Der 2. April…

Da ist er wieder – der 2. April! Und ein weiteres Mal jährt sich der Todestag des SCE.

Grund genug, um einen Blick auf diesen Tag zu werfen. Was tat sich beim SCE, als der 2. April 2011 noch weit entfernt war und auch niemand damit gerechnet hätte, dass das geschehen würde, was schlussendlich an jenem Tag geschah?

© Gerhard Tinhof / sce1907.wordpress.com

Am 2. April 1966 hatte der SCE die Fußballsektion der Wiener Elektrizitätswerke – kurz FS Elektra – zu Gast im Lindenstadion. An die 600 Zuschauer wohnten dieser Begegnung bei, und sahen schon zu Beginn eine ganz große Torchance der Heimischen, doch der allein aufs Elektra-Tor zulaufende Leskovich II schoß überhastet den herauslaufenden Tormann Doleschal an.
Danach – so wird berichtet – folgte armseliger Fußball. Die Landeshauptstädter waren zwar optisch überlegen, doch völlig ohne Konzept. In der 32. Minute konnten die Zuschauer dennoch jubeln: Der BF-Wortlaut: „Kommanovits erwachte endlich nach Monaten, brach am Flügel durch und paßte scharf zur Mitte. Leskovich II brauchte nur den Fuß hinzuhalten, und schon stand es 1:0. Am Ende gab es aber nur ein 1:1.

Faksimile: BF Online-Archiv

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Das Spiel des SCE gegen den Wolfsberger AC im Frühjahr 1977 sollte eigentlich am 1. April ausgetragen werden, doch dann wurde es auf den 2. April 1977 verschoben – wegen Regens.
Auf dem aufgeweichten Terrain gewann der SCE gegen die Kärntner vor knapp 600 Besuchern mit 3:2, wodurch sie auf Platz Sieben der 2. Division kletterten.

Faksimile: BF-Onlinearchiv

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Das nächste Spiel an einem schicksalshaften 2. April gab es im Jahr 1983:
02.04.1983 Erste Division
In Graz-Liebenau gastierten die Eisenstädter beim GAK, der in der Tabelle knapp hinter dem SCE lag.

Sollte noch ein SCE-Spieler mit den Gedanken bei der Busfahrt vom Burgenland in die Steiermark gewesen sein, so wurde er sogleich in der ersten Spielminute wachgerüttelt, denn da knallte ein Schuß von Stering an die Latte des von Martinschitz gehüteten SCE-Tores. Dies war der Startschuß für eine sehr gute Bundesliga-Partie des SC Eisenstadt, der dank der Treffer durch Schneider (35.) und Solleder (77.) auf dem heißen Grazer Boden mit 2:0 gewann, sich damit auf den fünften Tabellenrang empor schob. Dies war zudem aus burgenländischer Sicht ganz besonders wichtig, denn damit qualifizierte sich der Sportclub Eisenstadt für den Mitropa-Cup der Saison 1983/84 – und wie der ausgegangen ist, sollte jeder SCE-Fan wissen.

Faksimile: BF-Onlinearchiv

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Am 2. April 1989 blamierte sich der SCE bei der sonntäglichen Matinée auf dem Slovan-Platz in Wien gründlich. Durch diese 2:5-Pleite beim SK Slovan-HAC verlor man die Tuchfühlung auf die Tabellenspitze der Regionalliga Ost.

