Kismarton versus Nagymarton

Mattersburg! Ein Ort im Burgenland, der auch einen Fußballverein hat – die Sportvereinigung Mattersburg. Auch wenn in den schon viele Jahrzehnte zurückliegenden Meisterschaftssaisonen Spiele gegen Siegendorf und Neufeld den allerhöchsten Stellenwert hatten, so rangierten die Duelle mit dem SVM gleich dahinter. Speziell in den Neunzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts lieferte sich der SCE immer einen heißen Tanz mit dem Nachbarn aus Mattersburg.

© Gerhard Tinhof / sce1907.wordpress.com

Als in der zweiten Hälfte der Vierzigerjahre wieder mit dem Ligabetrieb im wieder eingerichteten Burgenland begonnen wurde, begann die Spielserie gegen Mattersburg und hielt die Fünfziger- und Sechzigerjahre an. Dann, der SCE-Fan weiß das natürlich, trennten sich ihre Wege. Zwar gab es hie und da auch mal ein Freundschaftsspiel beziehungsweise ein Testmatch, doch erst in den Neunzigern wurde dieses Derby wiederbelebt. In meiner Datenbank habe ich – sofern diese denn korrekt ist (darauf erhebt sie keinen Anspruch) – 38 Meisterschaftsspiele stehen. „Nur“ zwölf davon sind mit einem „S“ markiert, das natürlich auf einen Sieg des Sportclub Eisenstadt hinweist. Acht Partien endeten unentschieden, bei einem Spiel konnte ich kein Endergebnis ausfindig machen beziehungsweise durch das genaue Studieren der Tabelle nachrechnen. Und wenn ich das „N“ selektiere, das – es wird nicht verwundern – für Niederlagen steht, werden 17 Spiele aufgelistet.

Wenn ich dann sogar nur die Partien aus der Post-Bundesliga-Ära des SCE betrachte, läuft dem SCEler die „Ganslhaut“ über den Rücken. Zwei Siege stehen drei Remis sowie gleich fünf Niederlagen gegenüber.

Damals wie heute sind und waren es aber bloß Fußballspiele – wenn auch mit einer gewissen Brisanz, bei denen es immer um die „Ehre“ ging. Das Leben ging aber auch bei einer Niederlage weiter. Sich deswegen groß aufregen? Wozu? Und wer erst einmal die Auflösung seines Lieblingsvereines überwunden hat, der betrachtet den Fußball mit ganz anderen Augen. Doch bevor ich hier nun komplett abschweife, schnell wieder zurück zum eigentlichen Thema: Spiele zwischen dem SC Eisenstadt aus dem einstige Kismarton und der Sportvereinigung Mattersburg aus dem ehemaligen Nagymarton.

Nur die Siege herauszupicken wäre zu einfach und es ist nicht Sinn dieser Seite den SCE zu glorifizieren, was ich – so hoffe ich – in den bisherigen Beiträgen auch nicht getan habe.

DIE VIERZIGERJAHRE:

SV Mattersburg vs. SC Eisenstadt 3:2
Im November 1946 standen sich Mattersburg und Eisenstadt in der Meisterschaft der 1. Klasse Gruppe Mitte erstmals gegenüber. Das Spiel fand vor gut 1.200 Zuschauern in Mattersburg statt. Die SVM (ja, DIE, weil der offizielle Vereinsname Sportvereinigung Mattersburg lautet, nicht Sportverein), welche laut Vereinsregister am 24. September 1946 entstand, musste gleich für fünf Spieler Ersatz stellen, doch diese machten ihre Sache gut. Zu gut für den SCE, der zwar seinem Ruf, dem Gegner das Siegen schwer zu machen, gerecht wurde, aber am Ende freuten sich die Mattersburger über einen 3:2-Sieg.
In der 30. Minute ließ Frühstück einen seiner gefürchteten Schüße los, den der Eisenstädter Keeper nur mehr aus dem Netz holen konnte. Eisenstadt drückte danach auf den Ausgleich, doch die Abwehr der Gastgeber hielt dem Druck stand. Zehn Minuten nach dem Wiederanpfiff war es dann aber soweit: 1:1. Es dauerte aber nicht lange, da führten die Mattersburger schon wieder mit 2:1 und als Frühstück in der 70. Minute erneut einen Kracher in Richtung Eisenstädter Tor katapultierte, war das 3:1 gefallen. Der SCE gab sich aber noch nicht geschlagen und kam noch zum Anschlußtreffer. Bis dann endlich (aus Mattersburger Sicht) das Spiel abgepfiffen wurde, mussten die heimischen Zuschauer noch so manche bange Minute durchstehen…

