Längst Vergessenes – Teil III

Erfolg, Erfolg, Erfolg! Man will immer Erfolg haben! Erst dann kommen sie alle daher. Die „Prominenz“ ist plötzlich „Fan“ vom Verein, die Politik versucht vom „Hoch“ zu profitieren und hofft dank dem Schauspiel fürs einfache Volk Stimmen bei der nächsten Wahl zu lukrieren. Die Medien überschlagen sich mit Superlativen…
Vorher – oder nachher – interessiert sich keiner so richtig dafür, außer dem „einfachen Mann“, der seinem Verein treu folgt, egal, ob im „Hoch“ oder im „Tief“ – wie man das auch immer definieren mag. Ist man Teil eines erfolgreichen Vereines ist es natürlich um einiges leichter, doch davon handelt dieser Bericht überhaupt nicht!

© Gerhard Tinhof / sce1907.wordpress.com

Viele Vereine wollen natürlich Erfolg haben und der ultimative Erfolg im österreichischen Fußball ist die Teilnahme an der höchsten Liga des Landes – heutzutage die aus zehn Mannschaften bestehende Bundesliga. Dabei locken vor allem die Spiele gegen die „großen“ Wiener Vereine. Die Spiele gegen die superreichen (mehr aber schon nicht) Salzburger und den SK Sturm aus Graz nimmt man da natürlich auch gerne mit.

Historisch betrachtet sind die Spiele gegen die Austria und Rapid natürlich immer etwas Besonderes, auch wenn heutzutage eh schon ein jeder der übrigen Bundesligisten mehrmals gegen die früher ganz Großen gewinnt.

Wien besteht fußballerisch aber nicht nur aus den Violetten und den Grünen. Nein, da gibt es noch viele andere, die ebenso einmal große Kaliber waren. Einen ganz besonderen Reiz hatten Partien gegen den First Vienna Football Club, den Wiener Sport-Club, die Admira, den SC Wacker und den I. Simmeringer SC.

Und dann gibt es noch einen Verein, gegen den der SC Eisenstadt ebenso legendäre Spiele absolvierte, wie gegen die zuvor genannten Klubs aus der Bundeshauptstadt – und zwar in der 1. Division, der 2. Division sowie in der Regionalliga Ost! Dies war der Favoritner Athletik-Club – kurz FavAC genannt.

Als Anfang Juni 1978 in Argentinien die ortsansässige Militärdiktatur die Fußball-Weltmeisterschaft eröffnete, wurde in Österreich noch gespielt.
Der SCE beendete die Saison mit einer 0:4-Ausärtsklatsche beim SC Amateure Sankt Veit und belegte in der 2. Division den zehnten Rang, punktegleich mit dem ASV Kittsee. Absteigen mussten der SC Tulln, der ASK Salzburg sowie der SV Stockerau. Diese wurden von den drei Aufsteigern ersetzt: Wolfsberger AC, USK Anif und dem FavAC, der die Regionalliga Ost vor dem SC Neusiedl/See gewann.

SCE v ASK Sbg

BF-Onlinearchiv: der SCE schlägt Absteiger ASK Salzburg knapp mit 1:0.

Das erste Aufeinandertreffen des SCE mit dem Ostliga-Meister gab es dann schon im August 1978 im Cup. Dabei gab es ein böses Erwachen:

Cup 1978

BF-Onlinearchiv: Cup-Niederlage beim FavAC!

Es wurden aber auch schon die Weichen für die Zukunft gestellt. Der Erfolg sollte wieder nach Eisenstadt zurückkehren, der baldige Aufstieg in die oberste Liga sollte her – sowie mehr Zuschauer.

