Die Stunde Null (Herbst 1988)

Aus und vorbei!
S & B
Die Zeit es eben nicht stehen geblieben, nachdem der SCE 1967 in die Nationalliga aufstieg…
Zwei Jahrzehnte später endete die Zugehörigkeit zum österreichweiten Spielgeschehen auf unrühmliche Art und Weise.
Doch auch hier blieben die Zeiger der Uhren nicht stehen,  das Leben (des SCE) ging weiter…(vorerst, wie wir heute wissen)

time did not stop

time did not stop

© Gerhard Tinhof / sce1907.wordpress.com

Für den tief gefallenen SC Eisenstadt hieß es nun, in der Regionalliga Ost zu spielen und vor allem finanziell wieder auf gesünderen Beinen zu stehen.
In den zwei Bundesligen wirkten nun andere Vereine mit – unter anderem: VSE St. Pölten (gibt’s schon lange nicht mehr), VfB Mödling (längst verschwunden), SK Vorwärts Steyr, Kremser SC sowie der SV Ried, der sich noch immer in der Bundesliga hält.

In der Regionalliga Ost warteten jetzt beispielsweise alte Bekannte wie der 1. Wiener Neustädter SC, der FAC, Pinkafeld, Oberwart und der Badener AC.
Die Saison 1988/89 begann mit dem Cup-Spiel im Lindenstadion gegen den Ligakonkurrenten SR Donaufeld.
Der SCE lockte seine Fans mit Freibier, einem Platzkonzert der Jugendblasmusikkapelle aus Oslip und mit einem Jux-Spiel der Eisenstädter Kaufleute gegen den FC Antel. Zwar kamen statt der erwarteten 600 bis 1.000 nur 300 Zuschauer ins einstige Bundesliga-Stadion, doch diese konnten trotz der Gluthitze zufrieden sein – außer mit dem Ergebnis nach Schlußpfiff.

Zuerst gewannen die Kaufleute, bei denen unter anderem Helmut Piffl, Hannes Ohr und Wolfgang Perlinger spielten, gegen die Altstars des FC Antel (u. a. mit Karl Koller, Charly Höfer, Oslansky und Ex-SCE-Spieler Alfred Kirschner) mit 4:2.
Danach feuerten die SCE-Fans ihre Mannschaft lautstark an, kommentierten aber auch lautstark die krassen Fehlentscheidungen des Schiedsrichters aus Niederösterreich – ein Herr Radinger. Für seine Leistung wurde der Unparteiische dann sogar noch mit „Freibier“ übergossen – als er in die Kabine ging, landete das Bier auf seinem Kopf.

Neben der Trainerbank von SCE-Coach Alfred Eisele stand auf einer Werbetafel „we are red, we are white, we are Burgenland’s Dynamite!„, und die junge Mannschaft nahm sich das zu Herzen, doch an diesem Tag sollte es für ein Weiterkommen im Cup nicht reichen. Der in den „Mitsubishi-Dressen“ spielende SC Eisenstadt konnte wieder einmal seine Cupteilnahme früh beenden.

Faksimile: BF-Onlinearchiv ÖFB-Cup: SCE v SR Donaufeld 0:2 n.V. Im Hintergrund der Spruch: "we are red, we are white, we are Burgenland's Dynamite!"

Faksimile: BF-Onlinearchiv
ÖFB-Cup: SCE v SR Donaufeld 0:2 n.V.
Im Hintergrund der Spruch: „we are red, we are white, we are Burgenland’s Dynamite!“

Der Spielbericht in der BF:
Pech und Unvermögen des niederösterreichischen Schiedsrichters Radinger warfen die ausgezeichnet spielende junge Eisenstädter Truppe aus dem Cup.
„So einen Schiedsrichter habe ich in meiner Laufbahn als Fußballer noch nicht erlebt. Abgesehen von seinen Fehlentscheidungen am laufenden Band hat er uns auch noch provoziert und beschimpft.“, klagte nach dem Spiel SCE-Kapitän Wolfgang Jauck.
Tatsächlich führte auch eine Fehlentscheidung zum bereits alles entscheidenden 1:0 der Donaufelder. In der vierten Minute der Verlängerung, nachdem die Partie nach der regulären Spielzeit torlos geblieben war, beging der Donaufelder Marcello ein Foul, doch Schiri Radinger ließ weiterspielen, und Binder kam an den Ball und schoß ein.
Von diesem Schock erholte sich die Eisele-Truppe aber rasch und schloß Donaufeld in der eigenen Hälfte regelrecht ein. Der Erfolg blieb aber aus. In der 120. Minute erzielte dann noch Bohusek aus einem Freistoß das 2:0.
Wenige Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit hätte der SCE die Entscheidung aus eigener Kraft herbeiführen können, doch Karoly köpfelte an die Stange.

