den Aufstieg in die Nationalliga ermöglicht hat. Ein Witz deshalb, weil man vor vier Monaten mit diesem Mann ein Kapitel der Klubgeschichte abgeschlossen hatte.
Nun, nur scheinbar, denn jetzt ist Dr. Schleger wieder als Trainer beim SCE tätig. Mir klingen noch die Worte im Ohr, die Doktor Schleger damals prophezeit hatte. „In dieser Saison wird der Verein absteigen!“
So sagte der Tierarzt damals. Und er sagte es jedem, der es hören wollte. Ja, man schied damals offiziell in beiderseitigem Einvernehmen. Inoffiziell sah die Sache allerdings etwas anders aus. Es gab verschiedene Differenzen innerhalb des Vereines, und Dr. Schleger war daran nicht unbeteiligt.
Mit der Trennung von dem Betreuer haben sich einige Herren beim SCE bis heute nicht abgefunden. Zu jeder Zeit wurde der Abgang von Dr. Schleger bedauert, obwohl es doch kaum erwiesen ist, ob mit Dr. Schleger in der Vorsaison der NL-Verbleib garantiert gewesen wäre.
Es kriselte beim SCE eigentlich schon nach der ersten Niederlage gegen den LASK. Egal, ob damals Pfeiffer oder ein Merkel an der Arbeit gewesen wäre, einige Verantwortliche beim Klub haben nur die ehemalige Arbeit Schlegers vor Augen. Sie haben jetzt immerhin die Genugtuung, ihr Ziel erreicht zu haben. Daß dabei einige Leute sozusagen auf der Strecke bleiben, ist Nebensache. Gute Leute, die sich um den burgenländischen Fußballsport schon verdient machten.
In der Vorwoche erklärte ein Funktionär des SCE, wenn man Dr. Schleger wieder zurückholen würde, wäre dies ein Schildbürgerstreich. Dabei war jener Funktionär kein sogenannter „Gegner“ von Dr. Schleger! Daß er klein beigeben mußte, wenn der „Oberste“ ja sagt, erscheint verständlich.
Ich glaube, viele Leute beim SCE sind mit den jetzigen Vorgängen nicht einverstanden. Sie schweigen jedoch. Vielleicht ist dies ein Fehler, doch haben sie zuwenig Möglichkeiten, um in dieser Hinsicht ihre Meinung zu vertreten.
Der Klub wird in den nächsten Wochen schwere Zeiten durchstehen müssen. Denn man erwartet jetzt in der Öffentlichkeit Erfolge. Wenn diese Erfolge – sprich Siege – nicht eintreffen, kann man sich ausmalen, wie der Anhänger reagieren wird. Eine Ausrede gibt es jetzt nicht mehr. Von 30 Runden sind nämlich erst fünf gespielt.
Den, wie so viele sagen, verfahrenen Karren wieder anzukurbeln, ist nicht leicht. Doktor Schleger schaffte es vor vier Monaten nicht; Pfeiffer auch nicht in der jüngsten Zeit; vielleicht aber Dr. Schleger jetzt! – Günter Kempter

Auch das gemeine Fußballvolk wurde befragt:
Was sagen Sie zur Rückkehr von Doktor Schleger zu Eisenstadt?
Otto Berger, 30, Eisenstadt: „Für mich zählt bei diesem Problem nur der sportliche Aspekt. Eisenstadt muß in der NL-Liga bleiben. Wenn Dr. Schleger der richtige Betreuer dafür ist, ist die Entscheidung richtig. Man sollte ihm die Alleinverantwortung für alles geben, nur dadurch ist die Mannschaft zu retten. Zu seiner Rückkehr? Wenn ich an seiner Stelle wäre, käme ich nicht mehr nach Eisenstadt.“

Willibald Warscha, 23, Eisenstadt: „Ich war ein ausgesprochener Gegner von Doktor Schleger, sehe jetzt aber in seiner Rückkehr die einzige Chance oben zu bleiben. In taktischer Hinsicht ist Schleger kaum zu übertreffen. Spielerisch ist er ein Egoist, denn es muß alles nach seinem Kopf gehen. In menschlicher Hinsicht kann er seich leider nicht anpassen. Dennoch, die jetzige Entscheidung ist richtig.“