Pressekonferenz

BF-Onlinearchiv

Mehr Zuschauer

Der Start in die neue Saison verlief für den SCE eher mittelprächtig. Als sie dann Ende Oktober erneut nach Wien-Favoriten reisten, um ihr erstes Meisterschaftsspiel gegen den FavAC auszutragen, bestand die Möglichkeit, mit einem Sieg den Anschluss an die Spitzengruppe zu wahren. Doch am FavAC-Platz wurden die Burgenländer klassisch ausgekontert und mussten sich den auch nicht gerade berauschend spielenden Rot-Schwarzen mit 0:2 geschlagen geben. Damit überholte der Ostliga-Meister sogar den SCE in der Tabelle. Nach dieser zehnten Runde führte der LASK ungeschlagen vor den Amateuren aus Sankt Veit und der Austria aus Klagenfurt. Auf Rang Vier Schwarz-Weiß Bregenz, dahinter der FavAC punktegleich mit dem Villacher SV. Der SCE belegte mit fünf Siegen, einem Remis und vier Niederlagen Platz Zehn. Es hätte aber auch schlimmer sein können, denn der USK Anif lag zu diesem Zeitpunkt ohne Punkt auf dem letzten Platz der 2. Division.

FavAC v SCE 1978

BF-Onlinearchiv: FavAC vs. SCE 2:0

Im Rahmen der Vorbereitung auf die Frühjahrssaison 1979 wurde der SCE zum am FavAC-Platz ausgetragenen Winter-Cup eingeladen an dem vier Zweitdivisionäre teilnahmen.
Nach dem 2:1-Sieg gegen den 1. Wiener Neustädter SC im „Halbfinale“ warteten die Hausherren, die den I. Simmeringer SC bezwangen, im Finale. Der FavAC ging schon nach fünf Minuten durch einen Elfmeter mit 1:0 in Führung. Füzi gelang mit einem schönen Heber der Ausgleich, doch am Ende siegte der FavAC mit 2:1.

Das Meisterschaftsheimspiel im Lindenstadion fand nach einem enttäuschenden 0:0 beim Salzburger Prügelknaben Anif statt. Zwar war der SCE nun schon seit 13 Spielen ungeschlagen, doch bei einer Bilanz von 5 Siegen und 8 Unentschieden (nicht wenige davon torlos) kam er dem ersten Platz zwar nahe, aber nicht nahe genug. Die letzte Niederlage gab es im Herbst gegen den Tabellenführer LASK und gleich nach dem FavAC-Spiel ging es nach Linz zum Spitzenspiel.

Vor dem Spiel gegen den FavAC wurde berichtet:

FavAC v SCE 1979 I

BF-Onlinearchiv

Dank des späten Treffers durch Rudi Strobl (85. Minute) gewann der SCE vor knapp 1.200 Zuschauern gegen den FavAC-Vuzem mit 1:0, um eine Woche darauf gegen den LASK mit 1:3 zu verlieren. Damit war der Zug für den Aufstieg abgefahren. Am Ende der Saison war der SC Eisenstadt Dritter und der FavAC fand sich auf Platz Zehn wieder.

Im Oktober 1979 folgte das nächste Aufeinandertreffen dieser beiden Klubs. Die Wiener wurden nach der Verpflichtung von Trainer Gerdi Springer zu einem Titelfavoriten hochstilisiert, enttäuschten aber hauptsächlich und lagen nach sieben Runden mit vier Punkten an vorletzter Stelle, während der SCE wieder einmal nur im Mittelfeld zu finden war – mit sieben Punkten. Wie diese Saison am Ende ausging, sollte aber inzwischen jeder SCE-Fan ganz genau wissen.
Das Spiel gegen den FavAC folgte einem 0:5-Debakel am Innsbrucker Tivoli gegen SSW Innsbruck, das den sofortigen Wiederaufstieg anstrebte, bisher aber nur die zweite Geige hinter den ungeschlagenen Donawitzern spielte.
Vor gut 1.500 Zuschauern lieferten die SCE-Spieler auch trotz des frühen Rückstandes (9. Minute durch Englisch) ein sehenswertes Spiel ab und gewannen durch Tore von Horst Sauerwein (21.) und Johann Füzi (63.) noch mit 2:1.