Die Gelegenheit zur Revanche kam diesmal ganz schnell, denn die erste Meisterschaftsrunde führte den SC Eisenstadt nach Wien in die Fultongasse – zu SR Donaufeld.
Vor 600 Zuschauern setzte SCE-Trainer Alfred Eisele folgende Mannschaft beim ersten Ostliga-Spiel seit 1971 ein: Unger; Jauck; Köstner, Frischmann, Dwornikowitsch; Omischl, Petrovic, Steiger, Hauser; Vargek (73., Karoly), Bleyer (85., Fuhrmann).
Zu Besuch am Donaufeld-Platz war auch „Baldi“ Fasching, der vor kurzem erst vom SCE zum SK Sturm Graz gewechselt war.
Der SCE präsentierte sich kampfstark, bissig und mannschaftlich geschloßen, und setzte die von Trainer Eisele mitgegebene Taktik geschickt um. Nach einer Drangperiode des SCE konnte „Motz“ Bleyer in der 39.  Minute nach einem Gerangel im Donaufeld-Strafraum das 1:0 erzielen. Diesen Vorsprung konnte man dann mit Kampfgeist und Geschick über die Zeit retten.

Faksimile: BF-Onlinearchiv SR Donaufeld v SCE 0:1

Faksimile: BF-Onlinearchiv
SR Donaufeld v SCE 0:1

Das erste Meisterschaftsheimspiel brachte Vösendorf/Tulln (was der Klub aus Vösendorf war, der den Liga-Platz der Tullner durch Bildung einer Spielgemeinschaft erwarb) in die Landeshauptstadt.
Nach dem Schlußpfiff zeigte sich SCE-Trainer Eisele sehr zufrieden. Sein Team spielte groß auf und gewann durch Tore von Steiger und Bleyer mit 2:0.
Nach der zweiten Runde hatte neben dem SCE nur noch der FavAC eine blütenweiße Weste, beide führten die Ostliga an, wobei der SCE noch keinen Gegentreffer hinnehmen musste, gefolgt vom SC Zwettl und dem 1. Wiener Neustädter SC.

Doch die Saison war noch jung…

Zur selben Zeit schwebten auch schon wieder Seifenblasen über dem Lindenstadion: (BF) Eisenstadts Wunschtraum
Ganz im Stil einer großen Mannschaft spielte die junge SCE-Truppe ihren 2:0-Erfolg über Austria Vösendorf/Tulln heraus. Ganz im Stil eines europäischen Großklubs soll künftig auch der SCE geführt werden: Ein burgenländischer Industrieller arbeitet derzeit gemeinsam mit einem Werbemanager an einem Konzept zur Sanierung des SC Eisenstadt.
Schwerpunkt dieses Konzepts: Eine burgenlandweite Mitgliederkampagne.
Ziel: Wiederaufstieg in die Bundesliga. Mit dem SCE – so scheint es zumindest im Augenblick – geht es nun wieder steil bergauf. Und das nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich.

Nächste Station: Dammgasse, Baden!
In der Kur- und Casinostadt wurde der SCE von vielen mitgereisten SCE-Fans begrüßt, von denen sich wohl die meisten mehr erwartet haben, aber wenigstens hielt eine Serie an. Nämlich jene ohne Gegentreffer geblieben zu sein. Da man selbst aber auch nicht ins Netz des Badener AC traf, wurden die Punkte geteilt.

Faksimile: BF-Onlinearchiv Badener AC v SCE 0:0

Faksimile: BF-Onlinearchiv
Badener AC v SCE 0:0

(BF) Mit dem Slogan „Komm zum SC Eisenstadt“ hat der SCE seine bereits angesagte burgenlandweite Werbekampagne auf der Weinkost in Eisenstadt gestartet. „Den neuen Sportclub Eisenstadt vorstellen, Mitglieder werben und für das nächste Heimspiel am kommenden Freitag um 19 Uhr im Lindenstadion Vorverkaufskarten auflegen, das wollen wir mit dieser Präsentation auf der Weinkost erreichen“, sagt dazu die neue Werbemanagerin des SCE, „Gitti“ Zörner.
Und außerdem werden täglich von 20 bis 21.30 Uhr („dann ist für die Spieler der Zapfenstreich“, so Trainer Eisele) die Fußballer des SCE den Fußball-Interessierten Rede und Antwort stehen müssen. „Gottlob hab‘ ma jetzt immer gut g’spielt, sonst hätt’s sicher Watsch’n geben“, murmelten einige Kicker, als sie von ihrem „Weinkost-Einsatz“ hörten.