SC Eisenstadt vs. SV Mattersburg 2:0
Im April 1948 gelang dem SCE sein erster Meisterschaftssieg gegen die Mattersburger (sofern es nicht schon zumindest einen vor dem Zweiten Weltkrieg gab). Die „Grünen“ kamen als Favorit „auf die Halt“, wo der SCE mit folgender Mannschaft antrat: Wallner; Fraß, Fuhrmann II; Martetschläger, Fleck, Juschitz; Fuhrmann I, Ernst, Pfann, Bazik, Rippel. Mein Opa, der im Herbst 1947 ein Spiel bestritt, wurde nicht berücksichtigt…
Ernst und Rippel erzielten die umjubelten Tore des SCE, der gut 70 Minuten lang praktisch nur mit zehn Mann spielte, denn Martetschläger verletzte sich und konnte nur mehr humpelnd am Spielgeschehen teilnehmen.

SV Mattersburg vs. SC Eisenstadt 4:4
1948 SVM v SCE
Im September des Jahres 1948 kam es zu einem trefferreichen Spiel zwischen Mattersburg und Eisenstadt. An dieser Stelle möchte ich den BF-Bericht sprechen lassen:
Das Spiel dieser beiden Rivalen brachte, wie wir bereits vorausgesagt haben, eine Härte mit sich, die besonders von seiten der Mattersburger des öfteren die Grenzen des Erlaubten überschritten haben. Obendrein ein Schiedsrichter, der die Auslegung der Spielregeln in großzügiger Art handhabte und dadurch einen verdienten Sieg der Eisenstädter teilte.
Dem Spielverlauf nach zeigen sich die Hauptstädter in bester Kondition und übernehmen von Anbeginn an das Kommando. Ihre Aktionen sind einheitlich, äußerst wuchtig und bringen die abwehr der Mattersburger zur vollsten Entfaltung. Der Erfolg läßt auch nicht lange auf sich warten, und schon heißt es 1:0 für Eisenstadt. Eisenstadt greift weiterhin an und im Zeitraum dieser Drangperiode gelingt den Mattersburgern aus klarer Abseitsstellung der Ausgleichstreffer. Der Schiedsrichter jedoch anerkennt den Treffer. Die Eisenstädter lassen sich aber nicht entmutigen und bedrängen weiterhin das Gehäuse der Mattersburger, wobei sie abermals ihre Farben in Führung bringen. Der Kampf nimmt nun immer mehr an Härte zu und sieht jetzt die Mattersburger mehr dominierender. Der Ausgleichstreffer läßt abermals nicht lange auf sich warten, und mit 2:2 geht es in die Halbzeit.
Jetzt sind es die Mattersburger, die das Spielgeschehen restlos an sich reißen. Mit einem schönen Tor übernehmen sie die Führung. Die Freude dauert aber nicht lange, und wieder heißt es 3:3. Abermals geht Mattersburg in Führung und versucht unter allen Umständen und wenig wählerischen Mitteln dieses Resultat zu halten, beziehungsweise zu erhöhen. Eisenstadt gibt sich aber nicht geschlagen. Eine kleine Umstellung im Sturm und in der Halfesreihe erhöhen die Angriffskraft wesentlich, und schon heißt es 4:4.
Nun nähert sich das Spiel dem Ende zu, seine kämpferischen Momente nehmen dramatische Formen an und die Kritisierungen und Titulierungen des Schiedsrichters seitens der Spieler erreichen ihren Höhepunkt, die zu ahnden, sich der Schiedsrichter scheinbar nicht getraute. Die Hauptstädter erzielen nun in weiterer Folge zwei Tore, die jedoch vom Schiedsrichter in unerklärlicher Weise nicht anerkannt werden.
Das Meisterschaftsspiel der Reserven endete 3:4 für Mattersburg, und seitens der Eisenstädter wurde Protest eingelegt, da ein bereits ausgeschlossener Spieler der Mattersburger das Spiel bis zum Ende bestritt.

Tabelle 1948

Die Tabelle nach diesem 4:4.

