In aller Freundschaft

Zunächst beginnt ein Fußballverein mit Spielen gegen Mannschaften aus der näheren Umgebung, doch damit will man sich nicht auf Dauer zufrieden geben, und man strebt den Aufstieg in die nächsthöhere Liga an, wo man dann beispielsweise gegen Teams aus dem ganzen Bundesland antritt (Landesliga). Dann strebt man natürlich danach, im ganzen Staatsgebiet tätig zu sein, und wenn man das einmal erreicht hat, ist Europa das Ziel…

© Gerhard Tinhof / sce1907.wordpress.com

Der SCE hat sich bekanntlich ja nie für einen der großen europäischen Bewerbe qualifizieren können. Das Maß aller Dinge war die Teilnahme am einst (Betonung auf einst) glanzvollen Mitropa-Cup, den er – wie man wissen sollte – sogar gewann.
Dann waren auch noch zwei Teilnahmen am Sommerloch-Füller Intertoto-Cup in den Achtzigern des letzten Jahrhunderts zu verzeichnen. Um sich mit Vereinen jenseits der Staatsgrenzen zu messen, lud man sich halt einfach den ein oder anderen internationalen Gast ein beziehungsweise besuchte diesen in seinem Land.

Doch bleiben wir zunächst in der ganz nahen Umgebung der burgenländischen Landeshauptstadt, denn in den Dreißigerjahren fand ein ganz ein eigenwilliges Freundschaftsspiel statt: Der ASV Siegendorf hatte sich soeben ins Leben gerufen, und lud sich natürlich gleich andere Mannschaften zu seinen ersten Gehversuchen ein.

Zunächst entsandte der SCE noch seine Reserve, ehe sich am 5. Oktober 1930 die Kampfmannschaft des Sportclub Eisenstadt nach Siegendorf begab.

Die BF schrieb: Eisenstadt – Siegendorf 1:0 (1:0)
Aus nichtigen Gründen wurde dieses Spiel beim Stande von 1:0 abgebrochen.
Eisenstadt trat am 5. des Monats auf dem Siegendorfer Sportplatze den Siegendorfern mit einer kompletten Mannschaft entgegen. Statt, daß bei Eisenstadt Machon I auf seinem Platz am Flügel spielen sollte, sah man ihn diesmal in der Halfreihe, während seinen Platz Hofer sehr schlecht ausfüllte. Wäre dieser Wechsel nicht gewesen, hätte Eisenstadt eher noch ein schönes Resultat herausschlagen können. Die Heimischen ließen wieder jedes Zuspiel wie auch Deckungsspiel vermissen, nur Horvath in der Verteidigung konnte in der ersten Hälfte noch gefallen.
Eisenstadt verlegt das Spiel gleich nach Beginn in das gegnerische Spielfeld und ist von dort nicht mehr zu verdrängen. Jedoch die Verfassung, in der sich das Spielfeld befindet, macht es geradezu unmöglich, irgendwelchen Torschuß anzubringen. Den einzigen Treffer erzielt Janko in der 26. Minute durch einen schönen Nahschuß.
Mit diesem Ergebnis beginnt die zweite Halbzeit. Nun haben die Eisenstädter nichts anderes zu tun, als Horvaths Bälle, die alle ins Out gehen, zu holen. 15 Minuten vor Schluß bekommt Eisenstadt einen Elfer zugesprochen, den Lang bevor noch der Schiedsrichter das Zeichen gibt, schießt. Natürlich wird dieser Schuß wiederholt, worauf aber der Tormann der Siegendorfer sein Gehäuse verläßt. Lang schießt nun den Ball mit Absicht daneben. Kaum ist aber der Ball berührt, verläßt Eisele, der zur Arbeit gehen muß, das Feld und reißt dadurch seine ganze Mannschaft mit. Der Schiedsrichter pfeift darauf das Spiel ab. Unbefriedigt verlassen auch die Zuschauer den Platz.

Die Arbeit ging damals natürlich vor, und im Laufe der kommenden Jahre und Jahrzehnte wurde Siegendorf zu einem wahren Angstgegner des SCE…

Der Reigen der Freundschaftsspiele ging ständig weiter, die man gegen Mannschaften aus ganz Österreich bestritt. Naturgemäß lieferten die nahegelegensten Bundesländer die Meisten Gegner ab: Mit Teams aus dem Burgenland, Niederösterreich und Wien maß sich der SCE am häufigsten.
Meine zusammengestellte Datenbank mit über 2.500 Eintragungen weist zudem vier Stadtderbies auf: Gegen den ASKÖ Eisenstadt gewann der SCE 1952 auf der Hutweide mit 7:3 und 1954 wurden die ASKÖler im Lindenstadion mit 3:1 geschlagen.