Im April 1980 traf man sich wieder und das Favoritner-Vuzem-Leder erwies sich als ziemlich zäh. Erwin Schneider brachte den SCE in der 25. Minute mit 1:0 in Front. Wenige Minuten nach dem Wiederbeginn glich Englisch für die Wiener aus, die nun eine starke Drangperiode hatten. Der SCE kam zu guten Einschussmöglichkeiten, scheiterte aber zunächst an Keeper Liszt. Drei Minuten vor dem Ende gelang dann Ossi Steiger vor 2.000 Zuschauern am engen FavAC-Platz der Treffer zum 2:1 für die Burgenländer, die dadurch Platz Drei hielten und nun nur noch einen Punkt hinter Platz Eins lagen.

Sieben Runden später trennten sich dann die Wege des SCE und des FavAC. Die Eisenstädter stiegen als Meister der 2. Division in die 1. Division auf und die Favoritner mussten als Letzte den Gang in die Wiener Liga antreten, denn die Regionalliga Ost wurde im Sommer 1980 vorerst einmal eingestellt.

Es dauerte aber nicht allzu lang, bis sich die beiden Klubs wieder in derselben Liga gegenüber standen. Nach dem sofortigen Abstieg des SCE gelang dem FavAC der postwendende Aufstieg in die 2. Division. Nach dem Gewinn der Wiener Liga setzten sie sich im „Finale“ der Aufstiegsspiele gegen den NÖ-Meister SV Stockerau durch (2:0 und 0:0).

Aufstieg 1981

Arbeiter-Zeitung: FavAC feiert den Aufstieg

Am Sonntag, den 6. September 1981, lud der FavAC um 10 Uhr zum Vormittagsspiel auf dem FavAC-Platz in der Kennergasse. 3.800 Besucher wohnten dieser Begegnung bei und sahen eine torlose erste Halbzeit. Nach der Pause überschlugen sich die Ereignisse. Zarbach überwand seinen eigenen Torhüter, wodurch der SCE plötzlich führte. Die Freude währte aber nicht lange, denn zwei Minuten später stand es schon 1:1 (Kriegler, 51.). Die Partie wurde nun hektisch und der Wiener Stürmer Senegacnik sah „Rot“. In der 72. Minute dann ein geniales Zuspiel von Solleder auf Aigner und der SCE führte mit 2:1. Dabei blieb es auch nach 90 Minuten.

FavAC v SCE 1981

BF-Onlinearchiv: FavAC vs. SCE 1:2

Das Rückspiel im Jahr 1982 war für einen Freitagabend angesetzt, musste aber wegen starker Regenfälle abgesagt werden. Das Wasser stand knöcheltief. Dank der unermüdlichen Arbeit des Platzwartes und seiner Helfer konnte die Partie dann am Samstag um 15:30 angepfiffen werden. Es waren kaum tausend Zahlende anwesend (Jahre später hätte man sich darüber unendlich gefreut) und wer daheim geblieben ist, hat ein Spektakel versäumt. Der SCE begann wie aus der Pistole geschossen und führte schon nach zehn Minuten mit 3:0! Karsai, Füzi und Kloiber überboten sich mit wunderbar anzusehenden Treffern. Der Ex-Austrianer Marcello, nun in Diensten des FavAC, konnte in der 14. Minute auf 1:3 stellen und verkürzte knapp vor dem Pausenpfiff sogar noch auf 2:3. Der SCE brach diesmal aber keineswegs ein und in den Minuten 50 sowie 57 erhöhte Erwin Schneider den Spielstand auf 5:2. In der Folge wurde ein mögliches Schützenfest versäumt, doch mit diesem 5:2-Sieg konnte der SCE zufrieden sein.

SCE v FavAC 1982

BF-Onlinearchiv: SCE vs. FavAC 5:2

Die BF berichtete auch noch von einem Aufreger: „Einige von diesen [von den knapp 1000 zahlenden Zuschauern] genossen das Match, aber auch den Alkohol in großen Zügen. Infolge dessen kam es bald nach Spielbeginn zu einer Rauferei, als ein SCE-Fan „nieder mit den Mundln“ schrie.