Josef Steiger, 55, Eisenstadt: „Mit Dr. Schleger haben wir vor zwei Jahren um den Verbleib gezittert. Jetzt beginnt dieses Bangen wieder von neuem. Ich verstehe die Vereinsleitung nicht. Mit seinen taktischen Maßnahmen hat er es sich mit dem Publikum total verscherzt. Jetzt soll er die Rettung herbeiführen? Ich gehe jedenfalls nicht mehr so schnell ins Stadion!“

Gerhard Acker, 25, Purbach: „Ich finde es nicht für schlecht, wenn Doktor Schleger wieder zurückkommt. Dennoch wäre es klug gewesen, einen anderen Trainer zu verpflichten, denn es wird sicherlich einige Reibereien geben. Und wenn Differenzen innerhalb des Klubs auftauchen, wird sich das auch in sportlicher Hinsicht auswirken!“

R. Springschitz, 30, Siegendorf: „Komisch, zuerst entläßt man Dr. Schleger, dann holt man ihn plötzlich wieder zurück? Ich finde diese Entscheidung nicht für richtig und glaube kaum, daß es zum Nutzen der Mannschaft sein wird. Man hat Pfeiffer keine Chance gegeben, sich zu bewähren. Der SCE scheint mir um einiges schwächer zu sein, als vor einem Jahr.

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Der Ligaalltag ging dann im Klagenfurter Lindwurmstadion weiter, wo Solleder in der 82. Minute zum 1:1 traf. Nach dem Schlußpfiff war es wie in alten Zeiten, denn ein paar burgenländische Schlachtenbummler trugen den Helden des Spieles, Tormann Schorn, auf den Schultern vom Spielfeld.

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Am 3. Oktober 1969 gab es dann eine Premiere im Eisenstädter Fußball, denn an jenem Freitag fand das erste Flutlichtspiel im Lindenstadion statt. Gegner war der noch ungeschlagene First Vienna Football Club. Auch nach diesem Spiel blieb die Vienna weiterhin unbesiegt, denn vor gut 2.500 Zuschauern endete diese Partie mit einem 0:0. Immerhin überholte der SCE damit den FC Dornbirn in der Tabelle.

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Zum nächsten Spiel, das ebenfalls ein Heimspiel war, kamen nur 1.500 Zuschauer ins Lindenstadion, und ein Großteil davon pfiff die eigene Mannschaft aus. Am Ende stand der SCE wieder einmal mit leeren Händen da – 0:1 gegen den SK VÖEST aus Linz.

Am Dienstag fand dann in vollster Ruhe die Hauptversammlung des SCE statt. In Abwesenheit von Präsident Horvath, der über ein Schreiben seinen Rücktritt offiziell mitteilen ließ, wurde Dkfm. Paul Fister zum Geschäftsführenden Obmann und Professor Paukovits zum Obmann gewählt. Sektionsleiter wurde Willi Heisler, Kassier blieb Martin Thomschitz.

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In Dornbach gab es dann beim noch unbesiegten Tabellenführer eine böse 1:5-Klatsche. Aber immerhin gab es das dritte SCE-Tor dieser Saison zu begutachten, das von Sauter in der 86. Minute erzielt wurde. Durch diese Niederlage beim Wiener Sport-Club und dem 1:1 der Dornbirner gegen den LASK übernahmen die „Roten Husaren“ auch wieder die „Rote Laterne“ der Nationalliga.

Am kommenden Wochenende mußte die alte Linde, die schon längst alle Blätter fallen ließ, zusammen mit den kaum 800 Personen im Stadion beobachten, wie der SCE nach einem 0:0 zur Pause noch mit 0:4 gegen Wacker Innsbruck unterging.

Ein Zuschauer, der in den letzten Jahren kein Spiel des SCE versäumt hatte, meinte, dass dies das schlechteste Spiel des SC Eisenstadt war, das er je gesehen hatte.