Gegen den späteren Ehepartner SC NEWAG wurden neben den zwei Meisterschaftsspiele auch zwei Freundschaftsspiele durchgeführt: 1950 gewann der SCE knapp mit 4:3 und 1952 trennten sich die beiden Eisenstädter Klubs 2:2 unentschieden.

Verlassen wir nun aber die Staatsgrenze, und schauen uns an, gegen welche internationalen Vereine der SC Eisenstadt entweder daheim oder eben im Ausland gespielt hat.

Da das Gebiet des heutigen Burgenlandes viel länger zu Ungarn gehörte, als es nun schon ein Teil Österreichs ist, ist es nicht verwunderlich, dass der SCE die meisten seiner internationalen Freundschaftsspiele gegen Vereine aus Magyarország bestritt.

Insgesamt habe ich 59 Spiele ausfindig gemacht (nicht dabei die beiden Spiele gegen die Auswahl aus Ödenburg, die der Kismartoner FC ja zu seiner Gründung austrug, denn das waren natürlich keine internationalen sondern nationale Spiele).

Durch die geographische Nähe zur einstigen Hauptstadt Deutsch-Westungarn – Ödenburg -, fanden viele Partien gegen Klubs aus Sopron statt. Durch die vielen Namensänderungen ist nicht immer klar, ob es sich nicht doch um ein und den selben Verein gehandelt hat.

1933 bestritt der SCE ein Freundschaftsspiel gegen Sotex Ödenburg, über das die BF berichtete:
„Sotex“ (Ödenburg) begeistert!
Sotex – Eisenstadt 3:1
Die Ödenburger Mannschaft, die das erste Mal auf Eisenstädter Boden antrat, feierte diese Premiere mit einem sicheren Sieg. Alle Spieler erwiesen sich als flinke Fußballer, die aber auch technisch und taktisch eine vollwertige Leistung boten. Der Tormann wurde wohl wenig beschäftigt, dafür hatten aber die Verteidiger recht oft Gelegenheit, ihr Können unter Beweis zu stellen. (…)
In der Eisenstädter Mannschaft stach vor allem Bognar II durch aufopferndes Spiel hervor. Da auch sein Nebenmann versagte, fiel ihm eine ungeheure Arbeit zur Last, die er aber gut erledigte. In der Deckung zeichnete sich nur Machon I aus, während Machon II so schlecht wie noch nie spielte. Szabo gelang es gemeinsam mit Bognar II den gegnerischen Angriff wiederholt zu zerstören. Ein geradezu lächerliches Bild bot der Sturm, in dem bloß Janko auf einiger Höhe war. Lang wurde derart gut abgedeckt, daß er nur wenig Bälle nach vorne brachte und auch Frühwirt erging es nicht besser. (…)

Den Ehrentreffer auf der Hutweide erzielte Lang. Die Aufstellung: Szolay; Fürst, Bognar II; Machon I, Machon II, Szabo; Skarits, Bognar I, Frühwirth, Lang, Janko.
Vor dem Hauptspiel gewann die SCE-Reserve gegen die neu gegründete Mannschaft aus Klingenbach mit 6:0 und zwei Wochen später erzielte der SCE beim Retourspiel am Vasutas-Platz in Ödenburg ein 1:1-Remis. Die Mannschaft der Burgenländer präsentierte sich ein einer weitaus besseren Verfassung als beim Hinspiel, und gingen sogar durch Lang mit 1:0 in Führung.

Siege gegen Teams auch Ungarn waren bei der hohen Zahl an Spielen aber sehr selten (da ich natürlich nicht alle Spiele in den Archiven gefunden habe, kann man das aber als „relativ“ ansehen).

Meiner Datenbank nach musste der SCE bis ins Jahr 1968 warten, um gegen ein ungarisches Team zu gewinnen. 1968 war’s als Haladasz Szomathely auswärts mit 3:1 besiegt werden konnte. 1969 folgte ein 1:0-Sieg über Spartacus Budapest.

Gegen Haladasz Szomathely konnte ich insgesamt zwölf Partien ausfindig machen, von denen der SCE bloß drei gewinnen konnte, spielte zweimal remis und verlor die restlichen sieben Spiele.
Die höchste Niederlage gab es 1969 beim in Szombathely ausgespielten Savaria-Pokal, das Spiel endete nämlich mit einer 1:7-Klatsche.