SC Eisenstadt vs. SV Mattersburg 4:3
Das Rückspiel der Meisterschaft 1948/49 verlief im März 1949 ähnlich torreich und turbulent, wie das zuvor erwähnte Acht-Tore-Remis.
Zusätzliche Brisanz herrschte bei den Meisterschaftsspielen deswegen, weil die ersten Fünf der 1. Klasse Gruppe Mitte in der kommenden Saison in der neu geschaffenen landesweiten burgenländischen Landesliga spielen würden.
Die gut 1.000 Zuschauer staunten nicht schlecht, als der SCE nach einem 1:3-Pausenrückstand das Spiel noch drehen konnte. Die Gäste aus Mattersburg hatten mit dem Wind im Rücken begonnen. Der erste Aufreger der Partie: Luckenberger wird im Strafraum zu Fall gebracht, doch der Strafstoß wurde eine leichte Beute für den SVM-Tormann. Nach zwölf Minuten gingen die Gäste dann in Führung und nur sechs Minuten später stellten sie durch einen Elfmeter auf 2:0. Die SCE-Abwehr schwamm nach Noten und konnte keine Akzente nach Vorne setzen. Der nicht ganz sicher wirkende Schiedsrichter, der viele Unsportlichkeiten „übersah“, wurde von den Zuschauern beider Seiten ausgepfiffen. Nach zwanzig Minuten wurde der im BF-Bericht nicht genannte SCE-Mittelstürmer nach einem schweren Foul vom Platz gestellt.
Als der Pausenpfiff ertönte, stand es 3:1 für Mattersburg und nach dem Wiederbeginn war der SCE nicht mehr wieder zu erkennen. Held des Tages war Csacsinovits, der den „Mattersdorfern“ drei Tore einschenkte.
Das schönste Tor war jenes zum 3:3-Ausgleich: Rudi Fleck zog den Ball per Rückzieher aufs Mattersburger Tor, wo „Csini“ das Spielgerät per Kopf ins Netz beförderte. Acht Minuten vor dem Ende traf Csacsinovits dann zum 4:3-Sieg.

In der Tabelle führte Siegendorf überlegen vor Neufeld, gefolgt von Mattersburg und dem SCE. Auf dem begehrten fünften Platz rangierte Hirm, punktegleich mit Hornstein. Schon etwas abgeschlagen waren Schattendorf, Antau und Wimpassing. Für Stinkenbrunn, Sauerbrunn und Pöttsching war die mögliche Qualifikation für die Landesliga in weiter Ferne.
Am Ende der Meisterschaft war der SC Eisenstadt aber nicht unter den neuen Landesligisten zu finden, denn der lag nur auf dem undankbaren sechsten Platz. Hornstein und Hirm hatten es noch geschafft, den Hauptstadtklub zu verdrängen.

Die Bilanz der Vierzigerjahre:
6 Spiele, 2 SCE-Siege, 2 Remis sowie wohl auch 2* Niederlagen. *Wie schon gesagt, von einem Spiel ist kein Ergebnis zu erfahren gewesen. Es wird aber wohl eine Niederlage gewesen sein.

DIE FÜNFZIGERJAHRE:

Als der SCE zwei Jahre nach der verpassten Qualifikation zur Landesliga dann doch endlich in der höchsten Spielklasse des Burgenlandes spielte, war gegen den SV Mattersburg nichts zu holen. Beide Spiele gingen hoch verloren: 0:5 und 2:6.
Über das 2:6 habe ich schon im Bericht „Ein letztes Mal in der 1. Klasse“ berichtet.

Nach dem sofortigen Abstieg und der sofortigen Rückkehr in die Landesliga konnte der SCE aber auch in der zweiten „Oberhaus“-Saison nicht gegen Mattersburg gewinnen. Am Saisonende lag der SCE abermals auf einem Abstiegsplatz, doch durch die Fusion mit dem SC NEWAG, der auch in der Landesliga spielte – und gegen Mattersburg 0:3 bzw. 0:4 verlor -, „blieb“ der alte SCE in der Landesliga (auch wenn der dominierende Ehepartner der Sportclub NEWAG war).

SV Mattersburg vs. NEWAG-SC Eisenstadt 0:2
Die Eisenstädter kamen als Tabellenführer nach Mattersburg, wo sie ihre Position in der Tabelle weiter festigen konnten. Zwar hatten die Mattersburger mehr vom Spiel, waren zeitweise drückend überlegen, doch gelang ihnen kein Tor. Luckenberger brachte dann den SCE in der ersten Halbzeit mit 1:0 in Führung und in der zweiten Hälfte knallte er einen Bombenschuß an die Latte. Der ins Feld zurück fliegende Ball traf Pinter und landete dann im Netz.

NEWAG

Ein paar Wochen vor dem Duell mit Mattersburg übernahm der NEWAG-SCE die Führung.

Der Meistertitel wurde allerdings nicht erreicht. Den schnappte sich der SC Oberwart, der anschließend nicht den Aufstieg in die Staatsliga-B schaffte.