Das Länderspiel-Wochenende (2:0-Sieg in der WM-Quali gegen Schottland) nützte der SCE zum längst überfälligen Ablösespiel für Geza Gallos in Neufeld. Es gab zwar einen 2:1-Sieg, doch die Leistung war genauso mäßig, wie jene in der Nationalliga.
Am Weltspartag schrieben dann einige SCE-Akteure Autogramme in einer Eisenstädter Bank:

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Nach den zwei Debakeln wartete nun das Auswärtsspiel bei der Wiener Austria. Dieses Spiel brachte gleich eine weitere Premiere, denn erstmals spielte der SCE im großen Wiener Stadion, das bei 3.000 Zuschauern aber ziemlich leer wirkte. Ein paar besonders intelligente sorgten für eine peinliche Stimmung, da diese die Burgenländer mit Sprechchören wie „Bauerntrotteln“ und „Arschlöcher“ willkommen hießen.
Im Spiel selbst wäre beinahe der hohe Favorit gestolpert und nach dem Spiel haderte man beim SCE mit dem Schiedsrichtergespann, das nicht erkannt haben soll beziehungsweise erkannt haben will, daß der Ball vor dem Tor durch Hickersberger (86.) bereits im Out war, was auch einige Austria-Spieler zugaben. In der 43. Minute hielt SCE-Keeper Schorn einen vom Siegendorfer Parits getretenen Elfmeter. Am Ende blieb es aber beim 0:1.

Doch dann kam Spiel Nr. Zwölf dieser Saison. Zu Gast im Lindenstadion war der SC Wacker aus Wien-Meidlung, und der wurde gleich mit 5:2 besiegt!

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Auf dem tiefen Terrain stockte dem Großteil der 2.200 Zuschauer in der 8. Minute der Atem, denn Dokupil brachte den SC Wacker mit 1:0 in Führung. Diese war aber nicht von langer Dauer, denn Leskovich traf in der 15. Minute zum 1:1 und zwei Minuten später stellte Hanbauer auf 2:1 und keine fünf Minuten danach stand es schon 3:1 für die Roten Husaren – (Tor: Komanovits). Die Wiener konnten noch auf 2:3 verkürzen, doch kurz vor dem Pausenpfiff traf Solleder zum 4:2 und der Endstand wurde durch Scheidl in der 71. Minute per Foulelfmeter hergestellt.

Vor der imposanten Kulisse von 8.000 Zuschauern am Grazer Sturm-Platz, wo gut 400 Burgenländer anwesend waren, gelang den Eisenstädtern die Sensation. Dank der Tore von Solleder (38.) und Komanovits (83.) gewannen die Roten Husaren gegen die Durisol-Kicker mit 2:0!

Dann kam ein Verein nach Eisenstadt, der über die noch kommenden Jahrzehnte zum wahren Angstgegner des SCE werden sollte – Austria Salzburg. Und auch an diesem Samstag-Nachmittag vor knapp 3.000 Zuschauern setzte es eine vermeidbare 1:2-Niederlage. Scheidl glich in der 80. Minute per Freistoß die Führung der Salzburger aus, doch nur sechs Minuten später traf Kodat zum zweiten Mal ins Tor von Schorn. Der Eisenstädter Siegeszug war gestoppt.

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Die letzte Runde des Herbstdurchganges führte den SCE zum direkten Abstiegskandidaten FC Dornbirn. Nach der  weiten Reise nach Vorarberg wurden die Roten Husaren von einer klirrenden Kälte auf der Birkenwiese begrüßt: Minus 5 Grad bei Schneeboden, der teilweise bis 30 Zentimeter hoch war.
Aber immerhin! 2.500 Zuschauer wohnten diesem Kellerduell bei. Die Gäste aus dem fernen Burgenland waren über weite Strecken der Partie die bessere Mannschaft und in der 64. Minute wurden sie dafür belohnt. Alfred Eisele traf zum 1:0, doch Inama konnte sieben Minuten vor dem Ende noch auf 1:1 stellen.