Vier Jahre später – am 2. April 1993 – traf der SCE daheim im Lindenstadion auf den ASK-BSC Bruck/Leitha und gewann mit 4:1. Das Spiel selbst war kurios: (BF) Der SCE hat viele „Gesichter“! – Zwei davon sah man am Freitag abend bei der Flutlichtpartie gegen die Brucker: Fad, einfallslos und ohne „Tor-Willen“ die erste Hälfte, kampfstark und schußgewaltig, das vor allem in der Schlußoffensive. So meinten auch Präsident Hans Bauer und Coach Hans Füzi nach dem hochverdienten 4:1-Erfolg im eigenen Lindenstadion unisono: „Vergessen wir den Anfang, am Ende stand eines fest: Zwei Punkte dank eines tollen Einsatzes!“
Den Anfang des Torreigens setzte ein Energieanfall des aufgerückten Manndeckers „Jonny“ Weisz: 1:0 aus schrägem Winkel (49.). Danach gab’s zeitweise, bis zur 85. Minute, wieder Flaute. In den Schlußminuten allerdings überstürzten sich die Ereignisse: Manfred Prehsl zirkelte einen Freistoß ins Kreuzeck, mitten in die SCE-„Siegesfeier“ hinein aber „knallte“ Muschet den 1:2-Anschlußtreffer (86.) in die Maschen. Dann der große Auftritt des „kleinen“ Peter Csapo, der eine Minute vor Spielende Bruck-Keeper Kren überlistete und so zu Papa Csapos 40er sein erstes Meisterschaftstor in der Kampfmannschaft erzielte – zu diesem Zeitpunkt war der „Bua“ erst sechs Minuten im Spiel! Den Schlußpunkt setzte schließlich Michl Leeb, der einen Foulelfer mit einem Gewaltschuß vollstreckte (90.): 4:1 und damit der zweite Frühjahrs-Erfolg! – Mehr über dieses Spiel im „rund ums laberl“!

Faksimile: BF-Onlinearchiv

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In „rund ums laberl“ drehte sich fast alles um den SCE:
Alles Papa Csapo zu Ehren: „Heute spielen wir nur für Dich und werden für Dich auch einen Sieg holen!“ Das versprachen die Spieler dem „guten Geist im Hause SCE“, Stefan Csapo. Sie hielten Wort und gewannen über Bruck 4:1! An diesem Tag feierte der „Steff“ nämlich seinen 40er.

Sohn Peter durfte da nicht „nachstehen“, stand – wenn auch nur in den Schlußminuten – ebenfalls in der ruhmreichen Eisenstädter Mannschaft und erzielte an Papa Csapos Ehrentag gleich vier Treffer: Drei in der u23 beim 6:0-Kantersieg und dann einen in der Kampfmannschaft. Und zwar das psychologisch wichtige 3:1, nachdem die Brucker auf das 2:2 drängten.

Das schönste Geburtstagsgeschenk war für Stefan Csapo zu seinem 40er daher dieses Tor zum 3:1! „Ich hab es gespürt, schon weit vorher, wie a Hex: Der Bua wird gegen Schluß hineinkommen und ein wichtiges Tor machen! – Toll, ich bin so happy.“ – Mit den Worten, „heut‘ mach’st es“, munterten den Peter beim Wechsel Prochaska-Csapo auch die Adabeis und sein Coach Füzi auf. – Das ist eine schöne Seite des Fußballs…

In der Saison 1998/99 steckte der SCE tief im Abstiegssumpf der Regionalliga Ost und hatte am 2. April 1999 (Karfreitag) den FC Waidhofen/Ybbs zu Gast im Lindenstadion.
02.04.1999 Auferstehung

Reisenhofer hatte den SCE bereits in der sechsten Spielminute in Führung gebracht, und hätte Dosti nicht kurz darauf vom Fünfer eine große Chance vergeben, hätte sich der SCE wohl leichter getan. So wurde man aber spätestens nach dem Ausgleichstreffer in der 30. Minute völlig außer Tritt gebracht.
Die Einwechselspieler Thomas Leonhardsberger und Thomas Ugrinovich erlösten die knapp 350 Zuschauer (darunter natürlich auch ich) mit ihren Toren. Der SCE gewann mit 3:1, lag aber immer noch abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz der Ostliga.

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Das nächste Spiel an einem 2. April fand 2006 statt. An diesem Sonntag reisten wir nach Mödling, um uns dort mit den Admira Amateuren zu messen, und fuhren mehr als enttäuscht wieder ab…

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Ach ja: Am 2. April 2011 wurde der Sportclub Eisenstadt behördlich aufgelöst.

dissolved

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