Ungarns Hauptstadt Budapest wurde aber auch besucht beziehungsweise eingeladen. Gegen die berühmten Grünweißen aus der Budapester Franzenvorstadt gab es 1981 ein Duell im Lindenstadion. Dabei trennten sich der SCE und Ferencváros TE mit einem 1:1-Unentschieden.

Gegen die Budapester Honvéd bestritt der SCE Ende der Sechziger zwei Spiele, die jeweils mit einer Niederlage endeten. Dafür erhielten die Kismartoner aber eine Porzelanfigur von den Kispestern als Andenken.

Zur selben Zeit war auch Spartacus Budapest ein regelmäßiger Testspielgegner der „Roten Husaren“. 1969 gab es ein 2:2 sowie einen 1:0-Sieg des SCE; 1971 gewann dann Spartacus mit 2:1.

Bei den internationalen Bewerbsspielen gegen ungarische Mannschaften holte sich der SCE mit zwei 2:1-Siegen gegen Vasas Budapest den Sieg im Mitropa-Cup, ging dann 1985 im Intertoto-Cup gegen Ujpest Dosza aber mit 0:3 und 0:1 unter.

Viele Jahre später, kurz bevor das Ende des SCE kam, spielte man am BFV-Platz gegen den Ujpest FC 2:2. Auch wenn es nur ein Testspiel bei Eiseskälte war, war es eine sehenswerte Vorstellung des SC Eisenstadt.

Am häufigsten duellierte sich der SCE aber mit den Blauweißen aus Budapest: Dem Magyar Testgyakorlök Köre, kurz MTK genannt.
Jene sechs Spiele, die ich finden konnte, wurden zwischen 1970 und 1981 ausgetragen. Dreimal wurde im Lindenstadion gespielt, wobei es einen Sieg und zwei Niederlagen zu verzeichnen gab. Das eine Duell, das 1981 in Trausdorf zur Austragung kam, endete 1:1. Auswärts trennte man sich 1970 mit 1:1 und verlor 1980 mit 1:4.

Neben Spielen gegen Teams aus Györ, Eger, Tatabanya und Szekesfehervar gab es auch eines gegen ein Team mit einem gaanz laangen Namen: 1988 besiegte der SCE den Zweitdivisionär Metripond Hodmezövasarhely mit 2:1.

Gehen wir nun etwas weiter nach Osten, und zwar nach Rumänien:

RUMGegen rumänische Klubs trat der SCE (laut meiner Datenbank, die selbstverständlich nur zu 90% stimmt) stets im Burgenland an:
1981 unterlag man in Oberwart UTA Arad mit 0:1,
2006 ging man gegen den FC Ceahlaul Piatra Neamt mit 0:5 unter,
2007 verlor der SCE im Ritzinger Sonnenseestadion, wo ich den Stadionsprecher mimte, gegen Gaz Metan Medias mit 0:1.

Noch weiter im Osten lag vor ein paar Jahrzehnten die Sowjetunion. Zu einem Spiel gegen einen „echten“ Klub kam es meines Wissens nach nie, dennoch gab es ein Spiel gegen eine Mannschaft von Sowjets.

CCCP1946 musste der SCE dafür gar nicht weit reisen, denn die Auswahl der Roten Armee, die nach dem Krieg das Burgenland besetzte, war ja längst hier – und blieb auch noch neun Jahre. Auf der Hutweide verlor der SCE gegen die Mannschaft der Roten Armee mit 3:5.

Nachdem die Sowjetunion zerfiel, machten sich viele ehemalige Sowjetrepubliken unabhängig. Darunter auch die Ukraine, und lange bevor sich Russland wieder langsam das einstige Staatsgebiet zurückholt, traf der SCE 1999 auf ein ukrainisches Team.

UKRIn Lindabrunn traf der SC Eisenstadt auf den FC Kryvbas Kryvyi Rih, und verlor mit 0:5 Toren!

Reisen wir nun wieder zurück in die Nähe Österreichs: Gegen Teams aus der ehemaligen CSSR gab es neben den Duellen im Mitropa- bzw. Intertoto-Cup auch ein paar Freundschaftsspiele.

CSSR1965 gab es zwei Spiele gegen Spartak Piestany, von denen der SCE sein Heimspiel 3:2 gewann, auswärts aber 1:3 verlor. Im Jahr 1966 wurde Spartak Piestany erneut ins Lindenstadion eingeladen, und man trennte sich freundschaftlich mit 3:3.