Die Saison 1981/82 beendete der SC Eisenstadt als Vizemeister und durfte zusammen mit Meister Austria Klagenfurt sowie den Vereinen auf Platz Drei bis Sechs in die wieder auf 16 Vereine aufgestockte 1. Division aufsteigen. Der FavAC wurde Neunter und begrüßte gleich sieben neue Klubs in der 2. Division, musste sich zudem von der SPG Innsbruck verabschieden, da sich die Innsbrucker Spielgemeinschaft auflöste.

Nun schlug die Stunde des FavAC, denn als Vizemeister (punktegleich mit Meister SV Sankt Veit) schafften sie den Sprung in die höchste Liga Österreichs! Die Favoritner gehörten nun zu den vier besten Wiener Vereinen und ihr erstes Derby fand in der fünften Runde daheim gegen die Austria statt. Vor gut 6.800 Zuschauern mussten sie sich ihren Bezirkskollegen mit 1:2 geschlagen geben. In der elften Runde erreichte der FavAC daheim gegen den Wiener Sport-Club ein 1:1-Unentschieden und eine Woche später hatten sie den SK Rapid zu Gast. An die 6.500 Zuschauer kamen auf den FavAC-Platz und sahen wie die Hütteldorfer auch dank zweier Panenka-Elfmetern mit 3:1 gewannen.

Erst in der 15. Runde trafen der SC Eisenstadt und der FavAC wieder aufeinander, was auch nur an die 300 Zuschauer ins Lindenstadion lockte. Das Duell Eduscho gegen Schöps war eine flotte Partie, der nur die Tore fehlten. Dies war der erste Auswärtspunkt des FavAC, der nach 15 Runden mit neun Punkten an vorletzter Stelle rangierte. Letzter war zu diesem Zeitpunkt der SC Alvorada Neusiedl/See mit null Punkten! Der SCE lag mit zwölf Punkten auf Rang Elf.

SCE v FavAC 1983

SCE v FavAC 1983 II

BF Onlinearchiv: SCE vs. FavAC 0:0

Es wurde dann noch eine Runde im Dezember gespielt, in der der SCE daheim gegen Rapid 0:2 verlor und der FavAC seinen ersten Auswärtssieg feiern konnte – 4:2 bei Union Wels.
Zwei Monate später löste sich Union Wels in Luft auf, wodurch die Liga mit 15 Vereinen zu Ende gespielt wurde. In den Derbies holte der FavAC zunächst ein 1:1 am Horr-Platz gegen die Austria, verlor beim Sport-Club mit 2:4 und ging beim SK Rapid gar mit 0:4 unter.

Am 1. Juni 1984 endete die Meisterschaft mit dem Auswärtsspiel in Wien-Favoriten. Die Darbietung des SCE war für die mitgereisten Fans eine Zumutung und so konnte die Mehrheit der 2.000 Zuschauer den 3:0-Sieg der Hausherren bejubeln. Der SCE und der FavAC beendeten die Saison mit je 25 Punkten, wobei mit „-10“ das „bessere Torverhältnis hatte und somit Platz Elf vor dem SK VOEST und dem FavAC behaupten konnte.

SCE v FavAC 1984

BF Onlinearchiv: FavAC vs. SCE 3:0

In der Saison 1984/85 ging es für die Klubs, die keine Chancen beziehungsweise Ambitionen auf den Meistertitel hatten, darum, zumindest Elfter der Liga zu werden, da diese mit der kommenden Saison auf zwölf Vereine reduziert werden sollte.
Im August standen sich der SCE und der FavAC im ÖFB-Cup gegenüber. Im Lindenstadion revanchierte sich der Sportclub Eisenstadt für das Cup-Aus im Jahre 1978 und siegte mit 4:1.

Rudi Strobl

Rudi Strobl nach dem 4:1-Cup-Sieg

In der sechsten Runde trafen sich die beiden Klubs im Lindenstadion wieder. Der FavAC kam gerade von einem 0:7-Debakel beim SK Rapid und der SCE von einer 0:1-Niederlage beim Wiener Sport-Club zu diesem Duell.
Das Spiel fand vor der „mageren“ Kulisse von 1.500 Zuschauern statt, was laut BF an „den Auflösungsgerüchten, dem Alkoholverbot und sicher auch an der enttäuschenden Leistung unserer Nationalmannschaft in Budapest“ lag. Abgesehen davon gewann der SCE das Spiel durch Tore von Peischl und Rupprecht mit 2:0 und lag nach dem zweiten Saisonsieg auf Platz Zehn, der FavAC vier Ränge dahinter.