Das Heimspiel gegen den SK Slovan/HAC fiel dann aber buchstäblich ins Wasser. Unaufhörlich prasselten die Regentropfen auf das Spielfeld, weshalb das Spiel abgesagt wurde.
Aber auch andere schwarze Wolken zogen über das Lindenstadion: (BF) „Man will uns nicht nur den Boden unter den Füßen, sondern auch das Dach über dem Kopf wegziehen“, jammerte dieser Tage SCE-Präsident Hans Bauer. Was er damit meinte, bezieht sich auf die drohende Sperre des Lindenstadions durch den BFV-Präsidenten Rudolf Talos, der dazu aber meint: „Wir wollen nicht das Stadion sperren, sonder nur die baufällig gewordene Tribüne. Diese ist zur Gefahr für die Zuseher geworden.“
Kostenpunkt für die Sanierungsarbeiten im Lindenstadion: Rund 2 Millionen Schilling. Und wer soll das bezahlen? „Der SCE kann’s nicht, das wissen wir. Vielleicht können wir eine Stadion-Ges.m.b.H. gründen“, sagt Talos.

In der Liga ging es dann mit dem Derby im Landessüden weiter. Gut 1.000 Zuschauer fanden sich im Oberwarter Informstadion ein, um das Duell um die Nummer Eins im Burgenland zu sehen. Mit dabei auch viele SCE-Fans aus den Gemeinden Draßmarkt, Neutal und Piringsdorf, den Heimatgemeinden der SCE-Spieler Bleyer, Steiger und Hauser, die für eine gute Stimmung sorgten.
Die Gäste aus Eisenstadt waren bei diesem Derby weitgehend tonangebend, wirkten technisch gewandter und aggressiver (so der BF-Berichterstatter) und so war es auch nicht verwunderlich, dass der SCE nicht nur mit 2:0 gewann sondern auch SCE-Keeper Unger nun schon seit 360 Minuten ohne Gegentreffer blieb. Die Tore besorgten Bleyer (20.) sowie Steiger (80.).

Als nächster war der ASK-BSC Bruck/Leitha Gast im Lindenstadion. Da den noch sieglosen Bruckern gleich fünf Stammspieler fehlten, stellte Trainer Johann Schneider sehr defensiv auf.
Fast die ganzen 90 Minuten lang bestürmte der SCE das Brucker Tor, doch an dem Beton bissen sie sich die Zähne aus. Dafür wäre beinahe kurz vor dem Ende der Brucker Siegestreffer gefallen, doch Frischmann foulte den durchbrechenden Gudz von hinten und kassierte dafür die rote Karte.
Das Spiel endete 0:0 und Ronny Ungers Torsperre hielt nun schon 450 Minuten lang an.

Ungers Rekord war nach den nächsten Heimspiel auf 540 Minuten angewachsen. Sehr zur Freude der kaum 250 anwesenden Zuschauer gelang dem SCE aber wenigstens ein Tor, wodurch endlich wieder ein Sieg errungen werden konnte.
Gegner an diesem Tag war der Wiener Klub mit dem klingenden Namen SC Gaswerk-Straßenbahn. Beide Klubs haderten mit dem holprigen Untergrund im Lindenstadion, der beispielsweise Leeb in der 15. Minute alleinstehend am Fünfer eine große Chance verstolpern ließ.
Das Goldtor erzielte Rudi Vargek in der 82. Minute und SCE-Trainer Alfred Eisele meinte nach de Schlußpfiff: „Die schlechteste Darbietung meiner Mannschaft in dieser Meisterschaft.“
Am Ende war’s aber eh wurscht, denn zwei Punkte sind zwei Punkte.

Bei einem Spiel weniger lag der SCE als einziger ungeschlagener Ostligist auf Rang Drei, einen Punkt hinter SR Donaufeld sowie punktegleich mit dem 1. Wiener Neustädter SC und dem 1. SV Wiener Neudorf.