Somit war die erste Herbstsaison der Roten Husaren zu Ende. Grund zum Jubeln gab es eigentlich keinen und der Blick in die Zukunft machte wohl auch keine große Freude. Um den Klassenerhalt zu schaffen mußte im Frühjahr ein ordentlicher Kraftakt her, denn die Herbsttabelle machte einem keine große Hoffnung. Mit acht Punkten lag man abgeschlagen auf dem vorletzten Platz, vier Punkte Rückstand auf Austria Klagenfurt und fünf auf die zukünftigen Ehepartner Admira und Wacker. In der Heimtabelle lag der SCE an letzter Stelle – nur ein Sieg und ein Remis. Pervers war, dass der SCE aber in der Auswärtstabelle an achter Stelle lag. Fast alle Klubs konnten auswärts nicht überzeugen. Nur Wacker Innsbruck, Austria Wien und der Sport-Club hatten eine positive Auswärtsbilanz.

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Bei der Weihnachtsfeier wurde der ehemalige SCE-Spieler Rudolf Fleck zum Ehrenmitglied ernannt und die Spieler erhielten als kleines Geschenk vom Klub „Wecker“ und „Rote Husaren“.

Man begab sich auf die Suche nach Verstärkungen und im Jänner begann die Vorbereitung auf die wichtige Frühjahrssaison. Höhepunkt war die Ungarn-Reise, bei der zwei Spiele auf dem Programm standen.
Das erste Spiel fand gegen Dosza Eger statt. Der Schiedsrichter hat die Partie aber so sehr beeinflusst, dass die 2:3-Niederlage nicht den Tatsachen entspricht – so die BF damals. Enz und Leskovich trafen für die Roten Husaren.
Das zweite Spiel fand im Budapester MTK-Stadion vor gut 5.000 Zuschauern statt. Alfred Eisele begeisterte die ungarischen Zuschauer mit seinen Dribblings. Zwar ging der ungarische Erstdivisionär bereits in der zweiten Minute in Führung, doch am Ende stand es 1:1. Komanovits schoß in der 51. Minuten den Ausgleich – drei weitere SCE-Tore erhielten keine Ankerkennung.

Der Start ins Frühjahr 1970 hätte gar nicht besser verlaufen können, denn im schneebedeckten Linzer Stadion gewann der SCE gegen den LASK mit 3:1 – nach der frühen Führung der Linzer (2.) trafen Scheidl (26., Freistoß), Eisele (69., Kopftor nach Flanke von Solleder) sowie Komanovits (90.) für die Burgenländer.
Auf dem nicht minder mit Schnee bedeckten Boden im Lindestadion kam dann ein weiterer Punkt hinzu. Da man gegen die Admira aber einen 3:0-Vorsprung leichtfertig aus der Hand gab, konnte man mit diesem 3:3 nicht voll zufrieden sein. Solleder, Eisele und Komanovits schoßen die SCE-Tore.

Für das nächste Spiel reisten die Roten Husaren nach Wattens, wo gerade erst Trainer Pfister entlassen wurde. Der deutsche Spieler Küppers übernahm die Betreuung und stellte auch gleich persönlich in der fünften Minute auf 1:0 für die Tiroler. Vier Minuten später stand es schon 2:0. Der SCE gab das Spiel aber noch nicht verloren. In der 19. Minute traf Solleder zum 1:2 und in der 31. stand es Dank dem Treffer von Rohrer 2:2. Noch vor der Pause stand es aber 3:2 für Wattens und nach dem Schlußpfiff jubelten die Hausherren über einen 4:2-Sieg, der sie von Platz Zehn auf den siebten Tabellenrang hievte.

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Das nächste Spiel – immerhin der Kracher gegen Rapid – mußte aufgrund der katastrophalen Witterungsverhältnisse abgesagt werden.