SCE v FavAC 1984 II

BF-Onlinearchiv: SCE vs. FavAC 2:0

ORF SCE v FavAC

Kurz vor dem Spielbericht in der ORF-Sendung „Fußball“.

FavAC in Blau

Der FavAC spielte in Hellblau.

Foul

Foul von Didi Constantini.

Jubel

Jubel nach dem 2:0 für den SC Eisenstadt.

Das letzte Spiel der beiden Klubs in der 1. Division fand am 7. April 1985 am FavAC-Platz statt. Dabei genügte dem SCE eine Durchschnittsleistung zum 2:1-Sieg – Peischl in der ersten Minute (!) sowie Bruckhoff (82.) sorgten für die Tore.

SCE v FavAC 1985

BF-Onlinearchiv: FavAC vs. SCE 1:2

Der SC Eisenstadt schaffte als Achter die Qualifikation für die neue Zwölferliga und der FavAC musste als Drittletzter in die 2. Division absteigen. Es sollte noch ein paar Jahre vergehen, bis sich die beiden Vereine wieder gegenüberstehen sollten – dann allerdings in der Regionalliga Ost.

Als Absteiger aus der 2. Division fand sich der SCE in der Ostliga wieder, wo der FavAC in den letzten beiden Saisonen Dritter beziehungsweise Vierter wurde. Der Spielplan sah vor, dass sie sich erst in der letzten Herbstrunde treffen sollen. Großzügig geschätzte 150 Besucher kamen ins Lindenstadion und sahen ein gutes Spiel des SCE, wobei die Ladehemmung der Stürmer erst kurz vor der Pause gelöst werden konnte. Petrovic brachte die Eisenstädter in der 41. Minute in Führung und Omischl sorgte kurz vor dem Pausenpfiff für das 2:0. Omischl sorgte dann auch noch für das 3:0.

SCE v FavAC 1988

BF-Onlinearchiv: SCE vs. FavAC 3:0

Zum Saisonabschluß 1989 lud der FavAC seinen „alten Freund“ zur Sonntagsmatineé in die Kennergasse. Für beide ging eine durchwachsene Saison zu Ende. Der SCE hatte längst die Chance auf den Meistertitel vergeigt und den im Mittelfeld liegenden Wienern war der Klassenerhalt sicher. Vor den Augen von Hans Krankl gelang Horst Steiger in der 67. Minute das 1:0, doch zwei Minuten vor dem Ende gelang dem FavAC durch Kubesch noch das 1:1.

Im Herbst 1989 trabten die zwei Klubs recht durchschnittlich durch die Meisterschaft. Die beiden trafen sich in der elften Runde und der FavAC sollte seinen höchsten Sieg gegen den SCE seit dem 3:0 in der 1. Division feiern. Und das, weil der SCE die vielen Chancen nicht nutzen konnte. Vor 1.000 Zuschauern wurde der „zerrupfte“ SCE weit unter Wert geschlagen. Zerrupft deshalb, weil unter anderem die beiden Keeper Unger und Widek verletzungs- bzw. krankheitsbedingt fehlen, weshalb der 17jährige Erwin Jagsich sein Debut in der Kampfmannschaft hatte, und am Tag zuvor Miro Trkulja von SCE-Trainer Stessl gefeuert wurde, weil er nicht zu befohlenen Kasernierung erschien. Der FavAC gewann das Spiel mit 4:0.

SCE v FavAC 1989

BF-Onlinearchiv: FavAC vs. SCE 4:0

Im Frühjahr gab der FavAC dann so richtig Gas, wurde mit 20 Punkten Zweiter der Frühjahrstabelle, während der SCE nicht in die Gänge kam und in der angesprochenen Frühjahrstabelle nur den vorletzten Rang belegte. Beim Treffen im Lindenstadion überfuhr der FavAC den SCE gar mit 3:0!
Die Abstiegsränge rückten nun in gefährliche Nähe.