Nach diesem 2:0-Sieg setzte es in den kommenden Duellen drei Niederlagen. Im Herbst 1956 marschierten die Mattersburger durch die Liga und krönten sich ein paar Runden vor dem Ende zum Herbstmeister. Zum letzten Spiel reiste der noch ungeschlagene Tabellenführer ins Eisenstädter Lindenstadion, das sich als „Waschkuchl“ präsentierte. Nebel behinderte an diesem Dezember-Tag zeitweise die Sicht. Den besseren Durchblick hatte Eisenstadt und ging durch Luckenberger mit 1:0 in Front. Nach dem Ausgleich (18. Minute) ließ Gombas einen Bombenschuß aus gut 25 Metern los, der seinen Weg ins Kreuzeck fand – 2:1.
Nach der Pause drängte der SCE gleich auf das 3:1, doch Fuch traf per Weitschuß nur die Latte und Luckenbergers Schuß knallte an die Stange.
Etwas später stand der Mattersburger Ranz bei einem Angriff im Abseits. Als der Schiedsrichter dies ahndet, wird er von Ranz beleidigt. Der Schiedsrichter zog die rote Karte.
Nach einem Foul an Ernst führt Tschank den Freistoß aus und trifft in die linke untere Ecke – 3:1 für den SCE. Danach brannten bei einem Herbstmeister die Sicherungen durch. Er lieferte sich eine Auseinandersetzung mit dem Schieds- und Linienrichter und musste daraufhin ebenfalls vom Feld. Ein anderer Mattersburger wollte dann als rächender Boxer agieren, konnte von zwei Mannschaftskameraden aber noch zur Vernunft gebracht werden.

Im Frühjahr 1957 folgte dann die Revanche – und was für eine:

SV Mattersburg vs. NEWAG-SC Eisenstadt 9:3 (!)
Dieser Tag im April war ein ganz bitterer für den SCE. Nach einer zweiwöchigen Pause kam es zum Spitzenspiel Erster (SVM) gegen den Dritten (SCE) der Landesliga. Bei einem Sieg wäre der SCE bis auf zwei Punkte herangekommen.
Vor 500 Zuschauern versagten den Eisenstädter die Nerven. Nach 15 Minuten stand es 4:0 und in der 30. Minuten schon 6:0. Dass es zur Pause 2:6 stand lag an Gombas, der noch schnell zwei Tore erzielte, bevor es in die Kabine ging. Gleich nach dem Wiederbeginn stellte Tschank per Freistoß sogar auf 3:6, doch dann übernahmen die Mattersburger wieder das Spielgeschehen und siegten ganz klar mit 9:3.

Die Bilanz der Fünfzigerjahre:
12 Spiele, 4 SCE-Siege (1x eine 3:0-Strafverifizierung), 8 Niederlagen!

DIE SECHZIGERJAHRE:

Als Absteiger aus der Regionalliga Ost traf der SCE 1961/62 in der Landesliga wieder auf die SV Mattersburg, wo beide Spiele mit einem Sieg der Eisenstädter endeten. Der SCE kehrte in die Ostliga zurück und etwas später folgten ihnen auch die Mattersburger. In der Regionalliga gab es dann in sechs Spielen nur drei Remis und drei Niederlagen zu verbuchen. Erst in der Titelsaison 1966/67 konnte der SCE wieder gegen Mattersburg gewinnen – beide Spiele.

Über die Spiele der Saison 1965/66 kann im Bericht „Die Ostliga-Saison 1965/66“ gelesen werden und von den heißen Duellen der Saison 1963/64 könnte im Bericht „Vor 50 Jahren: Maurice Bilolo, erster Schwarzafrikaner in der Ostliga“ mehr zu erfahren sein – könnte, denn ostliga.at ist ja leider nicht mehr online. Eine höchst interessante Geschichte über Maurice Bilolo, der in Diensten der Mattersburger die Ostliga verzauberte.

Die für den Sportclub Eisenstadt so erfolgreiche Saison 1966/67, die mit dem Meistertitel der Regionalliga Ost abgeschlossen wurde, beinhaltete auch zwei Siege gegen den alten Rivalen. Der 4:0-Frühjahrsheimsieg wird in der Chronik „100 Jahre SC Eisenstadt“ ausführlich behandelt, daher, um wenigsten über ein Spiel der Sechziger hier zu berichten, nun der Bericht über den Sieg im Herbst 1966:

SV Mattersburg vs. SC Eisenstadt 1:2
Vor 1.500 Zuschauern gelang dem SCE gleich in der ersten Minute das Führungstor. Eine Kombination zwischen Kommanovits und Soleder schien sich schon im Sand zu verlaufen, doch dann erreichte Kommanovits knapp vor der Outlinie den Ball und schupfte den Ball über SVM-Goalie Wolf zu Leskovich, der den Ball ins Netz beförderte.
Die folgenden Angriffswellen der Mattersburger zerbrechen an der Eisenstädter Abwehr. In der 14. Minute ein Konter des SCE: Soleder hat nur noch Wolf vor sich, der den Schuß von Soleder an der Strafraumgrenze bändigen konnte. Eine Minute später stand des dann aber schon 2:0 für den SCE. Kommanovits rangelte sich an der rechten Seite durch, legte für Leskovich auf, der den Ball an die Stange knallte und von dort sprang der Ball ins Tor.
Den Gastgebern gelang Mitte der zweiten Halbzeit der Anschlußtreffer, doch der SCE konnte den Vorsprung noch verteidigen und lag zu diesem Zeitpunkt an vierter Stelle, hatte aber zwei Spiele weniger ausgetragen als Tabellenführer FC Wien.

1966

BF Onlinearchiv

Die Bilanz der Sechzigerjahre:
10 Spiele, 4 SCE-Siege, 3 Remis, 3 Niederlagen

DIE NEUNZIGERJAHRE:

24 Jahre nach dem letzten Aufeinandertreffen im Rahmen einer Meisterschaft, trafen sich die alten Rivalen im Oktober 1991 in der burgenländischen Landesliga wieder.

SC Eisenstadt vs. SV Mattersburg 1:1
(BF) 2000 Fans sorgten für tolle Kulisse beim Spitzenderby
Die tolle Kulisse im Lindenstadion machte aus einer eher durchschnittlichen Partie doch noch ein Spiel auf gehobenem Landesliga-Niveau. Die 2000 Fans (der Großteil davon im Lager der Mattersburger) peitschten die Spieler immer wieder nach vorne.
Beim SC Eisenstadt sorgten wieder einmal die Funktionäre vor dem Spiel für einen Skandal. Kurt Jusits wurde aus der Mannschaft geworfen. Die Truppe von Hans Schöll zeigte dann in der 90. Minute, daß die Mannschaft wesentlich besser als ihre Funktionäre ist.
Über weite Strecken hatten die Eisenstädter den Tabellenführer im Griff. Die Abwehr stand bombensicher, die Manndecker Weiss (gegen Köszegi) und Kirner (gegen Hannich) leisteten ganze Arbeit, im Angriff wirbelte Rudi Vargek.
Mattersburg zeigte zu viel Respekt vor dem Regionalliga-Absteiger. Dabei sorgten die zahlreichen Fans auf den Rängen für eine typische Heimspiel-Athmosphäre. Umstritten der Elfmeter in der 77. Minute, der zum Mattersburger Ausgleich führte. Weiss hat Kühbauer nur leicht berührt.
Die Tore: Vargek (64.); Hannich (77., Elfmeter)

Das Rückspiel im Frühjahr 1992 war dann ein echter „Klassiker“:
SV Mattersburg vs. SC Eisenstadt 1:2
(BF) SCE Lieferte Meisterstück vor Rekordkulisse
Das war das „Meisterstück“ für die Schöll-Truppe. Vor einer gigantischen Kulisse (3500!) zeigten Repacik und Co. warum sie im Frühjahr in souveräner Manier an die Spitze gestürmt sind. In dieser Mannschaft stimmt die Aufgabenverteilung, da greift ein Rädchen nahtlos ins andere. In dieser Zusammensetzung kann Eisenstadt auch in der Regionalliga eine führende Rolle spielen.
Die ambitionierten Mattersburger versuchten spielerische Defizite mit großem Einsatz auszugleichen.
In der 26. Minute stellte Horst Sauerwein mit einem herrlichen Volleyschuß ins Kreuzeck auf 0:1. In der 48. Minute erhöhte Mario Kirner nach hervorragendem Doppelpaß mit Vargek auf 0:2. Nach einer Stunde ließen die Gäste die Zügel schleifen und die kampfstarken Mattersburger kamen besser ins Spiel. Ein Freistoßtor von Hannich aus 20 Metern brachte den Anschlußtreffer.

1992

BF Onlinearchiv

1992 SCE Fans in Ma

BF Onlinearchiv: SCE-Fans beim Sieg in Mattersburg.

In der Landesliga blieb der SCE gegen die „Mattersdorfer“ ungeschlagen und kehrte als Meister in die Ostliga zurück. Ein paar Jahre später waren dann auch die Mattersburger nach gut 26 Jahren wieder in der Regionalliga Ost vertreten.
Nun gab es für den SC Eisenstadt nach einem Derby nur wenig Grund zum Jubeln.