Somit ging es eine Woche später in Graz gegen den GAK weiter. Gegen die Rotjacken konnte der SCE in seinen fünf bisher ausgetragenen Spielen noch nie gewinnen.
Und der Fluch hielt an: Nachdem Neuwirth die Grazer in der elften Minute in Führung brachte, erhöhte Philiph in der 25. Minute auf 2:0. Knapp vor dem Pausenpfiff gelang Rohrer noch der Anschlußtreffer. In der 61. Minute stellte dann Rebernigg auf 3:1, doch der SCE kämpfte brav weiter und schaffte sogar den Ausgleich: Zunächst verkürzte Komanovits in der 65. Minute auf 2:3, dann glich Scheidl per Foulelfmeter (69.) sogar aus. Dann begann aber das große Unheil eines bis dahin gut spielenden SCElers. Keeper Grasz, der für Schorn zwischen den Pfosten stand) ließ nämlich einen durchaus haltbaren Schuß von Nnaus passieren (83.). Als Draufgabe schoß Traxler drei Minuten später noch das 5:3 für den GAK.

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Ein Blick auf die Tabelle ließ die Pessimisten wieder zu Wort kommen, hatten doch VÖEST und Wacker gewonnen, wodurch der Rückstand auf das rettende Ufer auf fünf Punkte angewachsen war.
Aber nach dem nächsten Heimspiel, das der SCE gegen die vor ihm liegende Austria aus Klagenfurt bestritt, keimte wieder leise Hoffnung auf. Zunächst sah es aber gar nicht gut aus, denn die beiden Torleute Schorn und Grasz waren nicht fit, weshalb Leurer sein Debüt in der Nationalliga feiern konnte. Der 20jährige, der vom USC Wallern zum SCE kam, gab zu, dass der nur in der ersten Viertelstunde nervös war. Mit der Fortdauer der Partie wurde er und seine Feldspieler aber immer sicherer, Tore ließen aber auf sich warten. In der 60. Minute erlöste Komanovits die Zuschauer. Nach einem Foul an Eisele trat Hanbauer den Freistoß zu Strafraummitte, wo Komanovtis wuchtig ins Tor der Kärntner traf. Fünf Minuten später kam der Ball nach einer Abwehr des Gäste-Goalies Antrich zu Solleder, der aus spitzem Winkel mit aller Kraft den Ball in die Maschen schoß. Endstand 2:0 für die Roten Husaren.

Eine Woche später gab es aber wieder lange Gesichter beim SCE. Auf der Hohen Warte waren die Roten Husaren keineswegs das schlechtere Team, mussten sich aber wieder einmal mit 0:1 geschlagen geben. Nach dem Spiel wurde es in der SCE-Kabine, wo die Stimmung gedrückt war, ganz finster, denn im Stadion der Vienna fiel der Strom aus…

Da die kommende Wochenende keine Nationalliga-Spiele zu bieten hatten (das Team war auf Länderspielreise in Jugoslawien und spielte dann in Wien gegen die CSSR), fuhr der SCE zu einem Freundschaftsspiel nach Frauenkirchen, um sich mit dem dortigen UFC aus der Regionalliga zu messen. Bei diesem Spiel, das vor gut 600 Zuschauern ausgetragen wurde, trug auch erstmals der ehemalige Rapid-Bomber Walter Seitl das „ROTE HUSAREN“-Dress des SCE. Er war es auch, der beide Tore für seinen neuen Klub erzielte (8. und 87. Minute) – Endstand 2:1 für den SCE.

Dann kam es zum „Rückspiel“ gegen MTK Budapest im Lindenstadion, das aber kaum 1.000 Menschen sehen wollten. Die wenigen unentwegten erlebten auch nicht gerade eine berauschende Partie, die der SCE übrigens mit 0:1 verlor – Tor: Kottan!

Der Kampf um den Verbleib in der Nationalliga ging mit dem Nachtragsspiel gegen Rapid weiter. Enttäuscht, wütend und auch niedergeschlagen verließen die dem SCE zuordenbaren Personen der 5.000 Zuschauer im Lindenstadion eben dieses. Nach einer sehr flauen Vorstellung ging das Spiel mit 0:3 verloren.