1968 ging es mit zwei Niederlagen weiter: 1:5 daheim gegen AC Sparta Prag und 2:5 auswärts bei Jednota Zilina, ehe es mit Spielen gegen tschechoslowakische Vereine erst in den Achtzigern weiter ging. 1983 gewann der SCE in Zagersdorf gegen Spartak Trnava 3:2 und verlor 1985 gegen ZTS Petrzalka mit 1:2.

Als sich die Slowakei von Tschechien trennte, traf der SCE beim Amateur-Mitropa-Cup auf slowakische Klubs, doch das ist eine andere Geschichte.

SLOWFreundschaftsspiele gab es nur wenige. 2007 traf der SCE beim Turnier in Gablitz auf den FK Raca, und trennte sich von den Slowaken mit 2:2.
2008 duellierte man sich beim Turnier in Pama, mit Schalla, und ging 1:4 unter. Drei Jahr zuvor gab es zwei Spiele gegen slowakische Mannschaften, um eventuell einen Spieler aus diesen Truppen zu verpflichten. Eines dieser Spiele endete am schneebedeckten Boden des Lindestadions frühzeitig, da unsere Spieler mehr als genervt nach dem 0:6 nicht mehr weiterspielen wollten.

Etwas weiter nördlich befand sich die Deutsche Demokratische Republik. Zu einem Freundschaftsspiel gegen ein Team der DDR kam es nur ein einziges Mal.

Im Juli 1986 gastierte nämlich der FC Vorwärts Frankfurt/Oder in Oslip, um sich mit dem SCE zu messen.

Der SCE traf dabei auf einen Verein mit einer bewegten Geschichte, denn der Klub wurde in Leipzig gegründet (1951), dann nach Berlin „beordert“ (1953), ehe er im Sommer 1971 nach Frankfurt an der Oder delegiert wurde, wo er auch heute noch – aber unter dem Namen 1. FC Frankfurt/Oder – beheimatet ist.

Im Sommer 1986 bereitete sich der SCE auf den Grunddurchgang der 1. Division vor, da man im Mittleren-Play-Off gerade noch auf dem vierten Platz gelandet war. Ohne es damals zu wissen, sollten die 22 Spiele des „Grunddurchganges“ die letzten mit der Elite des österreichischen Fußballs sein.
Der FC Vorwärts Frankfurt/Oder belegte 1985/86 den neunten Platz in der Vierzehnerliga der DDR.

Über das Spiel berichtete die BF:
SC Eduscho Eisenstadt – Vorwärts Frankfurt/Oder 1:2 (0:1)
Oslip, 250 Zuschauer
Die Weber-Schützlinge ohne die verletzten Plaza, Bronkhorst, Lefor und ab der 75. Minute nur noch mit zehn Mann, da Kienast mit einer Platzwunde am Kopf ausschied, machten gegen den ostdeutschen Erstdivisionär eine gute Figur. Sie hielten das Spiel lange Zeit offen, zeigten sich in körperlich guter Verfassung, kassierten aber dummer Verlusttreffer. Die Frankfurter waren athletisch voll auf der Höhe, hatten aber auch einige gute Techniker in ihren Reihen. Den Chancen nach ist der Sieg durchaus verdient, zweimal rettete Frischmann für den bereits geschlagenen Tormann auf der Linie. Eisenstadts Archillesferse dürfte wieder der Angriff sein. Perstling und Kaponek haben sich noch nicht in die Mannschaft integriert. Ein Lichtblick war Walter Mock, der in der 61. Minute eingewechselt wurde und bei seinem ersten Ballkontakt den Ausgleich schoß.

Bild: BF-Onlinearchiv

Bild: BF-Onlinearchiv

Gegen Teams aus der Bundesrepublik Deutschland gab es natürlich auch Freundschaftsspiele, ebenso, nachdem die Wiedervereinigung der beiden deutschen Länder über die Bühne gegangen war.

D1968 gastierte Eintracht Braunschweig im Lindenstadion, wobei der SCE ein 2:2 erreichte. Ein Jahr darauf wurde der oberbayrische FC Mittenwald mit 8:0 aus dem Lindenstadion geschoßen.
Mitte der Siebzigerjahre war der SCE auf Trainingslager in Deutschland, wo des gegen DJK Gütersloh (0:4) und Preussen Münster (0:3) zwei Niederlagen gab, ehe der SCE am Heimweg nach Eisenstadt noch in Neumarkt anhielt, und den dortigen SV Neumarkt/Bayern knapp mit 1:0 bezwang.