In der Saison gewann Mattersburg beide Spiele (3:2 und 3:1). Besonders bitter natürlich die Niederlage im heimischen Lindenstadion:

SC Eisenstadt vs. SV Mattersburg 1:3
In der dritten Runde begrüßte der Elfte der abgelaufenen Ostliga-Saison den Aufsteiger.
Der Hauptakteur vor gut 1.800 Zuschauern war Schiedsrichter Pikner, der dieses Derby durch zwei „ungerechtfertigte“ Ausschlüsse und zwei „lachhafte“ Elfmeter ruinierte und sich dann auch noch mit den Zuschauern „anlegte“.
In der ersten Halbzeit lief das Spiel noch in geregelten Bahnen. Mattersburg war spielbestimmend und SCE-Keeper Heinz Travnicek machte alle Mattersburger Chancen zunichte.
Die zweite Halbzeit hatte dann so einiges zu bieten: zunächst sah Simmel (SVM) nach einem harmlosen Foul in der 56. Minute die rote Karte. Dem SCE legte Pikner dann aber ein „noch größeres Ei“, wie es die BF ausdrückte. Nach einer fairen Attacke von Jürgen Burgemeister an Robert Tippmann sah Burgemeister die rote Karte. Da dies im Strafraum geschah, gab es natürlich Elfmeter, den Hannich im Nachschuß verwandelte. Dies passierte zwei Minuten nachdem der Eisenstädter Sperhansl ins eigene Tor getroffen hatte – 0:2 für Mattersburg.
In der 71. Minute bekam dann der SCE einen Penalty geschenkt. Sascha Kalss traf zum 1:2, doch der Strafstoß musste wiederholt werden, da Kalss beim Anlauf gestoppt hatte.
Auch der zweite Versuch saß – 1:2!
Nun drängte der SCE auf den Ausgleich und fing sich durch einen Konter das 1:3 (Piller) ein. Zum Abschluß stieß Jauck in der 92. Minute seinen Gegenspieler nieder und sah ebenfalls die rote Karte.

1993

BF Onlinearchiv: Herbst 1994 – SCE vs. SVM 1:3

In der BF hieß es bei „Rund ums Laberl“ noch zum Derby: Referee Pikner aus „Mundlstadt“ hat am Freitag abend beim burgenländischen Ostliga-Derby Eisenstadt – Mattersburg wohl seine „Aufnahmeprüfung“ als „Rausschmeisser“ mit „Auszeichnung“ bestanden, dabei aber hoffentlich seinen „Nebenjob“ als Schiri verloren! – Da waren endlich wieder einmal „wahre Massen“ (immerhin 1800 Fans) im Lindenstadion und dann verlangte der „Mann in schwarz“ zehn Minuten vor dem Ende der Partie ein „neues Publikum“. – „Exakt um drei sind hier zuviel“, rief er in Richtung VIP-Plätze und drohte sogar mit Spielabbruch, sollten diese „Pikner-Kritiker“ nicht schnellstens das Stadion verlassen. Nach Diskussionen „hin und her“ und einer mehrminütigen Unterbrechung konnte das Match schließlich zu Ende gespielt werden – „neuen gegen zehn“, weil Pikner auch die beiden Teams drastisch reduzierte. „Waun a allan sein wüll beim Pfeifen, daun sull a in Wold geh’n“, rief „Charly“ Karassowitsch empört, dem als Fleischermeister beim Anblick Pikners beinahe das Wort „Würst’l“ herausgerutscht wäre. – „Das war heut‘ eine Weltpremiere“, meinte ein betroffener Fan, „an Schiedsrichter, der an’s Publikum rote Karten verteilt, hat’s noch nicht gegeben!“ – Gottlob, berechtigte Schiri-Beschimpfung ist noch straffrei, denn sonst hätte Struma-Chef „Harry“ Mangold am Donnerstag an Herbert Marth die Frage richten müssen: „Bitt‘ schön, Herr Obmann, nun sagen Sie mir, wie die 1800 Zuseher alle heißen und wo sie wohnen…!“

Am Ende dieser Saison stieg der SCE in die Landesliga ab, wo sie sogleich Meister wurden und 1996 abermals auf die Mattersburger trafen. In der elften Runde trafen sie im Lindenstadion aufeinander. Aufsteiger Eisenstadt war Dritter, Mattersburg Zwölfter.