SCE v FavAC 1990

BF-Onlinearchiv: SCE vs. FavAC 0:3

Der „worst case“ konnte (noch) abgewendet werden. Während der FavAC Dritter wurde, landete der SCE auf Platz Zwölf, zwei Punkte vor dem ersten Absteiger – dem ASK Baumgarten.

Die Saison 1990/91 wurde zu einem Schaulaufen zwischen dem FavAC und der SV Oberwart, das die Wiener mit einem Punkt mehr abschließen konnten. Auf dem Weg zum Ostliga-Meistertitel trafen die Favoritner natürlich auch wieder auf den SC Eisenstadt.
Im Herbst trafen sie im Lindenstadion aufeinander. Die 400 Zuschauer bekamen dabei eine wahre Sensation zu sehen: Der große Favorit aus Wien-Favoriten ging mit einer 0:1-Niederlage vom Platz. Das Goldtor erzielte „Johnny“ Weisz in der 37. Minute.

SCE v FavAC 1990 II

BF-Onlinearchiv: SCE vs. FavAC 1:0

Im Frühjahr gewann dann der FavAC sein Heimspiel vor gut 1.300 Zuschauern gegen den SCE mit 2:1.
FavAC v SCE 1991
FavAC v SCE 1991 II
FavAC v SCE 1991 III
In den verbleibenden vier Spielen holte der SCE nur noch drei Punkte (drei Remis), wodurch der Abstieg in die Landesliga nicht mehr zu verhindern war.

Der SCE und der FavAC sollten sich aber noch einmal in der Liga wieder sehen. Im Sommer 1994 stiegen die Wiener aus der 2. Division ab, wollten aber gleich wieder zurückkehren, während der SCE schon mit dem Verbleib in der Ostliga zufrieden gewesen wäre. Die beiden trafen sich traditionell spät in der Meisterschaft. Die 13. Runde führte den Titelanwärter ins Lindenstadion, von wo er durch einen 2:0-Sieg alle Punkte mit nach Wien nahm. Gegen die noch ungeschlagenen Wiener war einfach kein Kraut gewachsen, was SCE-Pressesprecher Thomas Stranzl zur Aussage verleitete: „Der FavAC ist die Ajax-Truppe der Ostliga!“

SCE v FavAC 1994

BF-Onlinearchiv: SCE vs. FavAC 0:2

Der SCE spielte in den rotschwarzen „Sportcafe-Dressen“:
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Im Rahmen der 27. Runde fand das Rückspiel im Frühjahr 1995 statt. Natürlich am Sonntag um 10:30! Der SCE spielte gut, musste sich aber dem FavAC mit 1:3 geschlagen geben. Da der zweite Klub, der auch noch Chancen auf den Meistertitel hatte, zuvor gegen WSC/Gerasdorf verloren hatte, konnten die Wiener ihren dritten Ostliga-Titel feiern… während drei Runden später für den SCE abermals die Welt zusammenbrach.

Im Ligabetrieb gab es 18 Spiele der zwei Klubs. Neun Siege konnte der SCE einfahren, der FavAC sieben. Zwei Partien endeten unentschieden und im Cup gab es für jeden einmal den Aufstieg zu feiern.

Die letzten dokumentierten Aufeinandertreffen gab es während der Vorbereitung auf die Frühjahrssaison 2008, die der SCE nicht mehr zu Ende spielen sollte. Es gab einen Sieg der Wiener sowie ein Remis. Wer weiß, vielleicht trifft der neue Sportclub Eisenstadt ja einmal wieder auf den FavAC…     …Nachtrag: Da der „neue“ SCE nach nur 507 Tagen Existenz wieder aufgelöst wurde, wird es dazu wohl nicht kommen.   …Nachtrag zum Nachtrag: Im Juni 2016 tauchte plötzlich wieder ein neuer SC Eisenstadt auf, der sich sogar noch die Jahreszahl 1907 in den Namen fügte…

© Gerhard Tinhof / sce1907.wordpress.com

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