Anschließend ging es nach Linz zum SK VÖEST, der in der zweiten Halbzeit von seinen eigenen Fans ausgepfiffen wurde. Der SCE spielte weit besser, als noch gegen Rapid. Und das, obwohl – oder gerade wegen – sie schon in der 4. Minute in Rückstand gerieten. Die Führung war aber nicht von langer Dauer, denn Seitl glich in der 8. Minute aus und praktisch mit dem Pausenpfiff stellte Scheidl auf 2:1 für die Roten Husaren, die es dann verabsäumten den Linzern den Todesstoß zuzufügen, weshalb das Spiel dann auch nur mit einem 2:2-Remis endete.

Die Tabellensituation sprach nun auch nicht mehr viel Hoffnung aus und die „BF“ stellte die Frage: Hat Eisenstadt noch Chancen?
Manfred Dvorak, 29, Eisenstadt: Ich gebe dem SC Eisenstadt keine Chance mehr für den Weiterverbleib. Gegen Rapid leistete sich die Mannschaft einen Totalversager. Der größte Fehler der Vereinsleitung war die Wiederverpflichtung von Dr. Schleger, der viel Schuld an der derzeitigen Misere hat. Außerdem herrscht beim Klub in puncto Aufstellung eine „Freunderlwirtschaft“!

Theresia Siegl, 34. Neutal: Die Chancen sind als minimal zu bezeichnen. Durch die Niederlage gegen Rapid scheint es nun mit den Hoffnungen vorbei zu sein. Ich glaube, daß man der Mannschaft nicht die Schuld am schlechten Abschneiden geben soll. Sie ist gegenüber dem Vorjahr stärker, doch scheint mit die Vorbereitung auf die Spiele nicht die richtige zu sein.

Paul Zemljak, 31, Oslip: Eine kleine Chance ist noch vorhanden, doch glaube ich nicht mehr daran. Es fehlt beim SC Eisenstadt vor allem ein Goalgetter von Format. Leider hat auch Tormann Schorn nachgelassen und kassierte in der letzten Zeit haltbare Tore. Schade, denn wir brauchen einen Nationalligaverein. Meiner Ansicht ist die Mannschaft spielerisch weit schwächer als vor einem Jahr.

Franz Tscheik, 42, Eisenstadt: Eisenstadt wird absteigen in die Regionalliga. Ich gebe die Schuld vor allem der Vereinsleitung, die durch eine falsche Aufstellung die Mannschaft schwächt. Manche Leute spielen auf dem falschen Posten, das kann man bei jedem Spiel erkennen. Anscheinend ist es aber noch nicht bis zu den Vereinsgewaltigen gedrungen!

August Kunig, 24, Eisenstadt: Am Abstieg aus der Nationalliga gibt es keinen Zweifel mehr. Der Verkauf von Gallos rächte sich, denn im Angriff fehlt ein Vollstrecker. Buzek wäre hier der ideale Mann gewesen, doch verabsäumte man es, diesen Stürmer zu erwerben. Man wird jetzt versuchen müssen, ein neues Einkaufsprogramm zu erstellen, um wieder in der höchsten Spielklasse mitmischen zu können.

Nun kam mit dem Wiener Sport-Club ein Titelanwärter ins Lindenstadion. Der SCE bot dabei eine passable Leistung, geriet aber gleich in der zwölften Minute in Rückstand. Die Mannschaft raffte sich aber auf und kam durch Leskovich in der 37. Minute zum Ausgleich, der den Großteil der nur 2.000 Zuschauer Jubeln ließ. In der Folge scheiterte man aber am guten WSC-Keeper Willi Kaipel beziehungsweise am eigenen Unvermögen vor dem Tore.
Nach dem Spiel meinte SCE-Trainer Dr. Schleger: „Nun ist es wirklich vorbei. Nur ein Sieg hätte noch Chancen auf den Weiterverbleib aufkeimen lassen.“
SCE-Obamann Fister sagte enttäuscht: „Selbst wenn wir die restlichen fünf Spiele noch gewinnen sollten, was kaum mehr möglich ist, dürften wir keine Chance mehr haben.“