SC Eisenstadt vs. SV Mattersburg 1:0
Neo-SVM-Coach Ernst Simmel trat mit einem strikten Defensivkonzept im Lindenstadion an, an dem sich der SCE vor 1000 Zuschauern die Zähne ausbiss. Erst als der SCE in Führung ging, lebte das Derby auf. Die Mattersburger zeigten, dass sie besser als ihr derzeitiger Tabellenplatz sind, konnten aber nichts Zählbares verbuchen.
In der 67. Minute fiel der angesprochene Treffer des SCE: Thomas Leonhardsberger verlängerte eine Flanke von Michael Porics per Kopf ins Tor von Gäste-Tormann Moser.
In der Schlußphase stockte den SCE-Fans der Atem: Kantauer hatte gleich zweimal den Ausgleich am Fuß. Zuerst parierte SCE-Keeper Zoglmaier, der Nachschuß ging um Zentimeter vorbei.
Am Ende gewann der SCE aber mit 1:0 und führte punktegleich mit der SV Oberwart und dem Wiener Sport-Club die Ostliga an (knapp dahinter mit einem Spiel weniger der ASK Kottingbrunn). Es sollte der letzte Sieg des SCE gegen Mattersburg sein.

1996

BF Onlinearchiv: Der letzte Sieg des Sportclub Eisenstadt gegen Mattersburg.

Im Frühjahr ging das Spiel in Mattersburg mit 1:3 verloren und am Ende der Saison wurde der SCE Vierter. In der folgenden Saison wollte der SCE den Aufstieg in die 2. Division in Angriff nehmen. Man schrieb die dritte Ostliga-Runde, als der SCE am Sonntag-Vormittag in Mattersburg antrat und nur zwei Punkte aus zwei torlosen Spielen gegen Würmla und Himberg auf seinem Konto hatte.

SV Mattersburg vs. SC Eisenstadt 2:1
Vor gut 2.000 Zuschauern drohte das Derby nach 20 Minuten zu eskalieren. Bei einem „rüden“ Foul von Hannes Pleva ließ es Schiri Pintzger noch bei „Gelb“, zeigte drei Minuten später Varga die rote Karte. Die Nerven der Spieler lagen nun blank und mit viel Mühe konnten sie vom Schiedsrichter getrennt werden. Dazu gesellten sich die „Schiebung“-Rufe von SCE-Trainer Gölz, welche die Szene zusätzlich anheizten.
Zehn Minuten später sah Thomas Leonhardsberger die Ampelkarte. Gegen die auf neun Spieler reduzierte SCE-Mannschaft taten sich die Gastgeber schwer und kamen erst spät zu ihren Toren. Amminger in der 71. Minute und Kantauer in der 83. stellten auf 2:0. Bei einem Foul an Dosti hatte das Schiedsricherteam wahrscheinlich eine Kurzzeiterblindung und ließ nach dieser brenzligen Szene im Strafraum der Mattersburger weiterspielen. Der Anschlusstreffer durch Edmond Dosti kam dann viel zu spät (89.).

In der Herbsttabelle führte der FC Waidhofen/Ybbs vor dem SC Eisenstadt und den Mattersburgern. Den Frühjahrsauftakt begann der SCE mit einem 0:0 in Himberg recht bescheiden, während Mattersburg gegen Untersiebenbrunn 1:2 verlor….und dann trafen die beiden schon wieder aufeinander:

SC Eisenstadt vs. SV Mattersburg 1:1
Knapp 1.200 Zuschauer pilgerten ins Lindenstadion, um im Schein des Flutlichtes dieses Topspiel der Ostliga zu sehen. Schon in der achten Spielminute der Schock für die SCE-Fans: Ein perfekt gespielter Konter der Gäste wurde durch Kantauer zur Führung genutzt. Auch in der Folge bestimmten die Mattersburger das Spiel. SCE-Keepter Thomas Fischer und seine Abwehr konnten aber Schlimmeres verhindern.
Nach der Pause schaltete der SCE zwei Gänge höher und brachte die Gäste mit seinem konsequenten Powerplay wiederholt in Nöte. Die Bälle wurden planlos aus der Mattersburger Abwehr weggeschlagen. Eine Angriffswelle nach der anderen rollte auf das Gäste-Tor zu. In der 83. Minute zischte dann ein Geschoß von Mario Kreiker durch ein Gewirr von Beinen ins Netz. Endstand: 1:1.

1998

BF Onlinearchiv: Frühjahr 1998 – SCE vs. SVM 1:1

Nach der letzten Runde fehlten durch das weitaus schlechtere Torverhältnis nur vier Punkte auf den Meistertitel der Regionalliga Ost. Der SCE wurde hinter Untersiebenbrunn und Schwechat Dritter.