1977 war der SC Fortuna Köln Gast in Eisenstadt, und wurde vor gut 1.000 Zuschauern grandios mit 2:1 besiegt. Die Kölner verfehlten 1976/77 ganz knapp den Aufstieg in die deutsche Bundesliga. Nach 38 Runden lagen sie mit 48 Punkten auf Platz Vier, Meister wurde Arminia Bielefeld mit 51 Punkten, dahinter Rot-Weiss Essen mit 50 Zählern, gefolgt von Preussen Münster mit 49 Punkten. In der 2. Bundesliga-Nord spielten damals übrigens unter anderem Hannover 96, Bayer Leverkusen und die Alemannia Aachen.

Hier der Bericht aus der BF:
SCE Fortuna
1979 folgten zwei Spiele gegen das Team der Eisenstädter Partnerstadt Bad Kissingen. In Bayern gewann der SCE 3:1 und im Lindenstadion wurde der 1. FC 06 Bad Kissingen mit 2:1 geschlagen.
In den Neunzigern absolvierte der SCE ein Trainingslager in Wedau, wo es gegen Borussia Mönchengladbach ein 1:9 setzte, ehe man die 2. Mannschaft von Fortuna Düsseldorf 6:2 besiegen konnte.
Ein Jahr danach war man wieder zur Vorbereitung in Deutschland, und trennte sich dabei von der 2. Mannschaft der Borussia aus Mönchengladbach mit 1:1.

In Spanien hielt der SCE ja auch einmal ein turbulentes Trainingslager ab, über das ich schon einen eigenen Bericht geschrieben habe.

ESPErwähnt seien hier – wie auch im Bericht „Wenn einer eine Reise tut“ über das Trainingslager nachzulesen ist – die drei Testspielergebnisse gegen die iberischen Mannschaften:

Alicante CF vs. SCE  1:2
San Juan CF vs. SCE  0:5
Castillo de Elda CF vs. SCE  3:1

Bleiben wir in südlicheren Gefilden, und blicken auf Spiele gegen jugoslawische Mannschaften.

JUGDas erste Duell mit einem südslawischen Team fand laut meinen Aufzeichnungen im Juli 1955 statt. Laut dem BF-Bericht war es das „erste internationale Fußballspiel der Hauptstädter“. Vor gut 2.000 Zuschauern fand unter dem Schein der Flutlichter das Spiel gegen NK Rijeka Fiume statt, das der SCE mit 3:6 verlor, wobei zur Pause fast die komplette Mannschaft ausgetauscht wurde.

Die nächsten drei Spiele fanden gegen Teams aus Maribor statt: 1969 verlor der SCE auswärts mit 0:2 gegen den NK Maribor, 1971 ging man gegen den selben Gegner 0:4 unter, gewann dafür im gleichen Jahr in Oberwart gegen den FK Zeleznica Maribor mit 3:0.

Dreizehn Jahre später finden sich wieder Spielergebnisse gegen Jugoslawen: 1984 gewann der SCE gegen eine „kroatische Auswahl“ in Großwarasdorf mit 2:0, und spielte dann gegen den NK Osijek im Lindenstadion 1:1.

1987 hielt der SCE ein Trainingslager in Opatija ab, wo vier Spiele absolviert wurden:
NK Lovran vs. SCE  0:6
NK Orient Rijeka vs. SCE  2:1
NK Opatija vs. SCE  1:1
NK Lucki Radnik vs. SCE  1:1

Nach dem Zerfall Jugoslawiens trat der SCE 1997 gegen kroatischen Erstdivisionär NK Varteks Varazdin an.

CRODas am Osliper Sportplatz ausgetragene Vorbereitungsspiel sah sechs Tore, wobei die kroatischen Gäste viermal trafen, und der SCE eben nur zweimal den Ball ins Netz befördern konnte.

Dies dürfte auch das einzige Spiel gegen einen Klub aus dem selbständigen Kroatien in der Geschichte des SCE gewesen sein.

GREWeiter südlich vom Balkan liegt Griechenland. In den frühen Achtzigerjahren schaute der griechische Spitzenklub Aris Saloniki (Thessaloniki) in Österreich vorbei, um sich auf die kommende Saison vorzubereiten. Dabei wurden natürlich auch Spiele gegen burgenländische Klubs abgehalten – so auch gegen den SCE!