Von allen schon abgeschrieben ging es nun auf den Innsbrucker Tivoli. Die 3.000 Tiroler Fans sowie ihr Trainer Elszner staunten aber nicht schlecht. Scheidl besorgte in der vierten Minute den wichtigen Führungstreffer. In der 17. Minute klingelte es dann erneut im Kasten von ÖFB-Teamtorhüter Rettensteiner (Tor: Seitl). Kurt Jara verkürzte dann zwar auf 1:2 (25.), aber Rohrer traf in der 31. Minute zum 3:1 für die Roten Husaren. In der zweiten Halbzeit versuchten die Innsbrucker verzweifelt das Resultat zu drehen, doch mehr als der Anschlußtreffer durch Wolny (69.) war nicht mehr drinnen. Der SCE gewann mit 3:2, lag aber immer noch ziemlich abgeschlagen an vorletzter Stelle. Der FC Dornbirn konnte mit 14 Punkten schon für die Westliga planen, dann kam der SCE mit 17 Punkten. Auf dem ersten Abstiegsplatz lag die Klagenfurter Austria mit 20 Punkten und über dem „Strich“ rangierten drei punktegleiche Klub: Rapid Wien (!), GAK und SK VÖEST, wobei die Wiener und die Linzer ein Spiel weniger ausgetragen hatten.

Starker Regen begleitete zeitweise das Spiel gegen den Fastmeister Austria Wien. Rund 70 Minuten hielt sich der SCE bachtlich, da stand es nämlich 2:2. Kuntz brachte die Veilchen in der vierten Minute in Führung, die Seitl in der 21. Minute ausglich. Keine drei Minuten später stellte Hickersberger auf 2:1 für die Gäste, aber 120 Sekunden danach traf Komanovits zum 2:2. In der 33. Minute gab es dann Elfmeter für die Austria, den Kuntz aber vergab.
Dann kam die 73. Minute, in der die letzten Hoffnungen auf den Klassenerhalt zu Grabe getragen wurden, denn der Siegendorfer Parits traf zum 3:2 und in der 85. stellte Könglberger gar auf 4:2. Zu allem Überdruss vergab dann noch Scheidl einen Penalty für den SCE (87.).

Die 27. Runde ging am berüchtigten Wacker-Platz in Wien-Meidling weiter, wo 3.000 Besucher anwesend waren.
„Wir wurden vom Referee betrogen“, sagte SCE-Trainer Dr. Schleger nach dem Spiel. Grund für diesen Ärger war das 2:0 für den SCE, das Schiedsrichter Feldbacher zur Überraschung aller – selbst der Wacker-Spieler – nicht anerkannte. Scheidl hatte in der 21. Minute das 1:0 erzielt und kurz darauf nach einem Abwehrfehler des Wieners Stachowicz zum 2:0 getroffen, doch der Unparteiische entschied auf Hands. Der SC Wacker glich dann in der 30. Minute aus und ging in der 67. mit 2:1 in Führung. Seitls Treffer in der 83. Spielminute ließ dann wenigstens einen Punkt auf das Konto der Roten Husaren wandern.

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Im drittletzten Nationalliga-Spiel auf unbestimmte Zeit hatte der SCE den auf Platz Zwei liegenden SK Sturm zu Gast. Und ausgerechnet jetzt, wo es um nichts mehr ging – oder eben deshalb, weil die Mannschaft befreit aufspielen konnte – zeigte sie, was in ihr steckt. Das Spiel wollten aber kaum noch 1.000 Personen sehen. Der SCE war dem Vizemeister-Anwärter klar überlegen, Scheidl traf in der 45. Minute zum 1:0. Das zweite Tor steuerte Eisele in der 80. Minute bei, Seitl stellte in der 87. auf 3:0 und kurz vor dem Ende machte Murlasits mit seinem Tor noch Ergebniskorrektur.
Nach diesem Spiel stand dann fest, dass die Wiener Austria Meister wurde, Austria Klagenfurt, die Roten Husaren aus Eisenstadt sowie der FC Dornbirn aber die Nationalliga verlassen müssen.

Währendessen fing auch schon das Transferkarussell sich an zu drehen. Gerüchte über die Verpflichtung von zwei Tschechen sowie später über zwei Jugoslawen machten seine Runden und Torhüter Schorn liebäugelte mit einem Abgang.