Im Herbst 1998 sackte der SCE an die letzte Stelle der Tabelle ab, konnte sich im Frühjahr 1999 aber stark verbessert präsentieren. Für den Klassenerhalt hat es aber nicht mehr gereicht. Der SCE stieg erneut in die Landesliga ab. Da sich die Mattersburger im Jahr 2000 in die Bundesliga verabschiedeten, blieben die beiden Duelle der Saison 1998/99 auch die Letzten auf Ligaebene.

SC Eisenstadt vs. SV Mattersburg 1:2
Vor 1.200 Zuschauern ging der SCE schon in der zweiten Minute in Führung. Hannes Pleva erzielte in dieser dritten Runde das erste Meisterschaftstor für die noch punktelosen Eisenstädter. Die Gäste aus Mattersburg ließen sich davon aber nicht aus der Fassung bringen und drehten die Partie.
Dieses Duell fand nach den Triumphen der „alten Rivalen“ im ÖFB-Cup statt. Mattersburg schlug den FC Tirol und welcher SCE-Fan erinnert sich nicht an diese Nacht im Lindenstadion, als der SK Vorwärts Steyr mit 2:1 bezwungen wurde.

vorletzte Partie

BF Onlinearchiv: 1998 – SCE vs. SVM 1:2

SV Mattersburg vs. SC Eisenstadt 0:0
Dieses Spiel stand nicht im Zeichen der Stürmer, denn deren Können verpuffte zusehends je näher sie dem gegnerischen Tor kamen. Zum spielerisch besseren Eisenstädter gesellte sich dann auch noch Schußpech hinzu. Die besten SCE-Chancen machten die Mattersburger mit letzten Kräften zunichte: Kühbauer wehrte einen Slunecko-Schuß auf der Torlinie ab und Mandl lenkte mit einem sehenswerten Reflex ein Dosti-Geschoß an die Latte. Da auch die Mattersburger mit ihren Chancen sehr fahrlässig umgingen, blieb es vor 600 Zuschauern beim torlosen Remis.

letzte Partie

BF Onlinearchiv: 1999 – SVM vs. SCE 0:0

Die Bilanz der Neunzigerjahre:
10 Spiele, 2 SCE-Siege, 3 Remis, 5 Niederlagen

DAS NEUE MILLENNIUM:

In der jüngeren Fußballgeschichte schafften die SV Mattersburg Amateure den Aufstieg in die Regionalliga Ost, wo der SCE ums Überleben kämpfte.
Das Auswärtsspiel in Hirm ging 1:2 verloren und „daheim“ im Antauer Rupa-Stadion gab es eine 0:2-Niederlage. Das war in der Saison 2007/08 – der letzten für den SCE.

Ein paar Jahre zuvor, 2003, gab es das allerletzte Duell zwischen dem SCE und der Spielvereinigung Mattersburg. Es war das Ablösespiel für den vom SC Eisenstadt nach Mattersburg gewechselten Michael Miksits.

SC Eisenstadt vs. SV Mattersburg 2:3
Eine erfrischend aufspielende SCE-Mannschaft ging in diesem Spiel zweimal in Führung. In der 13. Minute traf Edi Stössl zum 1:0 (. Elf Minuten später traf Köszegi zum 1:1, doch in der 38. Minute brachte Jürgen Weber den SCE abermals in Front, was das Dach der Tribüne fast davonfliegen ließ, so groß war der Jubel unter den SCE-Fans der knapp 700 Besucher im Lindenstadion.
Dann legte der Bundesligist einen Gang zu, um hier nicht eine peinliche Niederlage einstecken zu müssen. In den zweiten 45 Minuten durfte dann ja auch immerhin Michael Miksits für die Mattersburger aufs Feld.

Ein gewisses „Knistern“ lag auch in der abendlichen Luft des Schloßparkes. Es hat wohl die Gäste sehr verwundert, dass sie in Eisenstadt nicht von Autogrammjägern belagert wurden und fühlten sich durch ein Transparent sehr gestört, das dann von ein paar ihrer mitgereisten Fans vom Zaun hinter der Linde herunter gerissen wurde.
Der Schriftzug: „Mattersburg ist nicht Burgenland“.
Es folgte die übliche Paranoia dem SCE gegenüber: Medial verschaffte man sich Luft. Als „ewig Gestrige“ wurden SCEler bezeichnet und ihr Manager sprach in der KRONE: „dabei bekam der SCE früher viel mehr vom Land als wir, die waren ja praktisch ein Bewag-Werksteam! Wir sind jedenfalls stolz darauf, so viele Fans aus dem ganzen Burgenland zu haben.

Ja, große Freunde waren SCEler und SVMler kaum und werden es auch nicht mehr werden…

© Gerhard Tinhof / sce1907.wordpress.com

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