1980 unterlag der wieder in die 1. Division aufgestiegene SCE im Lindenstadion mit 1:2. Die europacuperprobten Griechen, die 1979/80 im UEFA-Cup bis in die dritte Runde vorstießen, und dort nach dem Bezwingen von Benfica Lissabon und AC Perugia am AS Saint Étienne scheiterten, mussten 1980 gleich in der ersten Runde die Segel streichen. Nach einem 1:5 im Hinspiel an der Portman Road nützte ein 3:1-Sieg über den Ipswich Town FC im heimischen Stadion nichts mehr. Das Team aus East Anglia gewann dann sogar den UEFA-Cup!

Im Sommer 1981 war Aris Saloniki erneut im Burgenland, und bezwang den SCE in Mattersburg (!) mit 2:0. Im UEFA-Cup lief es dann für Aris wieder besser, denn während Titelverteidiger Ipswich in der ersten Runde an Aberdeen scheiterte, nahm Aris Saloniki die erste Hürde namens Sliema Wanderers mit dem Gesamtscore von 8:2. Nach einem 4:0-Heisieg gab es auf Malta einen 4:2-Erfolg.
In der zweiten Runde war dann aber beim belgischen SC Lokeren Endstadion. Dem 1:1 in Saloniki folgte eine 0:4-Niederlage in Belgien.

SCOZum seinem 80. Geburtstag kam 1987 der Greenock Morton Football Club als Gratulant ins Lindenstadion. Dem Burgenland war das Spiel gegen die Schotten sowie der feierliche Anlaß aber mehr als wurscht, denn kaum 200 Zuschauer tauchten auf. Der SCE gewann das Geburtstagsspiel mit 1:0.

SCE 80
Freundschaftsspiele gegen eine absolute Spitzenmannschaft aus der jeweiligen Epoche gab es leider keine, dafür konnte man so manchen „Exoten“ in die Liste der Spiel-Gegner aufnehmen:

EGYDa wurde 1974 ein Spiel gegen ein ägyptisches Spitzenteam angepriesen, doch die Mannen, die im Lindenstadion aufliefen, waren zwar Ägypter, aber weder ein „echter“ Verein, noch hatten sie etwas mit Spitzenfußball zu tun. Der SCE war an diesem Tag aber auch nicht gerade in Bestform, weshalb es gegen diese „Ägypten-Auswahl“ ein 2:2-Remis gab.

ISRIm Jahr 2000 hatte der SCE Besuch aus Israel. Im Lindenstadion kam es zum Vorbereitungsspiel gegen israelischen Zweitdivisionär Maccabi Kiryat Gat. Der SCE gewann mit 1:0 und sein damaliger Gast schaffte in der folgenden Saison den Aufstieg in die Premier League Israels, stieg aber gleich wieder ab.

KASIm Jahr 2003 fuhr ich nach Wiener Neudorf, denn am dortigen Sportplatz spielte der SC Eisenstadt gegen den kasachischen Erstdivisionär FC Irtysh Pavlodar. Nachdem ich die beiden Mannschaften dazu brachte, sich für ein gemeinsames Gruppenfoto aufzustellen, gewann der SCE dieses Spiel mit 2:0!

Hier eine unscharfe Kopie des von mir gemachten Fotos vom SCE und dem FC Irtysh Pavlodar

Hier eine unscharfe Kopie des von mir gemachten Fotos vom SCE und dem FC Irtysh Pavlodar

UAEIm Sommer 2000 bestritt der SC Eisenstadt zwei Spiele gegen den Emirates Club Ras al-Khaimah aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Dabei gab es eine 2:4-Niederlage sowie einen 1:0-Sieg zu verzeichnen.

Jahre später war dann erneut ein Team aus den Emiraten im Lindenstadion zu Gast, und zwar der Sharjah Sports Club.

Das letzte internationale Freundschaftsspiel seiner Geschichte bestritt der Sportclub Eisenstadt im Februar 2008 natürlich gegen ein Team aus Ungarn. Gegen den Kaposvari Rakoczi FC wurde mit 3:0 gewonnen, ehe der SCE seine beiden allerletzten Freundschaftsspiele gegen Burgenländer bestritt. Dabei wurde zunächst der SC Kroatisch Geresdorf bei stürmischen Wind 6:0 besiegt, und zum Abschluß gewann der SCE beim SV Forchtenstein mit 4:1… und dann kam schon bald das Ende!

© Gerhard Tinhof / sce1907.wordpress.com

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Geschichte, Geschichten und Anekdoten abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.