Der SCE-Express konnte dann auch in Wien-Floridsdorf nicht aus den Schienen gehoben werden, und gewann beim FAC – wieder einmal knapp – mit 1:0!
Der erlösende Treffer fiel auch diesmal spät, denn Horst Steiger trug sich erst in der 81. Minute erneut in die Torschützenliste ein.
(BF) „Der Sieg geht in Ordnung“, meinte nach dem Schlußpfiff nicht nur Eisenstadt-Trainer Alfred Eisele, sondern auch der Gegner. Josef Sara und Co. zollten den Burgenländern Lob: „Sie waren einfach die Besseren.“
Vor dem Spiel versprach SCE-Goalie Ronny Unger, er werde sein „Gehäuse“ auch in Wien gegen den FAC „reinhalten“. Und dieses Versprechen löste der Keeper auch ein. Sein Rekord: Nun schon 630 Meisterschaftsminuten ohne Gegentreffer.
Schön langsam, aber sicher gewinnt der SCE das Vertrauen seiner Fans zurück, denn auch bei dieser Sonntags-Matinee in Wien waren zahlreiche Schlachtenbummler aus dem Burgenland dabei.

Faksimile: BF Onlinearchiv FAC v SCE 0:1

Faksimile: BF Onlinearchiv
FAC v SCE 0:1

Sehr viele Fans lockte der SCE dann aber nicht zum Heimspiel gegen Wiener Neudorf an. Kaum 250 kamen und erlebten die erste Saisonniederlage des SCE und wurden in der 35. Minute Zeugen, als Ronny Ungers Rekord nach 665 Minuten beendet wurde.
An diesem regnerischen Freitagabend verlor der SCE mit 1:3 – Ehrentreffer durch Omischl in der 50. Minute.

Faksimile: BF-Onlinearchiv
Story über Ronny Ungers Rekord sowie – rechts – ein paar interessante Geschichten:
Ronny UngerAuswärts in Schwechat kehrte der SCE aber schnell wieder auf die Siegerstraße zurück: Beim 2:1-Erfolgt staubte Wolfgang Jauck bereits in der fünften Minute nach einem Fehler von SVS-Tormann Bertalan zum 1:0 ab und in der 40. Minute besorgte der Schwechater Meixner per Eigentor den 2:1-Siegtreffer – zuvor bezwang Kratky SCE-Keeper Unger durch einen Elfmeter (23.).

Im Lindenstadion lief es dann aber nicht mehr so gut. Gegen den SC Zwettl quälte man sich dem Ende entgegen, das ein 0:0 und wenigstens einen Punkt bedeutet hätte, doch dann besiegelte ein Schuß aus 20 Metern das Schicksal des SC Eisenstadt. Jakits traf in der 87. Minute zum 1:0 der Gäste aus der Braustadt Zwettl.

Faksimile: BF-Onlinearchiv SCE v SC Zwettl 0:1

Faksimile: BF-Onlinearchiv
SCE v SC Zwettl 0:1

Zugenagelt präsentierte sich Tage später ein Teil des SCE-Stüberls im Clubhaus. Der BEWAG-Betriebsrat ließ nämlich den hinteren Teil „baulich abtrennen“!

Am Allerheiligentag fand dann das Nachtragsspiel gegen den SK Slovan/HAC statt.
Dabei setzte es die dritte Heimniederlage in Folge, mit 0:3 sogar ziemlich heftig!

Sportlich ging es auswärts dafür wieder besser zu, denn beim alten Rivalen aus Wiener Neustadt konnte der SCE vor gut 900 Zuschauern durch ein Tor Horst Steigers (32.) mit 1:0 gewinnen.
Dabei ertönte von den vielen burgenländischen Schlachtenbummlern der Schlachtruf: „Hier regiert der SCE!“

Als der SCE zum nächsten Heimspiel lud, bildeten sich lange Schlangen vor den Kassen… die BF berichtete: Genau muß man sein: Kundenservice Marke SC Eisenstadt. „Wieso dauert es so lange, bis man zu einer Eintrittskarte kommt?“, wurmte es Ex-SCE-Kicker Gerhard Horvath, als er „in der Schlange“ der Wartenden stand. Die Lösung ist ebenso einfach wie kurios. Meinte doch die Dame an der Kasse: „Man muß den genauen Eintrittspreis bei sich haben.“ Wechselgeld ist vermutlich rar und scheinbar auch teurer als „normales“ Geld.