Dann war wieder spielfrei, weshalb der SCE einige Nationalliga-Spieler zur 1b abkommandierte, die in der Landesliga beim ASKÖ Oberwart antrat. Scheidl, Eisele, Rohrer, Seitl und Co. zeigten den kaum 100 Zuschauern einen guten Fußball und siegten 5:2. Die SCE 1b spielte außer Konkurrenz, hielt nach 24 Spielen bei 38 Punkten. Der damals auf Platz Eins liegende SV Rohrbach hielt bei 37 Punkten!

Das letzte Auswärtsspiel führte den SCE zum Angstgegner Austria Salzburg. An diesem Tag erlitt der SCE die schwerste Niederlage, seitdem er in der Nationalliga spielte. Gegen die groß aufspielenden Mozartstädter kamen die Roten Husaren mit 1:6 unter die Räder. Die Mannschaft wirkte lustlos und desinteressiert, meinte der BF-Reporter. Einzig mit der Leistung von Eisele konnte man zufrieden sein.

Zum letzten Nationalliga-Heimspiel gegen den Tabellenletzten aus Dornbirn kamen kaum noch 500 Zuschauer. Und auch das Spielniveau hatte sich der tristen Zuschauerkulisse angepasst. Obwohl der SCE gut ein halbes Dutzend Tore hätte schießen können/müssen, resultierte der einzige Treffer des Tages in der 33. Minute durch Scheidl. SCE-Trainer Dr. Schleger stellte laut BF knapp vor dem Spielende fest, dass ihm ein Unentschieden lieber wäre als ein Sieg, denn die Spieler hätten die Prämie – man spricht von 2.000 Schilling – einfach nicht verdient.

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AmSpielersektor wurde verkündet, dass Enz und Eisele Angebote von Wacker Innsbruck und VÖEST Linz vorliegen haben. Waler Seitl wurde mit dem SC Wacker in Verbindung gebracht und der SK Rapid soll an Scheidl interessiert sein. Neu verpflichtet wurde der jugoslawische Keeper Sostaric – ein weiterer Torhüter aus der CSSR war noch im Gespräch. Verhandlungen gab es noch mit dem Rechnitzer Bajlicz sowie Brodhagen vom SV Rohrbach.
Zudem wurde verkündet, dass der Vertrag mit der Sponsorfirma erneuert wurde. Somit wird es die Roten Husaren auch in der kommenden Regionalliga Ost-Saison geben.

Drei Tage bevor die BF über die Vertragsverlängerung berichtete und zwei Tage nach dem Spiel gegen Dornbirn, verstarb Sepp Höld: (BF) Ein großer Förderer des Nationalligaklubs SC Eisenstadt, Sepp Höld, ist am 15. Juni im 48. Lebensjahr nach langem und schwerem Leiden verschieden.
Der „Rote Husar“, unter dessen Namen der SC Eisenstadt im letzten Jahr spielte, ist einer von vielen seiner Spitzenweine, mit denen er weit über unsere Grenzen und sogar bis Übersee bekannt geworden ist. Der SC Eisenstadt verliert in ihm einen großen Förderer und Gönner des Fußballsports.

Nach drei Jahren ging die Nationalliga-Zugehörigkeit des SC Eisenstadt zu Ende. Der SCE holte im Lindenstadion elf Punkte, wodurch er in der Heimtabelle abgeschlagen an letzter Stelle rangierte. Auswärts wurden ebenfall elf Punkte erspielt, mit denen der SCE in der Auswärtstabelle aber immerhin auf Rang Sechs rangierte.
Als einen der Hauptgründe für den Abstieg nannten die Medien den Trainerwechsel kurz nach dem Beginn der Meisterschaft.

Der Abstieg hatte sicher viele Gründe, doch nun galt es nach vorne zu blicken. Die Realität hieß Regionalliga Ost, die man im Sommer 1967 als Meister verlassen hatte.

© Gerhard Tinhof / sce1907.wordpress.com

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