Somit war der Stau an der Kasse nicht auf großen Zuschauerandrang zurückzuführen, denn das Derby gegen den SC Pinkafeld wollten kaum 150 Menschen sehen.
Wenigstens konnte der SCE endlich wieder gewinnen, und blieb auch wieder ohne Gegentor. Die Treffer beim 2:0-Sieg steuerten Bleyer (43.) sowie Adler (64.) bei.

Eine „Headline“ und der folgende Bericht sorgten dann für etwas Schock:
(BF) SCE übersiedelt
Zuerst war es nur ein Gerückt, nun scheint es doch konkrete Formen anzunehmen: Der SC Eisenstdt wird seine „Heimatstadt“ und das Lindenstadion verlassen un in die mittelburgenländische Bezirkshauptstadt Oberpullendorf übersiedeln. Das war in den letzten Tagen aus SCE-Kreisen zu erfahren. Ob es jedoch zu einer Fusion mit dem dortigen SCO kommen wird, ist noch ein Fragezeichen. Sollte die wirtschaftliche Seite des Klubs – im April werden die 1,6 Millionen für den gerichtlichen Ausgleich fällig – von den derzeitigen Verantwortlichen nicht in den Griff zu bekommen sein, ist mit einem derartigen Schritt ganz sicher zu rechnen. „Noch immer besser als eine Auflösung, wo es doch jetzt sportlich gut läuft“, ließ dazu einer der Drahtzieher für diese in Auge gefaßte Übersiedlung verlauten.
„Eine Möglichkeit gibt es aber noch, daß sich der Klub am eigenen Schopf aus der Misere ziehen kann“, meinte unlängst Ex-Obmann Ing. Günther Horvath. Die Katze ließ er dabei aber noch nicht aus dem Sack. – Jedenfalls scheint das „Kapitel Eisenstadt“ noch einmal interessant zu werden.

Interessant ging es dann schon vor dem Spiel in Baumgarten zu. Baumgarten-Coach Hermann Krenn, der ein paar Monate zuvor noch SCE-Trainer war, prophezeite acht Tore seiner Elf gegen den SC Eisenstadt. Den 700 Zuschauern wurde bei eisiger Kälte nur ein planloses Gekicke und nur ein einziges Tor geboten. Da dies vom ASK Baumgarten erzielt wurde, konnte Hermann Krenn wenigstens noch einen höhnischen Blick in Richtung seiner ehemaligen Bosse beim SCE werfen (laut BF).
Der SCE verlor dieses „Trauer-Derby“, lag aber immer noch auf Rang Drei der Tabelle.

Das letzte Herbstspiel lockte kaum 150 Zuschauer hinterm Ofen hervor.
Gegen inferiore Favoritener verabsäumte es der ohnehin nicht mit Toren gesegnete SCE ein Schützenfest abzuliefern. Am Ende reichte es dennoch zu einem sicheren 3:0-Sieg. Dennoch trauerte SCE-Trainer Eisele den vielen unnötig verschenkten Punkten nach.
Herbstmeister wurde SR Donaufeld, zwei Punkte vor dem 1. SV Wiener Neudorf. Punktegleich auf Rang Drei landete Bundesliga-Absteiger SC Eisenstadt, der wiederum zwei Punkte Vorsprung auf den SC Zwettl sowie den 1. Wiener Neustädter SC hatte.

Faksimile: BF-Onlinearchiv Die Ostliga-Herbsttabelle

Faksimile: BF-Onlinearchiv
Die Ostliga-Herbsttabelle

Nach dem 3:0-Sieg gegen den FavAC besuchte die SCE-Mannschaft das Eishockey-Spiel des UEC Eisenstadt gegen Tyrolia im Allsportzentrum. Mit rotweißen Schals machten Trainer Eisele, Klikovits, Frischmann und Co. gute Stimmung. Der SCE wurde von den Eishockey-Cracks auch gebührend empfangen. (BF): SCE-Ordnerobmann und Bademesiter Willi Warscha griff gleich zweimal zum Platzmikrofon und bedankte sich ebenso oft. Zuerst beim SCE-Sekretär Johann Valtingoier. Er sei der „letzte Mann“, der den SCE noch zusammenhält,  „danke, danke…“. Dann auch noch bei SCE-Trainer Alfred Eisele: „Danke, danke, daß du mit der Mannschaft hierher zum Eishockey gekommen bist, danke, danke…“. Und dieses „Danke“ erfüllte die Eishockey-Arena, daß „beinahe“ Tränen flossen.

TEIL ZWEI (Frühjahr 1989) FOLGT…

© Gerhard Tinhof / sce1907.wordpress.com

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